Kreuzung Bavariaring/Schwanthalerstraße – sichere Querung für Schulkinder, ältere Menschen und mobilitätseinge…
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Kreuzung Bavariaring/Schwanthalerstraße – sichere Querung für Schulkinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen; Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – Rosa Liste
=== 26-32 _ T 006455_26.09 B 1.3 Antrag Gruene RosaListe Sichere Querung Kreuzung Bavariaring_Schwanthalerstr.pdf ===
Antrag an den Bezirksausschuss 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Antragstellerin: Henriette Kuhrt, Beauftragte für Schulwegsicherheit
Sitzung: 8.9. Unterausschuss „Öffentlicher Raum“ // Vollversammlung am 15.09.2026
Betreff: Kreuzung Bavariaring/Schwanthalerstraße – sichere Querung für Schulkinder, ältere
Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen
Beschlussvorschlag
Der Bezirksausschuss 2 bittet das Mobilitätsreferat, die Sicherheit der Fußgängerquerung an
der Kreuzung Bavariaring/Schwanthalerstraße zu überprüfen und dem Gremium innerhalb von
drei Monaten über das Ergebnis sowie über die daraus abgeleiteten Maßnahmen zu berichten.
Bei der Prüfung sind die betroffenen Nutzergruppen einzubeziehen: die Schulleitung der
Grundschule an der Schwanthalerstraße, die Vorsitzende des Elternbeirats, die Leitung der
kroatischen Gemeinde in der Schwanthalerstraße sowie der Behindertenbeirat der
Landeshauptstadt München. Soweit hierzu ein Ortstermin stattfindet, sind sie hinzuzuziehen.
Der Bezirksausschuss regt an, sich dabei vor Ort ein Bild von der Situation zu verschaffen, und
zwar zu den maßgeblichen Zeiten: morgens zwischen 07:00 und 08:00 Uhr sowie mittags und
nachmittags, wenn Unterricht, Mittagsbetreuung und Hort enden.
Aus Sicht des Bezirksausschusses sind dabei insbesondere die folgenden Punkte zu prüfen:
1. Die Mittelinsel als notwendiger Zwischenhalt. Nach den geltenden Regeln sichert die
Schutzzeit eine begonnene Querung nur bis zum nächsten Bordstein; die Mittelinsel ist ein
solcher Bordstein. Die Schutzzeit der 13 Meter langen Furt FG51 ist mit 21 Sekunden
vergleichsweise lang. An der anschließenden Furt FG52 (6,5 Meter) beträgt sie jedoch nur
5 Sekunden, danach quert der Abbiegeverkehr aus der Schwanthalerstraße die Furt. Die
großzügige Schutzzeit der ersten Furt nützt daher nichts: Wer die Insel erreicht, muss dort
anhalten. Die Signalisierung macht den Zwischenhalt auf der Insel damit zum Regelfall.
2. Aufnahmefähigkeit der Mittelinsel. Vorrangig zu prüfen ist, ob die vorhandene Fläche
diesen Zwischenhalt tragen kann. Das Mobilitätsreferat errechnet auf Grundlage einer
Aufstelldichte von zwei Personen pro Quadratmeter eine theoretische Kapazität von zehn
bis elf Personen. Zu prüfen ist, ob diese rechnerische Kapazität unter den konkreten
Bedingungen – Grundschulkinder mit Schulranzen und Rollern, Personen mit
geschobenen Fahrrädern, Rollstuhlfahrende, weitere gleichzeitig eintreffende
Passantinnen und Passanten sowie der vorhandene Signalmast – als ausreichende und
sichere Aufstellkapazität angesehen werden kann. Hinzu kommt der Sicherheitsraum zur
Fahrbahn, für den die in Vorbereitung befindliche Neufassung der Richtlinien für die
Anlage von Stadtstraßen bei zulässigen Geschwindigkeiten bis 50 km/h 0,50 Meter
vorsieht.
3. Radwegbreite und Aufstellflächen. Die Kinder warten auf beiden Seiten vor dem Radweg
und queren Radweg und Fahrbahn in einem Zug. Die Breite des Radwegs ist daher in die
Bemessung der Freigabezeiten einzubeziehen. Darüber hinaus wäre angesichts der
Situation vor Ort eine Aufstellfläche zwischen Radweg und Fahrbahn dringend zu
empfehlen; diese ist momentan knapp oder unter zwei Meter tief, was bei 50cm
Sicherheitsabstand zu Radweg und Fahrbahn einen Meter Nettotiefe ergibt. Zu prüfen ist,
wie eine ausreichende Aufstellfläche an beiden Kreuzungsseiten geschaffen werden kann
und ob dazu die Radwegführung im Kreuzungsbereich neu geordnet werden muss.
4. Markierung und Signalisierung der Radwege. Auf der Ostseite ist der Radweg lediglich auf
den Gehwegplatten markiert; diese Markierung ist abgeblättert und kurzfristig zu
erneuern. Zu prüfen ist ferner, ob die Radwegquerungen in die Signalisierung des
Fußverkehrs einbezogen oder mit eigenen Signalgebern versehen werden können, und ob
die tatsächliche Querungslänge einschließlich der Radwege der Bemessung der
Freigabezeiten zugrunde gelegt wird. Von der Schwanthalerhöhe kommend besteht ein
Rechtsabbiege-Grünpfeil für Radfahrende; zwischen dem Gehweg und der südwestlichen
Aufstellfläche ist daher jederzeit mit Radverkehr zu rechnen, auch während der Sperrzeit
des Fußverkehrs.
5. Zeiträume der angehobenen Mindestgrünzeit ausweiten. Die angehobenen
Mindestgrünzeiten gelten derzeit nur von 07:00 bis 08:00 Uhr. Zu prüfen ist eine
Ausweitung auf 12:00 bis 13:00 Uhr, 16:00 bis 17:00 Uhr und die Sonntagvormittage. In
diesen Zeiträumen fällt die Mindestgrünzeit derzeit auf den Tiefstwert von 14 Sekunden
ab.
6. Räumgeschwindigkeit. Zu prüfen ist, ob angesichts der besonderen Anforderungen an
dieser Querungsstelle eine Räumgeschwindigkeit von 1,0 m/s angesetzt werden kann. Aus
den mitgeteilten Schutzzeiten ergeben sich für die beiden Teilfurten sehr unterschiedliche
rechnerische Werte: rund 0,6 m/s an der Furt FG51 und rund 1,3 m/s an der Furt FG52.
Die Sicherheitsreserve ist damit über die Querung hinweg ungleich verteilt.
7. Abbiegeverkehr. Zu klären wäre, wie die sichere Fortsetzung einer bereits begonnenen
Querung während der Schutzzeit gegenüber dem gleichzeitig möglichen Abbiegeverkehr
aus der Schwanthalerstraße gewährleistet wird.
8. Querungsrichtung. Das Mobilitätsreferat legt seiner Stellungnahme für den morgendlichen
Schülerverkehr die Querungsrichtung Ost nach West zugrunde. Der morgendliche
Schulweg verläuft jedoch von West nach Ost. Da die Kreuzung nicht symmetrisch ist, ist
die Aussagekraft der vorgelegten Zeit-Weg-Betrachtung für den tatsächlichen
morgendlichen Schülerverkehr zu überprüfen.
Der Antrag wird dem Bezirksausschuss 8 zur Kenntnis gegeben.
Begründung
1. Grundlage
Grundlage dieses Antrags sind Gespräche mit (Schulleitung Grundschule
Schwanthalerstraße), (Elternbeiratsvorsitzende), (Leiter der
kroatischen Gemeinde in der Schwanthalerstraße) und (Behindertenbeirat der
Landeshauptstadt München) sowie ein Ortstermin am 28.06.2026 mit
und der Polizei. Ergänzend wurden Auskünfte der Abteilung Lichtsignalanlagen des
Mobilitätsreferats eingeholt, die vollständige Schaltungsdaten übermittelt hat.
2. Befund
Die Kreuzung Bavariaring/Schwanthalerstraße ist aus Sicht der Schulfamilie das größte
Problem im Schulwegumfeld. Rund 40 Kinder queren sie wochentags auf dem Weg aus dem
Westend in den Bezirk 2, um die Grundschule an der Schwanthalerstraße zu besuchen.
Die Kreuzung wird darüber hinaus von weiteren Gruppen genutzt, die auf besonderen Schutz
angewiesen sind.
, Leiter der kroatischen Gemeinde in der Schwanthalerstraße , schildert
erhebliche Probleme für den Sonntagsgottesdienst. Die Gemeinde wird von Mitgliedern aus
dem gesamten Stadtgebiet besucht; insbesondere zum Kindergottesdienst kommen zahlreiche
Familien mit Kindern, die mit den örtlichen Verhältnissen nicht vertraut sind. Für diesen
Zeitraum sieht die Anlage keinerlei angepasste Schaltung vor.
Nach Auskunft des Behindertenbeirats ist die Kreuzung dort bekannt und zählt zu den Stellen
im Stadtgebiet, die für mobilitätseingeschränkte Menschen nicht passierbar sind.
3. Folgen
Gestaltung und Programmierung der Anlage führen zu erheblichen Gefahrensituationen auf
dem Schulweg. Die Kreuzung wird als so gefährlich wahrgenommen, dass die Kinder sie nicht
unbegleitet queren – obwohl der selbstständige Schulweg entwicklungspsychologisch
wünschenswert ist. Die Vorsitzende des Elternbeirats berichtet von Eltern künftiger
Erstklässler, die erwägen, ihr Kind nicht an dieser Schule anzumelden, obwohl sie als gut gilt,
allein um diesen Schulweg zu vermeiden.
Zudem berichtet sie von regelmäßigen Beinaheunfällen. Sie schilderte unter anderem einen
Vorfall, bei dem eine Mutter mit ihrem Schulkind und ihrem Baby im Kinderwagen neben der
Verkehrsinsel auf dem Asphalt stehen bleiben musste, weil die Insel zu schmal war und die
Freigabezeit nicht ausreichte.
Sie beobachtet zudem, dass viele Kinder auf der Verkehrsinsel nicht warten, sondern auch den
zweiten Teil der Fahrbahn bei Rot queren, während der Verkehr bereits anrollt. Die Fläche, auf
der sie dort warten sollen, ist rund 1,72 Meter tief. Beide Alternativen – das Warten auf einer
zu schmalen Fläche und das Weitergehen bei Rot – sind gefährlich und Folge der Kombination
aus Ampelschaltung und Kreuzungsgestaltung.
Hinzu kommt: Weil die Kinder auf der Westseite hinter dem Radweg warten, sind sie für
abbiegende Fahrzeuge schlechter zu sehen. Zusammen mit der kurzen Schutzzeit der Furt
FG52 sind sie damit bereits bei einem regelkonformen Querungsversuch dem Abbiegeverkehr
ausgesetzt.
Eine Entlastung durch Schulweghelferinnen und Schulweghelfer ist nicht in Sicht. Für diese
Kreuzung konnte trotz wiederholter Suche des Elternbeirats niemand gefunden werden.
4. Vorgeschichte
Das Anliegen ist seit Dezember 2023 aktenkundig. Der Elternbeirat der Grundschule an der
Schwanthalerstraße hat es damals an den Bezirksausschuss 8 herangetragen, der das
Mobilitätsreferat mit einer Prüfung beauftragte.
Zwischen April und Juni 2024 antwortete das Mobilitätsreferat, die Freigabezeit sei unter
Einbeziehung der Schutzzeit ausreichend; kurzfristige Anpassungen wurden abgelehnt. Ein
vorgeschlagener Ortstermin blieb ohne Antwort.
Im Dezember 2024 startete die Elternbeiratsvorsitzende eine Petition, die 461 Unterschriften
erhielt. Am 03.04.2025 brachte sie das Anliegen als förmlichen Antrag in die
Bürgerversammlung des Stadtbezirks 8 ein (Antrags-ID 5456305). Der Antrag wurde mit nur
einer Gegenstimme angenommen (Empfehlung Nr. 20-26 / E 02612).
Das Mobilitätsreferat antwortete mit der Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 17232, die der
Bezirksausschuss 8 am 16.09.2025 behandelte. Darin heißt es, die Grünzeiten an den meisten
Münchner Fußgängerfurten seien so bemessen, dass bei durchschnittlicher
Gehgeschwindigkeit etwa drei Viertel der Wegstrecke erreicht werden. Maßgeblich für die
Sicherheit sei die anschließende Schutzzeit; diese ermögliche es "immer", die Querung zu
vollenden. Die Sicherheit sei damit "zu jeder Zeit gegeben". Ergänzend wird auf ein Erklärvideo
zu Schutzzeiten verwiesen. Eine Anpassung im Bestand sei weder technisch noch wirtschaftlich
sinnvoll; die Verlängerung der Grünzeiten werde beim ohnehin anstehenden Anlagentausch
"angemessen berücksichtigt".
Mit dieser Zusage galt die Empfehlung der Bürgerversammlung als behandelt. Der Austausch
erfolgte im Dezember 2025. Umgesetzt wurde eine Verlängerung um drei Sekunden, gültig
ausschließlich morgens bis 08:00 Uhr.
Zur Begründung der Beschränkung auf die Morgenstunden führt das Mobilitätsreferat an, der
morgendliche Schulweg sei der Zeitbereich mit der höchsten Frequenz. Das erklärt, warum
morgens besonderer Schutz nötig ist. Es erklärt nicht, warum mittags, nachmittags und
sonntags ein geringerer Schutz genügen soll – zumal die Mindestgrünzeit in genau diesen
Zeiten auf den Tiefstwert absinkt.
Der heute vorgefundene Zustand ist somit bereits das Ergebnis der zugesagten
Berücksichtigung. Der Bezirksausschuss 2 bittet vor diesem Hintergrund um eine erneute
Befassung.
5. Anhang: Die Probleme im Einzelnen
Breite und Geometrie. Die Querung umfasst sechs Fahrstreifen. Das Mobilitätsreferat gibt für
die Furten FG51 und FG52 zusammen 21,5 Meter an.
Die Mittelinsel liegt nicht mittig: Die Furt FG51 misst 13 Meter, die Furt FG52 6,5 Meter. Die
Kinder queren morgens von West nach Ost und mittags beziehungsweise nachmittags von Ost
nach West. Auf dem Heimweg liegt somit das lange Teilstück zuerst, und die Querung endet
auf der Furt FG52 – jener Furt, deren Schutzzeit mit 5 Sekunden am kürzesten bemessen ist.
Zugleich fällt in diesen Stunden die Mindestgrünzeit auf ihren Tiefstwert.
Grünzeit. Die Mindestgrünzeit beträgt von 07:00 bis 08:00 Uhr 16 bis 17 Sekunden, mittags
und nachmittags dagegen nur 14 bis 15 Sekunden. Das Mobilitätsreferat führt hierzu aus, die
Mindestgrünzeit sei kein Maß, in dem beide Furten vollständig überquert werden, sondern
eines, in dem etwa drei Viertel der Wegstrecke zurückgelegt werden. Zugleich lasse es sich bei
simultaner Signalisierung ni...