=== 26-32 _ V 00853_V 00853 Nutzung Mariahilfplatz BE.pdf ===
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Referat für Arbeit und
Wirtschaft
Tourismus, Veranstaltungen,
Hospitality
Veranstaltungen
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Nutzung Mariahilfplatz
Empfehlung Nr. 20-26 / E 02674 der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 05 - Au-
Haidhausen am 29.04.2025
Sitzungsvorlage Nr. 26-32 / V 00853
1 Anlage
Beschluss des Bezirksausschusses des 05. Stadtbezirkes Au-Haidhausen am
29.07.2026
Öffentliche Sitzung
I. Vortrag des Referenten
Die Bürgerversammlung des 05. Stadtbezirkes Au-Haidhausen hat am 29.04.2025 die
Empfehlung Nr. 20-26 / E 02674 „Nutzung Mariahilfplatz“ (siehe Anlage) beschlossen.
Die Zuständigkeit des Bezirksausschusses ergibt sich aufgrund § 9 Abs. 4 der Satzung für
die Bezirksausschüsse, da die Empfehlung ein Geschäft der laufenden Verwaltung
beinhaltet und die Angelegenheit ausschließlich stadtbezirksbezogen ist.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft nimmt wie folgt Stellung:
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft nimmt die im Antrag formulierten Anliegen – mehr
Begrünung, bessere Aufenthaltsqualität, Anpassung an den Klimawandel – ernst und sieht
die Zielrichtung grundsätzlich positiv. Gleichzeitig ist die Stadt aktuell einer sehr
angespannten Haushaltslage mit massiven Sparzwängen unterworfen. Für eine
Umgestaltung des Mariahilfplatzes oder die Anschaffung zusätzlicher Ausstattung
(Hochbeete, Spielgeräte, Sitzmöbel etc.) stehen derzeit keine Haushaltsmittel zur
Verfügung.
Zudem ist der Mariahilfplatz ein zentraler Standort für die Auer Dulten und – außerhalb der
Zuständigkeit des RAW – den Wochenmarkt. Diese Nutzungen prägen die
Rahmenbedingungen deutlich.
Im Einzelnen zu den Punkten des Antrags:
1. Begrünung und Attraktivierung für Spiel, Sport und Erholung
Eine umfassende, bauliche Umgestaltung mit zusätzlicher Begrünung und einer neuen
Ausstattung für Spiel, Sport und Erholung ist derzeit aus zwei Gründen nicht realisierbar:
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• Es stehen aktuell keine finanziellen Mittel für Planung, Bau und spätere Unterhaltung
solcher Maßnahmen zur Verfügung.
• Die Platzfläche wird in weiten Teilen regelmäßig für die Auer Dulten und den
Wochenmarkt benötigt; Flächen müssen daher dauerhaft für diese Nutzungen
freigehalten werden (inkl. Rettungswege, Auf- und Abbau, Logistik).
Grundsätzlich ist das RAW offen für Verbesserungen im Rahmen künftiger
Haushaltsmöglichkeiten und in Abstimmung mit den Fachreferaten. Konkrete Maßnahmen
können jedoch aktuell nicht zugesagt werden.
2. Aufgeständerte Verkaufsstände mit Blühwiesen darunter
Die Idee, unter aufgeständerten Ständen Blühflächen zu schaffen, ist aus Sicht des RAW
aus mehreren Gründen nicht umsetzbar:
• Statische und sicherheitstechnische Anforderungen an Verkaufsstände sind sehr hoch;
eine generelle Aufständerung würde Konstruktion und Aufbau erheblich
verkomplizieren und verteuern. Hierfür stehen keine Mittel zur Verfügung. Außerdem
wäre dann eine gewünschte Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer ggf. nicht mehr gegeben
oder müsste aktiv herbeigeführt werden.
• Blühwiesen sind sehr tritt- und belastungsempfindlich; regelmäßiger Auf- und Abbau,
Verkehr mit Lieferfahrzeugen und Aufenthalte von Händlerinnen und Händlern würden
die Flächen voraussichtlich stark schädigen.
• Unterhalb dichter Standreihen sind Lichtverhältnisse und Belüftung ungünstig, was die
Entwicklung einer artenreichen Blühwiese deutlich einschränkt.
• Der Boden ist in vielen Bereichen verdichtet und teils überbaut; eine hochwertige
Wiese erfordert bodenkundliche Vorbereitung, die mit dem regelmäßigen Marktaufbau
kollidieren kann und für die keine Mittel vorhanden sind.
Angesichts der finanziellen Lage und der funktionalen Anforderungen der Dulten kann das
RAW diese Maßnahme nicht unterstützen.
3. Hochbeete auf Rollen auf ca. einem Drittel der Platzfläche
Hochbeete können punktuell zur Aufwertung beitragen. Ein flächendeckender Einsatz auf
rund einem Drittel der Platzfläche ist aus Sicht des RAW jedoch aus mehreren Gründen
problematisch:
• Die Anschaffung, Pflege, Bewässerung, Instandhaltung und Einlagerung einer so
großen Zahl von Hochbeeten wäre sehr kostenintensiv; hierfür stehen keine Mittel zur
Verfügung.
• Für die Auer Dulten wird die Platzfläche weitgehend benötigt. Eine dauerhafte
Möblierung in diesem Umfang würde den Marktaufbau massiv behindern.
• Das Verschieben von vielen, großen und wahrscheinlich schweren Hochbeeten an das
südliche Ende des Platzes zu jeder Dult ist organisatorisch und personell sehr
aufwändig und mit zusätzlichen Kosten verbunden.
• Eine Nutzung begrünter Flächen als Lager- und Stellfläche für Hochbeete, Spielgeräte
und andere Ausstattung ist fachlich nicht sinnvoll: Die Grünflächen würden durch das
wiederholte Schieben und Abstellen schwerer Elemente massiv geschädigt. Begrünung
und Lagerfunktion stehen sich in diesem Punkt direkt entgegen.
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Vor diesem Hintergrund kann das RAW die vorgeschlagene Umsetzung mit Hochbeeten
derzeit nicht vorsehen.
4. Zusätzliche Bäume
Zusätzliche Bäume wären aus klimaökologischer Sicht grundsätzlich wünschenswert. Ihre
Realisierung ist jedoch abhängig von:
• verfügbaren Haushaltsmitteln für Planung, Pflanzung und Pflege,
• geeigneten Standorten (Leitungen, Untergrund, Rettungswege, Dult-/Marktaufbauten)
Angesichts der aktuell angespannten Haushaltslage können neue Baumpflanzungen auf
dem Mariahilfplatz zum jetzigen Zeitpunkt nicht zugesagt werden. Sollte sich die
finanzielle Situation zukünftig entspannen, wäre eine Prüfung durch das zuständige
Baureferat/Gartenbau denkbar, wobei auch hier die Anforderungen der Dulten zu
berücksichtigen sind.
5. Spiel- und Sportgeräte (Tore, Basketballkörbe) auf der Nordseite der Kirche
Temporäre Spiel- und Sportangebote können die Aufenthaltsqualität verbessern, dabei
müssen aber folgende Punkte berücksichtigt werden:
• Sie würden Anschaffungs- und Unterhaltungskosten verursachen (Wartung, Kontrolle,
Verkehrssicherung, ggf. Einlagerung). Dafür stehen derzeit keine Mittel zur Verfügung.
Außerdem müsste die Zuständigkeit dafür klar festgelegt werden.
• Die Flächen werden für Dult und Markt sowie für Rettungswege benötigt.
• Eine zusätzliche Ausstattung müsste bei jeder Dultphase ab- und wieder aufgebaut
bzw. verlagert werden; auch dies verursacht Kosten und Personalaufwand, die derzeit
nicht finanzierbar sind.
• Auf- und abbaubare Geräte müssten sicher, vandalismusresistent und platzsparend
gelagert werden, wofür keine Flächen oder Räume auf dem Platz zur Verfügung
stehen.
• Der kirchliche und denkmalgeschützte Kontext erfordert eine gestalterisch
zurückhaltende Lösung.
Aus diesen Gründen kann das RAW die Einrichtung solcher Geräte im Moment nicht
unterstützen. Zudem steht auf dem Platz bereits ein Basketballkorb zur Verfügung.
6. Auf- und abbaubare Bank-Tisch-Kombinationen, Wellenholz-/Schwungliegen
usw. auf der Südseite der Kirche
Mehr Sitz- und Verweilangebote sind grundsätzlich wünschenswert, erfordern aber
personellen und finanziellen Aufwand durch:
• Anschaffung, Aufstellung, Pflege, Reinigung, Reparatur,
• ggf. Einlagerung bzw. das regelmäßige Umsetzen zu Dultzeiten, da die Fläche für
Stände, Wege und Rettungsachsen benötigt wird.
Mit diesen Herausforderungen sieht sich das RAW derzeit bereits mit den Enzis (mit
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Wasser befüllbare Sitzbänke) konfrontiert. Der logistische und finanzielle Aufwand für den
Transport der Bänke ist massiv.
Auch hierfür fehlen derzeit die finanziellen und personellen Ressourcen. Eine Umsetzung
ist daher aktuell nicht möglich.
7. Auflösung und Begrünung des Parkplatzes im Süden; Nutzung als
Konzentrierungsfläche an Dulttagen
Der südliche Parkplatz kann aus mehreren Gründen nicht aufgehoben werden:
• Zwischen den Dulten dient er Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Besucherinnen
und Besuchern als Parkfläche und entlastet die ohnehin sehr angespannte
Parkplatzsituation im Viertel.
• Während der Dulten werden auf dieser Fläche Stände aufgebaut. Diese können nicht
ohne Weiteres verlegt werden, da die übrige Platzfläche bereits ausgelastet ist.
• Ein Wegfall dieser Stände würde zu einem erheblichen Einnahmenausfall bei einer
Veranstaltungsreihe führen, die ohnehin schon defizitär ist. Ein weiterer
Gewinneinbruch könnte die Durchführung der Auer Dulten insgesamt infrage stellen.
Eine Begrünung des Parkplatzes (z.B. als Rasenfläche) würde zudem in direktem
Widerspruch zu seiner Funktion als Stell- und ggf. Lagerfläche stehen:
• Die Nutzung durch Fahrzeuge sowie ggf. das Abstellen von Hochbeeten oder Geräten
würde die Grünfläche massiv schädigen.
• Eine gleichzeitige Nutzung als intensiv belastete Funktionsfläche und hochwertige
Grünfläche ist hier nicht möglich.
Das RAW kann daher der Auflösung und Begrünung des Parkplatzes nicht zustimmen.
8. Trinkbrunnen auf der nördlichen und südlichen Seite
Trinkwasserbrunnen sind aus Sicht des RAW sehr sinnvoll, sowohl aus gesundheitlicher
als auch aus klimaangepasster Perspektive. Zuständig für Planung, Genehmigung und
Betrieb ist jedoch nicht das RAW, sondern u.a. die Stadtwerke München in
Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachreferaten. Allerdings erfordern sie Planung,
Anschluss, Bau, laufende Wartung sowie Hygieneüberwachung und verursachen laufende
Betriebs- und Unterhaltungskosten.
Aufgrund der aktuellen Sparzwänge stehen für neue Trinkbrunnen am Mariahilfplatz
derzeit keine Mittel zur Verfügung. Vor dem Eingang zur Kirche dient bereits der
Schutzmantelmadonna-Brunnen als Trinkbrunnen.
Sollten zu einem späteren Zeitpunkt entsprechende finanzielle Ressourcen bereitgestellt
werden, wären geeignete Standorte in Abstimmung mit den Stadtwerken München und
den zuständigen Referaten zu prüfen, unter Berücksichtigung der Dult- und Marktnutzung.
9. Beendigung der alleinigen Zuständigkeit des RAW und kommerzielle
Ausrichtung der Dulten
Zur im Antrag formulierten Kritik an der alleinigen Zuständigkeit des RAW und der
angeblichen Ausrichtung auf „kommerzielle Rendite“ ist festzuhalten:
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Das RAW sorgt für eine möglichst wirtschaftliche Durchführung der Auer Dulten und
Märkte, ohne dass die Stadt eine „kommerzielle Rendite“ erzielt. Im Gegenteil: Die Auer
Dulten sind defizitär und werden aus allgemeinen Haushaltsmitteln mitfinanziert.
Die Dulten sind ein bewusst gewolltes gesellschaftliches Angebot. Sie haben eine lange
Tradition und sind kulturell und stadtteilbezogen bedeutsam. Ihr Erhalt folgt ausdrücklich
keinem rein wirtschaftlichen Interesse, sondern dient Stadtgesellschaft, Identität und
öffentlichem Leben.
Das RAW ist als Grundstückseigentümer neben der Durchführung der Auer Dulten auch
für den Unterhalt und die Instandsetzung des Mariahilfplatzes zuständig und trägt hierfür
die Kosten. Wenn es weiterhin das wirtschaftliche Risiko trägt, aber weniger Einfluss auf
Gestaltung und Flächenaufteilung hat, entsteht ein Ungleichgewicht, das die Durchführung
der Auer Dulten insgesamt gefährden würde.
Zudem hat auch die Pfarrei Mariahilf ein Mitspracherecht, was die Nutzung und Gestaltung
des Platzes im unmittelbaren Umfeld der Kirche betrifft. Der denkmalgeschützte und
kirchliche Kontext ist bei allen Maßnahmen zu berücksichtigen, d.h. dass z.B.
Ruhestörungen während der Gottesdienste zu vermeiden sind; größere, lärmträchtige
Sport- oder Spielangebote unmittelbar an der Kirche kommen daher nur sehr
eingeschränkt in Betracht und bedürfen der Abstimmung mit der Pfarrei.
In Summe zeigt sich: Die alleinige Zuständigkeit des RAW bedeutet nicht einseitige
kommerzielle Ausrichtung, sondern die Bündelung von Verantwortung für
Wirtschaftlichkeit, Tradition, Kultur, Erhaltung des Platzes und kirchliches Umfeld. Eine
pauschale Beendigung dieser Zuständigkeit würde die komplexe Aufgabe vereinfachend
missdeuten und neue Probleme schaffen, ohne die benannten Ziele (mehr Grün, mehr
Aufenthaltsqualität) zwingend zu erreichen.
10. Übertragung „aller anderen Belange“ an Baureferat (Gartenbau) und ggf. Referat
für Klima- und Umweltschutz
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