=== 20-26 _ V 19643_BA 2 RIS Antrag Init. Woher die Kraft kam.pdf ===
Eingang 28.03.2026
0262.100-2-0714
Init. "Woher die Kraft kam"
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Anlage 1 - Projektbeschreibung „Woher die Kraft kam“
biografische Interviews mit Frauen über 80
aus den Vierteln um Schlachthof und Großmarkthalle
Zielsetzung
Ziel des Projekts „Woher die Kraft kam“ ist es, in Form biografischer Audio-Interviews die
Erinnerungen von Frauen über 80 zu bewahren und anhand ihrer Erzählungen die
Geschichte des Viertels und seiner Bewohnerinnen spürbar zu machen.
Geschichtsschreibung ist meiner Meinung nach immer noch männlich dominiert. Um dem
entgegen zu wirken, beleuchtet das Projekt bewusst weibliche Perspektiven.
Da ist die alteingesessene Sendlingerin, die sich noch gut daran erinnern kann, wie die
Bomben im zweiten Weltkrieg in die Großmarkthalle einschlugen und heute voller
Erstaunen den Wandel ihres Viertels beobachtet. Die gebürtige Bayreutherin, die zur
Lehre nach München kam, weil sie mit 15 Jahren etwas zum Familieneinkommen
beitragen musste, und seitdem rund um die Uhr für andere da war. Und die griechische
Gastarbeiterin, die in Isarvorstadt eine neue Heimat fand, nachdem sie sich in den 1960er
Jahren als junge Frau alleine auf den Weg von der Insel Kos nach München machte. Sie
alle blicken auf ein bewegtes Leben zurück, in dem sie Krisen und Hindernisse zu
überwinden hatten. Ihre Lebensgeschichten sollen im Rahmen der Ausstellung
„Geschichte(n) aus der Vorstadt“ des Münchner Stadtmuseums in Form von Hörstationen
einer breiten Öffentlichkeit, insbesondere den Bewohner*innen der Stadtteile Sendling und
Isarvorstadt, zugänglich gemacht werden. Die Erzählungen geben anhand von konkreten
Einzelschicksalen einen lebendigen Einblick in die Historie der Stadtteile. Zugleich
machen sie deutsche und europäische Geschichte spürbar und beleuchten
gesellschaftliche Herausforderungen, mit denen die Frauen der Kriegs- und
Nachkriegsgeneration konfrontiert waren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf
Resilienz und persönlichen Bewältigungsstrategien. Die Erzählungen inspirieren und
spenden ihren Hörer*innen Zuversicht, dass auch sie die Herausforderungen der heutigen
Zeit meistern können. Und nicht zuletzt können sie dazu beitragen, Empathie und
gegenseitiges Interesse unter den Bewohner*innen im Viertel zu fördern. Denn vielleicht
blickt der eine oder die andere ja nach dem Besuch der Ausstellung mit etwas mehr
Neugierde und Verständnis auf die 80jährige Nachbarin aus dem vierten Stock.
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Da das Projekt sich auf die Stadtteile Sendling und Isarvorstadt bezieht, reiche ich sowohl
im Bezirksausschuss 6, als auch im Bezirksausschuss 2 einen Antrag auf Gewährung
einer Zuwendung aus dem Stadtbezirksbudget ein. Ich werde bei der Auswahl der
Interviewpartnerinnen darauf Wert legen, dass beide Stadtteile gleichermaßen vertreten
sind.
Präsentation und Veranstaltungsort
Die Präsentation der Erzählungen ist in Form einer Hörstation im Rahmen der Ausstellung
„Geschichte(n) aus der Vorstadt“ des Münchner Stadtmuseums im ehemaligen Viehof im
Juni 2026 geplant. Die vierwöchige Ausstellung (6. Juni bis 5. Juli 2026) ist barrierefrei und
kostenlos zugänglich. Die Besucher*innen können in gemütlichen Sitzmöbeln Platz
nehmen und über Kopfhörer den Geschichten folgen. Präsentiert werden insgesamt vier
circa 45-minütige Erzählungen. Neben der Hörstation werden Porträt-Fotografien der
Frauen installiert sowie eine kurze schriftliche Zusammenfassung wichtiger Eckpunkte
ihres Lebens und ihres Bezugs zum Stadtviertel. Außerdem wird ein QR Code
bereitgestellt, über den die Erzählungen online abrufbar sind. So können die
Besucher*innen zu Hause in Ruhe nachhören, wenn die Zeit während des Besuchs der
Ausstellung zu knapp war.
Um Klima- und Umweltschutz zu gewährleisten, werden Sitzmöbel sowie Ummantelung
der Abspielgeräte komplett aus Altmaterialien gestaltet. Wenn möglich sollen auch die
Fotografien auf Altmaterialien präsentiert werden. Auf jeden Fall werden bei der Wahl des
Druckverfahrens und der Kaschierung der Bilder Kriterien der Nachhaltigkeit und des Fair-
Trade-Gedanken im Vordergrund stehen. Ich kann mir gut vorstellen, die Hörstation nach
Ablauf des Ausstellungszeitraum für eine weitere Nutzung im Viertel zur Verfügung zu
stellen. Denkbar wäre hierfür zum Beispiel das Foyer der LUISE. Diesbezüglich haben
aber noch keine konkreten Gespräche stattgefunden.
Umsetzung
In einer Vorbereitungsphase suche ich zunächst über meine persönlichen Kontakte im
Stadtteil sowie über die Alten- und Servicezentren Sendling und Isarvorstadt nach
geeigneten Interviewpartnerinnen.
Die Durchführung des Projekts besteht aus der Aufnahme der Audiointerviews und
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Porträtfotografien der Frauen sowie dem Schnitt der Interviews und deren Ergänzung
durch Geräusche und Musikkompositionen.
Ich eröffne jedes Interview mit einer einfachen Bitte: „Würden Sie mir die Geschichte Ihres
Lebens erzählen?“ Was dann folgt, bestimmen die Frauen selbst. Sie ordnen ein, was für
sie von Bedeutung ist und was nicht, legen den Fokus auf private oder politische
Ereignisse, innere oder äußerliche Entwicklungen. Mir ist es wichtig den Frauen selbst in
die Hand zu geben, wie sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse darstellen möchten, weil ich
denke, dass die Interviews auf diese Weise die größte Authentizität erreichen. Zugleich
soll die Teilnahme am Projekt für die Frauen selbst einen positiven Effekt haben. Ich
verstehe das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte als eine Form des Empowerments.
Nur wenn die Erzählung allzu sehr abzuschweifen droht oder ins Stocken gerät und die
Frauen nicht weiter wissen, stelle ich Fragen. Jede erzählt soviel und solange sie möchte.
Auch wenn ich dem persönlichen Erzählfluss der Frauen so weit wie möglich Rechnung
tragen will, wird es doch notwendig sein im Schnitt eine gewisse Struktur herzustellen,
damit die Geschichte für die Hörer*innen spannend und nachvollziehbar bleibt. Einiges
muss sicherlich sortiert werden, andere Passagen gekürzt, weil sie sich wiederholen oder
ins Allgemeine abschweifen. Der Fokus liegt aber stets darauf, dass die Erzählung, die
subjektive Sicht der Frauen auf die Geschichte ihres Lebens möglichst authentisch
wiedergibt. Meine Fragen sind nur hörbar, wenn es für die Verständlichkeit notwendig ist.
Jede Geschichte dauert circa 45 Minuten und handelt von den persönlichen Erinnerungen
einer Frau. Die Musikerin und Hörspielautorin Ina Werse-Wiskott ergänzt die Interviews im
letzten Schritt mit Geräuschen und Musikkompositionen, so dass sie beinahe den
Charakter eines Hörspiels bekommen. Die Musik unterstützt die Emotionalität der
Erzählungen, während Geräusche wie die fernen Einschläge der Bomben während des
Luftalarms oder das Klappern einer alten Straßenbahn Bilder vor dem inneren Augen
entstehen und Erinnerungen aufleben lassen.
Zielgruppe
Zielgruppe des Projekts ist die Münchner Stadtgesellschaft, insbesondere die
Bewohner*innen der Stadtviertel Sendling und Isarvorstadt. Durch die Wahl des
barrierefrei zugänglichen und zentral gelegenen Veranstaltungsortes im ehemaligen
Viehhof sowie die parallele digitale Abrufbarkeit soll ein möglichst breiter Teil der
Gesellschaft erreicht werden. Ich denke, dass die Erzählungen sowohl für die ältere
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Generation selbst, die sich darin wiederfindet, und für eine mittlere Generation, die
Parallelen zum Schicksal der eigenen Eltern erkennen kann, als auch für junge Menschen,
die einen lebendige Einblick in frühere Zeiten erhalten, interessant sind. So soll nicht
zuletzt Verständnis und Austausch zwischen den Generationen im Stadtteil angeregt
werden. Insgesamt rechnen wir mit 800 – 1000 Besucher*innen der Ausstellung
„Geschichte(n) aus der Vorstadt“. Dies ist allerdings nur eine grobe Schätzung. Durch eine
anschließende langfristigere Präsentation der Hörstation in der LUISE könnte natürlich
noch eine deutlich größere Gruppe erreicht werden.
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Anlage 2 - Projektfinanzierung
Ausgaben
Honorarkosten
Planung, Interviewführung & Schnitt
Catherina Maisel 10 Tagessätze á 350.- € 3.500,00 €
Musikkomposition & Geräusche
Ina Werse-Wiskott 6 Tagessätze á 350.- € 2.100,00 €
Honorar gesamt 5.600,00 €
Material für Hörstationen
2 Player in Ummantelung, 2 Kopfhörer, Sitzgelegenheit 650,00 €
4 S&W Fotografien
60x60 cm Fine Art Print inklusive Kaschierung á 170 € 680,00 €
Material Gesamt 1.330,00 €
Ausgaben gesamt 6.930,00 €
Einnahmen
Da die Hörstationen im Rahmen der Ausstellung „Geschichte(n) aus der Vorstadt“ des
Münchner Stadtmuseums kostenfrei zugänglich sind, werden keine Einnahmen generiert.
25% Eigenmittel in Höhe von insgesamt 1.733 € werden von Catherina Maisel in Form von
Verzicht aufs eigene Honorar eingebracht.
Da das Projekt sich auf die Stadtteile Sendling und Isarvorstadt bezieht, wird sowohl im
Bezirksausschuss 6, als auch im Bezirksausschuss 2 ein Antrag auf Gewährung einer
Zuwendung aus dem Stadtbezirksbudget eingereicht. Die Gesamtsumme von 5.197 € wird
zu gleichen Teilen auf beide Anträge verteilt.
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Von: Catherina Conrad <info@conrad-camera.de>
Gesendet: Samstag, 28. März 2026 00:02
An: stadtbezirksbudget <stadtbezirksbudget@muenchen.de>
Betreff: Antrag auf Zuwendung aus dem Stadtbezirksbudget (BA 6 & BA2) für das Projekt "Woher die Kraft
kam"
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Anhang schicke ich Ihnen meine Anträge auf Zuwendung aus dem Stadtbezirksbudget
für das Projekt
"Woher die Kraft kam" - biografische Interviews mit Frauen über 80 aus den Vierteln
um Schlachthof und Großmarkthalle.
Da das Projekt sich auf die Stadtteile Sendling und Isarvorstadt bezieht, reiche ich zwei
getrennte Anträge an den BA6 und den BA2 ein.
Die Anlagen "Projektbeschreibung" und "Kostenplan" gelten für beide Anträge
gleichermaßen.
Die Antragssumme habe ich zu gleichen Teilen aufgeteilt.
Ich würde mich sehr freuen, das Projekt mit Unterstützung des Stadtbezirksbudgets
verwirklichen zu können!
Vielen Dank für Ihre Arbeit und mit freundlichen Grüßen,
Catherina Maisel
--
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Catherina Maisel
Ronpeckhstrasse 6
80687 München
Tel: 089 / 96161211
Mobil: 0178 / 4768023
www.conrad-camera.de
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=== B 02_VG 28.04.2026 oeff. 2 2..pdf ===
Datum: 30.04.2026
Telefon: 089 - 233 213 22
Telefax:
Email: bag-mitte.dir@muenchen.de
Direktorium
HA II / BA
BA-Geschäftsstelle Mitte
An das Direktorium
(E) Stadtbezirksbudget
Init. "Woher die Kraft kam"
Woher die Kraft kam vom 01.05. -05.07.2026
2.598,50€; Az. 0262.100-2-0714
Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 19643
Abstimmungsergebnis
zur o.g. Sitzungsvorlage aus der Sitzung des
BA 02 - Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
vom 28. April 2026
Der Bezirksausschuss
☐ gewährt einen Zuschuss in der o.g. Höhe für den o.g. Antragssteller.
☒ gewährt einen Zuschuss in Höhe von 2.000,00 € (bei Kürzung gegenüber dem Antrag),
für den o.g. Antragssteller.
☐ lehnt die Gewährung eines Zuschusses für den o.g. Antragsteller ab.
Gründe für die Kürzung der beantragten Summe:
☐Im Hinblick auf die Zielsetzung des BA, mit den vorhandenen Budgetmitteln
möglichst viele Aktivitäten zu fördern, kann dem Antrag nur teilweise entsprochen
werden.
Gründe für die Ablehnung der Förderung:
☐Grund der Ablehnung hier auswählen
Allgemeines
☐ Weitere Hinweise/Maßgaben/Gründe:
Das Abstimmungsergebnis war
☐ einstimmig ☒ mehrheitlich
Der BA wünscht einen Kurzbericht des Antragstellers nach Durchführung der
Veranstaltung/Maßnahme: ☐ mündlich ☒ schriftlich ☐ gar nicht
☒ Kopie des Verwendungsnachweises gewünscht
gez.
Blaser
(Sitzungsleiterin/Sitzungsleiter)
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