Text aus den Unterlagen
=== 20-26 _ T 094352_Antrag Nr. 2026-04-_BA_Kreislaufschrank.pdf ===
1
Christlich-Soziale Union
Antrag
Kreislaufschrank für die Wertstoffinsel in der Lothringer Straße (Postwiese)
Der Bezirksausschuss möge beschließen:
Der Bezirksausschuss 5 Au-Haidhausen beantragt, an der Postwiese in Haidhausen – auf dem
Standort der ehemaligen Telefonsäule – einen öffentlich zugänglichen Kreislaufschrank (auch
„Umsonstladen-Schrank" oder „Give-Box") aufzustellen. Die Maßnahme soll in enger Kooperation
mit der Abfallwirtschaft Halle 2 geplant, umgesetzt und dauerhaft betrieben werden.
Begründung:
1. Ist-Zustand und Handlungsbedarf
Die Wertstoffinsel an der Postwiese ist ein stark frequentierter Entsorgungsstandort im dicht
besiedelten Stadtteil Haidhausen. Die beiliegenden Fotos (aufgenommen am 29. März 2026)
dokumentieren exemplarisch die wiederkehrende Problematik: Neben den Containerstandorten
wird regelmäßig Sperrmüll, Hausrat und wiederverwendbares Gut illegal abgestellt. Kartons,
Möbelteile, Haushaltsgegenstände und Verpackungen liegen auf dem Bürgersteig und
beeinträchtigen das Erscheinungsbild des öffentlichen Raums erheblich. Auch vor der
Grundschule an der Bazeillesstraße wurden Gegenstände vor dem Baumgraben deponiert – ein
Zeichen dafür, dass Bewohnerinnen und Bewohner gezielt nach Abgabemöglichkeiten für noch
nutzbare Dinge suchen.
Diese Situation ist kein Einzelfall, sondern strukturell bedingt: Es fehlt eine niedrigschwellige,
legale Möglichkeit, gebrauchsfähige Gegenstände unkompliziert weiterzugeben.
2. Lösung: Kreislaufschrank
Ein Kreislaufschrank ist ein frei zugänglicher, wetterfester Schrank im öffentlichen Raum, in dem
Bewohnerinnen und Bewohner noch nutzbare Gegenstände (Haushaltswaren, Kleidung,
Spielzeug u. ä.) kostenfrei abgeben und mitnehmen können. Das Prinzip folgt der Logik der
Kreislaufwirtschaft: Wiederverwenden vor Entsorgen.
Der vorgeschlagene Standort – der bisherige Platz der Telefonsäule an der Postwiese – ist aus
folgenden Gründen besonders geeignet:
Unmittelbare Nähe zur Wertstoffinsel: Personen, die bereits zum Recyceln kommen, können
gleichzeitig nutzbare Gegenstände abgeben oder mitnehmen.
Gute Sichtbarkeit und Erreichbarkeit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende.
Vorhandene Infrastruktur: Der Standort ist bereits als öffentlicher Nutzungsort etabliert; die Fläche
steht nach Abbau der Telefonsäule zur Verfügung.
Einbindung der Abfallwirtschaft Halle 2: Die räumliche Nähe ermöglicht eine praktische
Kooperation – etwa für gelegentliche Leerung bei Überfluss, Qualitätskontrolle und
Öffentlichkeitsarbeit.
3. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung
Kreislaufschränke leisten einen messbaren Beitrag zur Abfallvermeidung. Jeder Gegenstand, der
den Weg in den Schrank findet statt in die Mülltonne, spart Rohstoffe, Energie und CO₂, die für die
Herstellung eines Neuprodukts aufgewendet werden müssten. Im Sinne der Münchner
2
Nachhaltigkeitsstrategie und der europäischen Kreislaufwirtschaftsstrategie unterstützt diese
Maßnahme das Ziel, Abfall zu vermeiden, bevor er entsteht – und setzt damit die höchste Stufe
der Abfallhierarchie (Vermeidung > Wiederverwendung > Recycling) im Quartier sichtbar und
praktisch um.
4. Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum
Ein legaler, attraktiv gestalteter Kreislaufschrank schafft eine klare Alternative zum wilden
Abstellen von Gegenständen. Erfahrungen aus anderen deutschen Städten (u. a. Berlin,
Hamburg, Köln) zeigen, dass Give-Boxes das Erscheinungsbild der unmittelbaren Umgebung
verbessern und die Akzeptanz für sauberes Entsorgungsverhalten im Quartier steigern. Der AWM
würde so entlastet, da weniger illegal abgestelltes Gut aufwendig eingesammelt und entsorgt
werden muss.
3
Fotos aufgenommen am 29.03.2026
© Barbara Schaumberger
CSU Fraktion im Bezirksausschuss 5 Au-Haidhausen
N. Haeusgen M. Kneißl H. Liebhart A. Micksch B. Schaumberger
München, den 22.04.2026
Initative: Barbara Schaumberger
Fraktionssprecher: Herbert Liebhart