=== 20-26 _ B 08683_B 08683 Klimaresilientes Au-Haidhausen.pdf ===
Bezirksausschuss des 5. Stadtbezirkes Landeshauptstadt
München
Au-Haidhausen
Landeshauptstadt München, Direktorium
Friedenstr. 40, 81660 München
Referat für Klima- und Umweltschutz
Vorsitzender:
Jörg Spengler
E-Mail:
joerg.spengler@muenchen.de
BA-Geschäftsstelle Ost:
Friedenstr. 40, 81660 München
Zi. 2.207
Telefon: 2 33-6 14 84
Telefax: 2 33-6 14 85
E-Mail: bag-ost.dir@muenchen.de
München, 19.02.2026
Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen
BVII 3.1 / 02/26
Klimaresilientes Au-Haidhausen
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bezirksausschuss 5 Au- Haidhausen hat in seiner Sitzung am 11.02.2026 folgendes ein-
stimmig beschlossen:
Die Sitzungsvorlage „Klimaresilientes München 2050 – Konkretisierung der Ziele der
Klimaanpassung“ legt verbindliche Zielwerte und Leitlinien für die Anpassung an Hitze,
Starkregen und klimatische Belastungen fest, die künftig in allen städtischen Planungs- und
Umsetzungsprozessen zu berücksichtigen sind.
Für den dicht bebauten Stadtbezirk Au/Haidhausen sind vor allem die folgenden Punkte
relevant:
- Hitzeschutz im Bestand:
Bei Neu- und Umgestaltungen von Straßen und Plätzen wird eine Baumkronenüberschirmung
von mindestens 30 Prozent als Zielwert festgelegt. Dies ist für stark versiegelte und
hitzebelastete Bereiche im Stadtbezirk von besonderer Bedeutung.
- Begrünung und Entsiegelung:
Es gilt das Ziel, den Anteil abflusswirksamer Flächen nicht weiter zu erhöhen. Entsiegelung,
Dach- und Fassadenbegrünung sowie die Kombination von Photovoltaik und Gründächern
sollen insbesondere im Bestand stärker vorangetrieben werden.
- Quartiersbezogene Maßnahmen:
Die integrierte Quartiersarbeit wird gestärkt, unter anderem durch die Prüfung von Pikoparks,
klimaangepasste Umgestaltung von Straßenräumen und eine intensivere Bewerbung von
Förderprogrammen zur Begrünung – relevante Instrumente für flächenknappe
Innenstadtquartiere wie Au/Haidhausen.
- Schutz des Baumbestands:
Die konsequente Anwendung und Weiterentwicklung der Baumschutzverordnung wird als
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wesentliches Instrument der Klimaanpassung hervorgehoben.
- Luftaustausch und Frischluft:
Die Sicherung klimatisch wirksamer Grün- und Freiflächen sowie von Luftaustauschbahnen
soll planerisch stärker verankert werden, was bei Nachverdichtungs- und Bauvorhaben im
Stadtbezirk zu berücksichtigen ist.
Antrag
Der Bezirksausschuss Au/Haidhausen begrüßt die in der Sitzungsvorlage „Klimaresilientes
München 2050 – Konkretisierung der Ziele der Klimaanpassung“ festgelegten Leitziele und
sieht in ihnen eine verbindliche Grundlage für aktuelle und künftige
Umgestaltungsmaßnahmen im Stadtbezirk.
Der Bezirksausschuss regt gegenüber der Verwaltung insbesondere Folgendes an:
Konsequente Anwendung im Bestand
Die festgelegten Zielwerte (insbesondere der Richtwert von 30 Prozent
Baumkronenüberschirmung bei Straßen- und Platzumbauten) sind im Stadtbezirk
Au/Haidhausen konsequent anzuwenden und nicht auf Neubauprojekte zu beschränken.
Priorisierung von Entsiegelung und Begrünung
Maßnahmen zur Entsiegelung, Baumpflanzung sowie Dach- und Fassadenbegrünung sollen
im Stadtbezirk prioritär umgesetzt werden, da hier besonders hohe Hitzebelastungen und
Starkregenrisiken bestehen.
Stärkung der Quartiersarbeit im Innenstadtbezirk
Die Verwaltung wird gebeten, Au/Haidhausen frühzeitig in integrierte Quartiersansätze
einzubeziehen, insbesondere bei:
- der Prüfung von Pikoparks,
- der klimaangepassten Umgestaltung von Straßenräumen,
- der aktiven Bewerbung bestehender Förderprogramme für Begrünung.
Schutz des vorhandenen Baumbestands
Der bestehende Altbaumbestand im Stadtbezirk ist als zentrales Element der Klimaanpassung
besonders zu schützen. Ersatzpflanzungen sollen möglichst standortnah und wirksam
erfolgen.
Transparenz bei Zielkonflikten
Bei Planungen im Stadtbezirk, bei denen Zielkonflikte zwischen Klimaanpassung, Mobilität,
Wohnungsbau oder Wirtschaftlichkeit bestehen, bittet der Bezirksausschuss um frühzeitige
Information und nachvollziehbare Abwägung.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Jörg Spengler
Vorsitzender im BA 5
Au-Haidhausen
=== 20-26 _ B 08683_B 08683 Klimaresilientes Au-Haidhausen AS.pdf ===
Landeshauptstadt
München
Referat für Klima- und
Umweltschutz
Boris Schwartz
Vertreter der Referentin
Über die BA Geschäftsstelle Ost
An den Vorsitzenden des
Bezirksausschusses 05 – Au-Haidhausen
Herr Jörg Spengler
Friedenstr. 40
81660 München
23.03.2026
Klimaresilientes Au-Haidhausen
BA-Antrags-Nr. 20-26 / B 08683 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 05 – Au-
Haidhausen vom 11.02.2026
Sehr geehrter Herr Spengler,
der o.g. Antrag wurde uns vom Direktorium mit der Bitte um weitere Bearbeitung zugeleitet; er
bezieht sich auf ein Geschäft der laufenden Verwaltung i. S. d. Art. 37 Abs. 1 Satz 1 GO und §
12 Abs. 3 Bezirksausschuss-Satzung.
In diesem Antrag begrüßt der BA 05 die in der Sitzungsvorlage „Klimaresilientes München
2050 – Konkretisierung der Ziele der Klimaanpassung“ festgelegten Leitziele und sieht in ihnen
eine verbindliche Grundlage für aktuelle und künftige Umgestaltungsmaßnahmen im
Stadtbezirk. Er regt an, die festgelegten Zielwerte (insbesondere den Richtwert von 30%
Baumkronenüberschirmung bei Straßen- und Platzumbauten) im Stadtbezirk konsequent
anzuwenden und nicht auf Neubauprojekte zu beschränken. Die Verwaltung wird darin
gebeten, Au/Haidhausen frühzeitig in integrierte Quartiersansätze einzubeziehen. Der
bestehende Altbaumbestand im Stadtbezirk ist als zentrales Element der Klimaanpassung
besonders zu schützen, Ersatzpflanzungen sollen möglichst standortnah und wirksam
erfolgen. Außerdem bittet der BA um frühzeitige Information und nachvollziehbare Abwägung
bei Planungen im Stadtbezirk, bei denen Zielkonflikte zwischen Klimaanpassung, Mobilität,
Wohnungsbau oder Wirtschaftlichkeit bestehen.
Zu diesem Antrag kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Die Stadt München hat sich mit dem Beschluss „Klimaresilientes München 2050“ u.a. den
Zielwert von 30% Baumkronenüberschirmung in öffentlichen Straßen und Plätzen gesetzt.
Dieser wird durch die zuständigen Fachreferate ab sofort bei laufenden und zukünftigen Neu-
und Umplanungen zugrunde gelegt. Bei Maßnahmen ohne neue Raumaufteilung ist ein
RKU-I-3
Bayerstraße 28a
80335 München
Telefon: 089 233-47726
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positiver Beitrag zur Zielwerterreichung anzustreben. In der Bauleitplanung und bei der
Flächenneuverteilung bei größeren Bauprojekten (wie z.B. REM - Maßnahmen des
Radentscheids) sollten ausreichend Flächen für das Straßenbegleitgrün (d. h. >30 %
Baumkronenüberdeckung) eingeplant werden, da einige Flächen noch für
Feuerwehrzufahrten, Tiefgarageneinfahrten, unterirdische Container, Nahwärmebrunnen etc.
benötigt werden und für das Straßenbegleitgrün nicht zur Verfügung stehen werden.
Eine größere Herausforderung stellt die große Flächenkonkurrenz im Bestand dar. Im Bestand
vorhandener Verkehrsflächen kann in erster Linie durch eine veränderte Priorisierung der
Flächennutzungen Platz für Baumneupflanzungen geschaffen werden.
Öffentliche Parkplätze z.B. am Straßenrand, Gehwegrestflächen und andere überbreite
Verkehrsflächen etc. könnten schrittweise und kleinteilig entsprechend umgenutzt und zu
Baumpflanzgruben umgebaut werden.
Zur Erreichung des Zielwerts ist auch auf den Erhalt des vorhandenen Baumbestands,
einschließlich der Straßenbäume, besonderer Wert zu legen.
Zu Ihrer Anregung der prioritären Umsetzung von Maßnahmen zur Entsiegelung,
Baumpflanzung sowie Dach- und Fassadenbegrünung kann seitens des Referats für Klima-
und Umweltschutz mitgeteilt werden, dass für Flächen auf Privatgrund keine
Zugriffsmöglichkeit durch die Stadt besteht. Der Fokus liegt daher auf der Sensibilisierung und
Wissensvermittlung über die zur Verfügung stehenden Unterstützungs- und
Fördermöglichkeiten für die Gebäudeeigentümer*innen. Denn die Umsetzung von
Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen auf Privatgrund wird durch die städtischen
Förderprogramme Begrünung („Grün in der Stadt“) und Biodiversität (Biodiversitätsbausteine
für Münchens Grünflächen“) des Referats für Klima- und Umweltschutz finanziell und fachlich
unterstützt.
Weitere Informationen zum Förderprogramm Begrünung finden sich unter:
https://stadt.muenchen.de/service/info/forderprogramm-begrunung/10412000/
Weitere Informationen zum Förderprogramm Biodiversitätsbausteine finden sich unter:
https://stadt.muenchen.de/service/info/sachgebiet-fachaufgaben-biodiversitat/
10414029/
Die Gestaltung öffentlicher Flächen (Grünflächen, Straßenraum, Plätze) fällt in die
Zuständigkeit des Baureferats.
Das Baureferat teilt Ihnen Folgendes zur konsequenten Anwendung der Zielwerte im Bestand
(insbesondere des Richtwerts von 30 Prozent Baumkronenüberschirmung bei Straßen- und
Platzumbauten) mit:
Mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates „Klimaresilientes München 2050“ vom
02.07.2025 (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 15584) wurde u.a. folgendes beschlossen:
„Das Baureferat und das Mobilitätsreferat werden gebeten, im Rahmen ihrer jeweiligen
Fachplanungen, ab sofort eine Baumkronenüberschirmung von 30% bei der Neu- und
Umgestaltung von Straßen und öffentlichen Plätzen als Zielwert zugrunde zu legen und unter
Berücksichtigung unbedingt erforderlicher Nutzungen (z.B. Feuerwehr) die notwendigen
Rahmenbedingungen hierfür herzustellen. Bei Maßnahmen ohne neue Raumaufteilung ist ein
positiver Beitrag zur Zielwerterreichung anzustreben. Das Referat für Stadtplanung und
Bauordnung wird gebeten, diesen Zielwert für alle künftigen Planungen zugrunde zu legen.“
Bereits mit Beschluss des Bauausschusses „Baumpflanzungen im öffentlichen Raum gemäß
den Vorschlägen aus den Bezirksausschüssen - Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung
für die Standortvorschläge“ vom 05.12.2023 (Sitzungsvorlage 20-26 / V 09855) wurde das
Baureferat beauftragt, „die dargestellten ca. 3.500 Baumpflanzungen vorbehaltlich der
Bewilligung der finanziellen Mittel in Höhe von rd. 52 Mio. Euro, wie im Vortrag dargestellt, zur
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realisieren“. Die Mittel wurden mit dem Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom
20.12.2023 Haushaltsplan 2024 bereitgestellt.
Mit dem Stadtratsbeschluss „Klimaresilientes München 2050“ (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V
15584) wurde für die öffentlichen Verkehrsflächen in München ein Baumkronen-
überdeckungsgrad von 30 % festgelegt, der zukünftig von allen städtischen Referaten bei
Planungen und Ausführungen zu berücksichtigen und umzusetzen ist.
Um möglichst viele neue Bäume zu pflanzen, wurde das Baureferat zudem mit dem
Stadtratsbeschluss „Baumpflanzungen im öffentlichen Raum gemäß den Vorschlägen aus den
Bezirksausschüssen - Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung für die Standortvorschläge“
(Sitzungsvorlage 20-26 / V 09855) beauftragt, die möglichen Baumstandorte aus der
Machbarkeitsstudie weiter zu verfolgen und zu realisieren. Mit Schreiben vom 25.01.2024
wurde dem Bezirksausschuss des Stadtbezirkes Au-Haidhausen mitgeteilt, welche
Baumpflanzungen im Stadtbezirk Au-Haidhausen mittelfristig umgesetzt werden.
Diese Baumstandorte werden sukzessiv projektiert und umgesetzt.
Aktuell werden in der Abteilung Straßenplanung und -bau folgende Projekte geplant:
- Ohlmüllerstraße, voraussichtlich 4 Bäume, BJ 2026
- Eggernstraße, voraussichtlich 5 Bäume, BJ 2027
- Enzenspergerstraße, voraussichtlich 5 Bäume, BJ 2027
- Oefelestraße, voraussichtlich 6 Bäume, BJ 2027
- Sedanstraße, voraussichtlich 13 Bäume, BJ 2027
- Pütrichstraße, voraussichtlich 7 Bäume, BJ 2028
Die bereits fertiggestellte Baumgrube in der Flurstraße wird im Frühjahr (März/ April) mit einem
Baum bepflanzt.
Da im dicht bebauten Stadtbezirk Au-Haidhausen kaum Baumpflanzungen im Rahmen von
Neubaumaßnahmen mit neuer Raumaufteilung möglich sind, werden wünschenswerte
Baumstandorte häufig durch Leitungen von verschiedenen Spartenträgern stark eingeschränkt
und verhindert. Aus diesem Grund ist hier die Umsetzung einer Baumkronenüberdeckung von
30% teilweise schwierig bis unmöglich. Die zusätzlichen Baumpflanzungen...