=== 26-32 _ T 008201_B 1.2.3 Antrag_Gruene_Hitzeschutz.pdf ===
FRAKTION IM BEZIRKSAUSSCHUSS 3 MAXVORSTADT
Fraktionsvorsitzender: Dr. Gerhard Pischel
Lionel Behrends, Christine Cmarits, Rebecca Hartmann,
Dr. Svenja Jarchow, Gerhard Müller, Regine Pell,
Valeska Schmidt, Nadine Stryewski, Richard Weiss
Internet: www.gruene-maxvorstadt.de
München, den 08.09.2026
Antrag für die BA-Sitzung am 22.09.2026
Vorgriffsbeschluss „Hitzewellen-Schutz“ – Kostenloser Eintritt in städtische bzw.
stadtnahe Museen bei Hitzewellen (ab 30 °C Außenlufttemperatur)
Der Bezirksausschuss Maxvorstadt möge beschließen:
Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, ein Modell zum „Hitzewellen-Schutz“ in Museen
vorzubereiten, mit dem Ziel, bei extremen Hitzeereignissen den Eintritt in geeignete, klimatisierte
Museen zeitweise kostenfrei zu ermöglichen.
Wird am Messstandort Meteorologisches Institut München (MIM), Theresienstraße 37, eine
maximale Tageslufttemperatur von ≥ 30,0 °C (gemessen in 2 m Höhe) prognostiziert oder erreicht,
tritt das Modell für den jeweiligen Tag in Kraft. [meteo.physik.uni-muenchen]
(https://www.meteo.physik.uni-muenchen.de/wetter/index.html)
Das Modell soll für städtische und nach Vereinbarung auch für staatliche Museen umgesetzt werden,
die über eine ganzjährige Klimatisierung verfügen und für die der Schutz der Exponate ohnehin eine
kontrollierte Raumtemperatur erfordert (z. B. Pinakotheken, Lenbachhaus, Museum Brandhorst,
Haus der Kunst, Staatliches Museum Ägyptischer Kunst u. a.).
Die kostenlose Nutzung gilt für den Tag, an dem die Auslösetemperatur erreicht wird, und ggf. für
den Folgetag, falls die nächtliche Abkühlung unzureichend ist. Der genaue Umfang
(Dauerausstellung, Sonderausstellungen, Uhrzeiten) wird durch die zuständige Fachreferate in
Abstimmung mit den Museen festgelegt.
Um Überlastung und gesundheitliche Risiken zu vermeiden, wird ausdrücklich vorgesehen:
- Die Museen können bei Überschreitung der maximalen Besucheranzahl oder bei zu hoher
Innenraumtemperatur zeitweise einen Einlassstopp verhängen.
- Es wird ein kapazitätsorientiertes Zugangsmanagement (ggf. mit Zeitfenster-Tickets oder
Wartelisten) eingeführt.
- Um Kosten/Nutzen des Models abzuwägen werden Evaluationskriterien (Nutzungszahlen,
Besucherzufriedenheit, Belastung der Museen, Beitrag zur Hitzevorsorge) erfasst.
Begründung
Der Sommer 2026 zeigt deutlich, dass extreme Hitzeperioden häufiger und intensiver werden.
Bereits Anfang August erleben wir die vierte Hitzewelle dieses Sommers. Juni und Juli 2026 waren in
Westeuropa die heißesten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Künftig ist regelmäßig mit
vergleichbaren Hitzeereignissen zu rechnen.
Hitzeschutz muss deshalb vorausschauend und dauerhaft organisiert werden. Ein einfacher und
niederschwelliger Beitrag ist der kostenlose Eintritt in Museen des jeweiligen Stadtbezirks ab einer
Außentemperatur von 30 Grad.
Museen sind nicht nur Kultur- und Bildungsorte, sondern auch kühle „Dritte Orte“ und
Begegnungsstätten. Sie bieten der gesamten Stadtbevölkerung eine wohnortnahe Möglichkeit, der
Hitze zu entkommen, sich aufzuhalten und anderen Menschen zu begegnen. Damit können sie
insbesondere während längerer Hitzeperioden auch zum sozialen Zusammenhalt beitragen.
Der kostenlose Eintritt verbindet somit Hitzeschutz, kulturelle Teilhabe und soziale Begegnung.
Die Fraktion Bündnis 90/GRÜNE