=== 20-26 _ Q 00669_Q 00669 Baeume Ranke- und Emanuelstrasse.pdf ===
=== 20-26 _ Q 00669_Q 00669 Baeume Ranke- und Emanuelstrasse AS.pdf ===
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Landeshauptstadt München, Mobilitätsreferat
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Per E-Mail an:
Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum
26.09.2025
Reduzierung der Pkw-Stellplätze in der Ranke- und Emanuelstraße
Ihre Anfrage Nr. 20-26 / Q 00451 aus der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 04 -
Schwabing-West am 18.06.2024
Bäume statt PKWs in Ranke- und Emanuelstraße
Ihre Anfrage Nr. 20-26 / Q 00669 aus der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 04 -
Schwabing-West am 25.06.2025
Sehr geehrter
zuvorderst bitte ich die verlängerte Bearbeitungszeit Ihrer Bürgerversammlungsanfrage vom
18.06.2024 zu entschuldigen. Für die Beantwortung waren die Berücksichtigung weiterer
Vorgänge und Beschlüsse sowie diverse Abstimmungen notwendig, auf deren Basis wir Ihnen
nun ausführlich antworten können.
Zu Ihren Anfragen aus den Bürgerversammlungen vom 18.06.2024 und 25.06.2025 des
Stadtbezirkes 04 - Schwabing-West, welche die Reduzierung der PKW-Stellplätze in der
Emanuel- und Rankestraße u.a. zugunsten von Baumpflanzungen und Radabstellanlagen
vorschlagen, teilen wir Ihnen Folgendes mit:
Gehwegparken in der Emanuelstraße
Sie sprechen Einschränkungen für Fußgänger*innen auf den Gehsteigen durch parkende
PKW an. Sogenanntes nicht angeordnetes Gehwegparken liegt einseitig in der Emanuelstraße
vor. Gemäß § 2 Abs. 1 StVO müssen Fahrzeuge die Fahrbahn benutzen. Dies gilt sowohl für
den fließenden als auch den ruhenden Verkehr. Da der Gehweg nicht Teil der Fahrbahn,
sondern den Fußgängern vorbehalten ist, ist das (halbseitige) Parken auf dem Gehweg
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grundsätzlich nicht erlaubt.
Im Rahmen der Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2035 beschäftigt sich das Mobilitätsreferat
der Landeshauptstadt München eingehend damit, eine barrierefreie Mobilität zu fördern. Im
Jahr 2022 hat der Münchner Stadtrat die Teilstrategie Fußverkehr beschlossen (siehe auch
https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/7307395, Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V
07472). In dieser wurde das Mobilitätsreferat mit verschiedenen Maßnahmen zur Verbesse-
rung des Komforts und der Sicherheit von Fußgänger*innen sowie zur Begehbarkeit von
Gehwegen beauftragt. Im Zuge der Umsetzung erfolgt eine Datenerhebung und Datenauswer-
tung zum Gehwegparken in München. Auf dieser Basis entwickelt das Mobilitätsreferat, im
Austausch mit der kommunalen Verkehrsüberwachung des Kreisverwaltungsreferats und dem
Polizeipräsidium München ein stufenweises Verfahren zur Reduzierung des ordnungswidrigen
Gehwegparkens. Die Stadtverwaltung handelt hierbei nach geltendem Bundesrecht,
insbesondere der Straßenverkehrsordnung (§§ 2, 12 StVO).
Das Mobilitätsreferat erreichen viele Schreiben von Personen, die sich über die Abschaffung
des Gehwegparkens freuen. Häufig stößt die Abschaffung dieses bisher geduldeten Gehweg-
parkens in der Bevölkerung aber auch auf Unverständnis, da es sich teilweise um über Jahre
eingeschliffene Situationen handelt, die als „Gewohnheitsrecht“ wahrgenommen werden,
jedoch existiert dieses Gewohnheitsrecht nicht. Deshalb plant das Mobilitätsreferat (wie zuvor
beschrieben) ein nachvollziehbares, stufenweises Vorgehen, das intensiv kommuniziert und
begleitet wird, um auf das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer*innen einzuwirken. Die konkrete
Planung eines Roll-outs für den Stadtbezirk Schwabing-West erfolgt in enger Abstimmung mit
dem Bezirksausschuss und ist derzeit noch nicht terminiert.
Durch den Beschluss der Teilstrategie: Management des öffentlichen (Straßen-)Raums der
Mobilitätsstrategie 2035 durch die Vollversammlung des Stadtrats vom 26.03.2025 (siehe auch
https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/8147544, Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V
11904) wird darüber hinaus eine neue Betrachtung des gesamten öffentlichen Straßenraums
mit all seinen Nutzungsansprüchen und eine Abwägung zwischen den Bedarfen des ruhenden
Kfz-Verkehrs einerseits und Aufenthalt, Begrünung und Kühlung der Stadt sowie den
Erfordernissen des Fuß- und Radverkehrs, des öffentlichen Nahverkehrs, der Shared Mobility
und des Wirtschaftsverkehrs andererseits vorgenommen. Im Zentrum steht die effizientere
Nutzung des Parkraums und die Gewährleistung der Erreichbarkeit vor dem Hintergrund der
Verkehrssicherheit im Sinne der „Vision Zero“.
Darüber hinaus beschreiben Sie fehlende Fahrradspuren und beklagen, dass Fahrradabstell-
plätze nur in unzureichendem Umfang vorhanden sind, sodass Fahrräder in der Regel an
Gebäudefassaden angelehnt werden.
Radwege und Fahrradabstellanlagen in der Rankestraße und der Emanuelstraße
Da es sich bei der Rankestraße und der Emanuelstraße um Straßen in Tempo-30-Zonen mit
geringem Verkehrsaufkommen handelt, ist der fließende Radverkehr im Mischverkehr auf der
Fahrbahn vorgesehen.
Die Umwandlung von PKW-Stellplätzen zugunsten von Radabstellanlagen erfolgt über ein
standardisiertes Beantragungs- und Prüfverfahren. Der Standortvorschlag erfolgt durch
Bürger*innen oder auf Antrag des Bezirksausschusses. Das Baureferat der Landeshauptstadt
führt für jeden vorgeschlagenen Standort ein Prüfverfahren durch, bei dem das Mobilitäts-
referat eingebunden ist. Für die Errichtung von Abstellanlagen im öffentlichen Raum muss ein
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sogenannter allgemeiner Bedarf für die beantragten Abstellanlagen nachweisbar sein. Neben
dieser Bedarfsprüfung erfolgen weitere Prüf- und Abwägungsschritte, wie zum Beispiel die
Prüfung auf Verträglichkeit mit anderen verkehrlichen oder stadtgestalterischen Belangen.
Da es sich bei Ihrem Anliegen um keine Bürgerversammlungsempfehlung, sondern um eine
Bürgerversammlungsanfrage handelt, wird die kurzfristige Einbringung von konkreten
Standortvorschlägen über den Bezirksausschuss im Rahmen des beschriebenen Verfahrens
empfohlen. Infos und Hinweise dazu finden Sie unter:
https://muenchenunterwegs.de/angebote/hilfestellung-neue-fahrradabstellplaetze-beantragen
Baumpflanzungen in der Emanuelstraße und der Rankestraße
Der Bezirksausschuss Schwabing-West hat bereits am 27.07.2022 einen Antrag zur „Umge-
staltung und Begrünung der Rankestraße“ (BA-Antrag Nr. 20-26 / B 04310) gestellt und die
Pflanzung von 4-5 Bäumen auf der südöstlichen Seite der Rankestraße, sowie den Entfall
eines Parkplatzes an der Ecke Rankestraße | Emanuelstraße und die Einrichtung von
Fahrradstellplätzen auf der nordwestlichen Seite der Rankestraße im Bereich der Parkbucht
beantragt.
Die Stadtverwaltung hat diesen BA-Antrag seinerzeit umfassend geprüft. Infolgedessen wurde
die Errichtung von 40 Radabstellplätzen durch Umwandlung von 4 PKW-Stellplätzen umge-
setzt sowie eine Verschiebung der Kita-Hol- und Bringzone durch die Verlängerung des Halt-
verbots mit Entfall eines Stellplatzes realisiert. Ebenso hat die Stadtverwaltung herausgear-
beitet, dass die Pflanzung von Bäumen auf der Südostseite von der Lage der Versorgungs-
leitungen her grundsätzlich denkbar ist, wenn hier einige Parkplätze entfallen. Wie
nachstehend dargestellt, ordnet die Stadtverwaltung diese Baumpflanzungen im Hinblick auf
die Umsetzung in den gesamtstädtischen Kontext ein.
Mit dem Stadtratsbeschluss „Sonderprogramm Klimaschutz 2021“ (Sitzungsvorlage 20-26 / V
03895) war das Baureferat im Jahr 2020 beauftragt worden, eine Machbarkeitsuntersuchung
zu Baumpflanzungen im gesamten Stadtgebiet durchzuführen. Im Oktober 2020 wurden alle
25 Bezirksausschüsse gebeten, Standortvorschläge für zusätzliche Baumpflanzungen im
öffentlichen Raum zu benennen. Der Standort Rankestraße | Emanuelstraße wurde seinerzeit
noch nicht durch den Bezirksausschuss Schwabing-West benannt. Das Baureferat hat alle im
Jahr 2020 eingegangenen Standortvorschläge im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geprüft.
Mit dem Stadtratsbeschluss „Baumpflanzungen im öffentlichen Raum gemäß den Vorschlägen
aus den Bezirksausschüssen - Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung für die Standortvor-
schläge“ (Sitzungsvorlage 20-26 / V 09855) hat das Baureferat die Ergebnisse der Machbar-
keitsstudie vorgestellt und wurde beauftragt, die möglichen Baumstandorte weiter zu verfolgen
und zu realisieren. Nach derzeitigem Stand ist das Baureferat mit der Menge an Baumpflan-
zungen aus der Machbarkeitsstudie bis mindestens 2028 ausgelastet, sodass davon auszuge-
hen ist, dass ab 2029 wieder Ressourcen für darüberhinausgehende Baumpflanzungsprojekte
vorhanden sein werden. Den Standortvorschlag Rankestraße | Emanuelstraße hält die Stadt-
verwaltung dabei im Blick.
Neue Raumaufteilung
Eine grundlegend neue Raumaufteilung der beiden Straßen, welche Ihr Anliegen ganzheitlich
adressieren würde, kann derzeit aufgrund der aktuellen Haushaltslage nicht umgesetzt werden
oder müsste im Rahmen von anderen Maßnahmen berücksichtigt werden. Für einen solchen
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Vorgang bräuchte es einen politischen Auftrag. Da das Mobilitätsreferat die Einschätzung teilt,
dass das Straßenraumprofil nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht und den Zielen
der Mobilitätsstrategie 2035 entsprechend angepasst werden sollte, wird das Thema wieder
aufgenommen und tiefergehend geprüft, sobald die beiden genannten Voraussetzungen erfüllt
sein sollten.
MOSAIQ
Derzeit läuft in Schwabing-West das Innovationsprojekt MCube MOSAIQ. MOSAIQ steht für
„Mobilität und Stadtklima im Zukunfts-Quartier“. Im Projekt befasst sich das Team mit der
Gestaltung lebenswerter Quartiere in München. Es sollen darin innovative und ganzheitliche
Ansätze entwickelt werden, um die Mobilität, das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität in
Quartieren nachhaltig zu verbessern. Dabei sollen gemeinsam mit Bürger*innen und lokalen
Akteur*innen Lösungen entstehen, die den öffentlichen Raum lebendiger und zukunftsfähiger
machen sollen.
Die Rankestraße und die Emanuelstraße liegen innerhalb des Projektgebiets von MOSAIQ.
Falls Sie Ihre Ideen dazu einbringen wollen, sind sie dazu herzlich eingeladen. Mehr
Informationen finden Sie unter www.mcube-cluster.de/mosaiq.
Ihre Anfragen aus den Bürgerversammlungen vom 18.06.2024 und vom 25.06.2025 sind somit
satzungsgemäß erledigt.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Isabel Strehle
Stadtdirektorin
Leiterin Geschäftsbereich Verkehrs- und Bezirksmanagement