Nigerstr. 4

5 Einträge für diese Adresse

in Bezirksausschuss 05 - Au-Haidhausen, München

Diese Adresse abonnieren — kostenlos

Sobald hier ein neuer Bauantrag oder eine Beschlussvorlage auftaucht, schreiben wir dir per E-Mail.

Kostenlos · keine Kreditkarte · jederzeit abbestellbar

Hintergrundinformationen

5 Quellen
Au-Haidhausen (BA 05) Baudenkmal Ø Miete 10,97 €/m² 3 Wikipedia
Adress-Steckbrief
Stadtbezirk
Au-Haidhausen (BA 05)
Bebauungsplan
keiner an dieser Stelle

Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0

Denkmalschutz

Baudenkmal · Nigerstraße 4

Mietshaus, syn. Miethaus, syn. Zinshaus

Mietshaus, zweigeschossiger abgeknickter Walmdachbau in jugendstiligen Formen mit Erkern und Zwerchhaus, von Geissler & Co., 1911-13, vereinfacht.

Aktennummer D-1-62-000-4749

Ensemble

Das Ensemble Bogenhausen ist mit den Villen- und Wohnvierteln sowie den Platzanlagen eine städtebauliche Gesamtanlage von hohem Rang und überregionaler Bedeutung. Zur Koordination der baulichen Entwicklung der Stadt München wurde 1892 der erste städtebauliche Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der eine gesamte Stadt mit den zur Eingemeindung vorgesehenen Gebieten umfasste. Die Wettbewerbsbeiträge wurden anschließend von dem neu gegründeten Stadterweiterungsbüro unter der Leitung Theodor Fischer berücksichtigt und flossen bei der Aufstellung eines Generallinienplans ein. Im Zuge dessen entwickelte Theodor Fischer 1904 einen Staffelbauplan, der noch bis Ende des Jahres 1979 gültig war und städtebauliches Instrument von einer über die Stadt München weit hinausgehenden geschichtlichen Bedeutung ist. Zu den geplanten Eingemeindungen gehörte 1892 das ehemalige Bauerndorf Bogenhausen. Die Strukturierung der im Nordosten Münchens noch unbebauten Grundflächen und somit die Schaffung eines neuen Stadtteils richtete sich fortschrittlich nach der damaligen städtebaulichen Theorie und Praxis. 1895 skizzierte Baurat August Voit erstmals einen Plan für den Bereich zwischen der Einstein-, der Ismaninger Straße und dem heutigen Mittleren Ring; 1898 erfolgte im Generallinienplan durch Theodor Fischer für das gleiche Gebiet eine Modifizierung. Für die Planung maßgeblich waren der Münchner Staffelbauplan, das Ideengut des sogenannten „malerischen“ Städtebaus mit seinen kunsttechnischen Gestaltungsprinzipien und der Grundgedanke eines polyzentralem Konzeptes nach dem Wettbewerbsbeitrag von Karl Henrici. Entsprechend dieser Planung wurde die Bebauung ab dem Ende des 19. Jh. weitgehend unverändert realisiert, wobei für die Fläche zwischen den Maximiliansanlagen und der Ismaninger Straße bereits seit den 1880er Jahren ein laufendes Projekt einer Villenanlage bestand. Voraussetzung zur Erschließung und Zugänglichkeit dieses Villengebietes an der Maria-Theresia-Straße/Möhlstraße sowie des neuen Stadtteiles Bogenhausen war die Verlängerung der Prinzregentenstraße über das rechte Isarufer hinaus notwendig. Die Prinzregentenstraße ist gleichzeitig Erschließungsstraße und repräsentative Hauptachse; der Prinzregentenplatz hat nicht nur Verteilerfunktion für mehrere Nebenstraßen, sondern ist durch seinen repräsentativen Theaterbau auch städtebaulicher Höhepunkt in dem sonst als Wohngebiet ausgewiesenen Stadtbereich. Das neue Straßennetz zeichnet sich von größter Differenziertheit aus: Es handelt sich fast ausschließlich um gekrümmte oder leicht schräg geführte Straßen von unterschiedlichster Länge und Breite. An ihren Kreuzungsstellen sind sie grundsätzlich leichter oder stärker zueinander versetzt, so dass eine längere geradlinige Straßenflucht nicht entstehen kann. Die Baublöcke, die durch dieses Straßensystem ausgeschnitten sind, zeigen die unterschiedlichsten Größenformate und Formen; in seiner Unregelmäßigkeit gleicht kein Baublock dem anderen. Durch zusätzliches Verengen oder Aufweiten von Baulinien entstehen an den verschiedensten Stellen kleine Platzbildungen, zum Beispiel an der Einmündung der Cuvilliesstraße in die Lamontstraße oder an der Einmündung der Schumannstraße in die Holbeinstraße. Der einzigen längeren, geradlinigen Straße in diesem Bereich, der Possartstraße, ist östlich der rechteckige, in den Baulinien allerdings auch leicht verschobene Shakespeareplatz angelegt; im Süden beginnt sie am Prinzregentenplatz und nördlich endet sie in dem sehr unregelmäßig geformten Galileiplatz, so dass sie das Rückgrat für eine kleine Platzfolge bildet. Die von Osten und Westen in die Ismaninger Straße einmündenden Straßen treffen nie aufeinander. Durch diese überlegte Baulinienführung, durch die Knicke, Krümmungen, Abschrägungen, Verbreiterungen und Verengungen ist gewährleistet, dass sich kurze, überschaubare Straßen- und Platzpartien ergeben, die - bei entsprechender Aufrissbebauung - immer geschlossene Blickbezüge ermöglichen. Diese Aufrissbebauung zeigt eine in hohem Maß vielfältige und differenzierte Anwendung von unterschiedlichen Baustaffeln. Von den möglichen neun Baustaffeln - fünf geschlossenen und vier offenen - sind acht angewendet. Begonnen an der Isarkante im Westen ergibt sich nach Osten hin folgender Wechsel in der Bebauungshöhe, -dichte und -struktur: An der Maria-Theresia- und Möhlstraße ist die Bebauung weiträumig, offen und niedrig; an der Ismaninger Straße ist sie auf der Westseite offen und geschlossen durchmischt und höhenmäßig etwas angehoben, auf der Ostseite hoch und geschlossen; östlich der Ismaninger Straße bis hin zur Lamontstraße bleibt es bei einer Bauverdichtung bei etwas kleinteiligerer und höhenmäßig leicht herabgezonter Bebauung, die bereits überleitet zur wieder offenen, niedrigen und großräumigen Bebauung im Bereich um den Shakespeare- und Galileiplatz. Den Bautypen und der Struktur nach handelt es sich an der Maria-Theresia-/Möhlstraße um großvolumige, sehr repräsentative und stattliche Villen in großzügig zugeschnittenen parkartigen Parzellen, an der Ismaninger und Trogerstraße um vier- und fünfgeschossige Gruppen herrschaftlicher Mietshäuser, an der Rauch-, Cuvillies- und Friedrich-Herschel-Straße um eine Einfamilien-Reihenhausbebauung und an den östlich anschließenden Partien wieder um Villen, einzelnstehend oder in Zweier- und Dreiergruppen, vergleichsweise zu den Villen an der Isarkante kleinformatiger. Die bauliche Verdichtung sämtlicher Straßen, die in den Prinzregentenplatz, die Prinzregentenstraße und von Osten in die Ismaninger Straße einmünden, dient der städtebaulichen Orientierung auf die Haupt- und Hauptverkehrsstraßen hin. Darüber hinaus ist der neue Stadtteil Bogenhausen eigentlich ein verkehrsberuhigtes Wohnquartier, stark geprägt durch den parkartigen Baumbestand und die zahlreichen Grünflächen in Gärten, Vorgärten und Platzanlagen. Charakteristisch auch die Einzäunungen der Vorgartenzonen, die im Bereich der Maria-Theresia- und Möhlstraße zu künstlerisch aufwendigen Vorgarteneinfassungen mit schmiedeeisernen Portalen gesteigert sind. Das zu seiner Entstehungszeit vornehmste Villen- und Wohnviertel der Stadt weist eine Fülle von qualitätvollen Einzelbauten und auch ganzen Baugruppen auf. Zum Beispiel entstanden in der Holbeinstraße durch die Architekten Sigmund Weidenschlager, Max Kirschner und Emil Ludwig zwischen 1903 und 1911 eine ganze Reihe vornehme, reich gegliederte und dekorierte Jugendstilhäuser, denen sich ein 1905 durch Heilmann und Littmann errichteter Verwaltungsbau als neubarocker Gruppenbau zuordnet. Auch die Villen an der Maria-Theresia- und Möhlstraße repräsentieren eine Glanzepoche der Münchner Architektur der Jahrhundertwende; so beispielsweise die ehemalige Villa des Bildhauers Adolf Hildebrand in der Siebertstraße 2, 1895-98 nach Plänen von Carlo Sattler in neubarocken Formen erbaut, sowie die Neubarockvilla an der Höchlstraße 2, errichtet 1899-1901 durch Heilmann und Littmann für Rudolf Diesel, und das sogenannte "Haus Lindenhof" an der Höchlstraße 4, 1903/04 von Max Littmann als eigenes Wohnhaus erbaut. An der einseitig bebauten Maria-Theresia-Straße sind zu erwähnen die städtebaulich wichtigen Villen Nummer 16 und 17, erstere ein palastartiger neuklassizistischer Bau aus dem Jahr 1921 von Gustav Ludwig, die andere neubarock, erbaut 1894 für Prinz Friedrich von Hohenzollern. In der Maria-Theresia-Straße 27 errichtete Martin Dülfer 1897/98 eine frühe Jugendstil-Villa. Zudem sind Villen von den Architekten Heilmann und Littmann, Leonhard Romeis, Emanuel Seidl und Eugen Drollinger an der Möhlstraße zu finden. Um eine im städtebaulichen Sinne sehr geschickte architektonische Lösung handelt es sich bei der 1910/11 durch Heilmann und Littmann errichteten Einfamilien-Reihenhausanlage, die karreeartig um die Cuvillies-, Rauch- und Friedrich-Herschel-Straße geführt wurde; um einen Übergang von der viergeschossig bebauten Ismaninger Straße zum zweigeschossigen Villenbereich weiter östlich zu schaffen, wurde bei diesen Reihenhäusern durch Verwendung eines Tiefparterres, zwei ausgebauten Vollgeschossen und einem herabgezogenen Mansardwalmdach optisch niedrigere Bebauung suggeriert. Die Bebauung an der Maria-Theresia-Straße und Möhlstraße und die zwischen Holbeinstraße, Sternwartstraße und Friedrich-Herschel-Straße war bis zum Ersten Weltkrieg im Wesentlichen abgeschlossen. Die weiter östlichen Bereiche um Galilei- und Shakespeareplatz bis an die Mühlbaurstraße sowie teilweise Bauplätze nördlich und südlich der Prinzregentenstraße, an der Schumannstraße, der Geibelstraße und bis an die Einsteinstraße sind in den 1920er und 1930er Jahren baulich aufgefüllt worden. Dabei entstanden vornehmlich zusammenhängende, die dortigen Baublöcke bildenden Wohnanlagen, welche sich ebenso nach dem Münchner Staffelbauplan richten. Während die Konzeption vor dem Ersten Weltkrieg nicht unwesentlich in der Hand der Terraingesellschaft Heilmann und Littmann AG, lag, die in größerem Umfang Baugelände erworben, parzelliert und bebaut haben, wurden die mehrteiligen Wohnanlagen nach dem Krieg hauptsächlich von den Münchner Baugesellschaften wie dem Bauverein München-Haidhausen, dem Deutschen Volksheimbau der Gemeinnützigen Heimstätten Aktien-Gesellschaft und dem Verein für Verbesserung der Wohnungsverhältnisse veranlasst. Architekten waren unter anderem Eugen Drollinger, Ludwig Naneder, Johann Mund, Gustav Ludwig, Helmuth Wolff und Ernst Barth. Insgesamt hat die Anwendung der Prinzipien der Münchner Stadterweiterungsplanung des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Bogenhausen zu einer überzeugenden städtebaulichen Lösung geführt: Entstanden ist ein großflächiges, differenziert gegliedertes und gestaltetes, teilweise fast parkartiges Wohngebiet, welches sich unter Ausnützung einer vorgegebenen topographischen Situation optisch und strukturell von anderen Stadtteilen unterscheidendet. Eine deutliche Einheitlichkeit ohne jegliche Einförmigkeit ist erzielt durch die wechselvolle Folge ästhetischer Bildsequenzen, durch die Überschaubarkeit geschlossener Platz- und Straßenräume unter Vorgabe des Staffelbauplans als städtisches Gliederungsinstrument.

Aktennummer E-1-62-000-7

Ensemble

Die Prinzregentenstraße in ihrem Verlauf zwischen Prinz-Karl-Palais im Westen und Richard-Strauss-Straße/Leuchtenbergring im Osten ist ein Ensemble von besonderer städtebaulicher Bedeutung. Es ist anschauliches Beispiel einer großstädtischen Hauptstraße, in der eine Monumentalstraße vom Typus barocker Prospektstraßen mit den Prinzipien des malerischen Städtebaus und seinen wechselvollen Bild-Situationen verbunden ist, wobei auch in vorbildlicher Weise eine künstlerische Beziehung zwischen Stadt und Fluß gewonnen werden konnte. Die besondere städtebauliche Leistung erschließt sich in den wechselnden Bildern einer Art Straßen-Landschaft von beträchtlicher Längenausdehnung vor allem im Bewegungsablauf durch den gesamten Straßenzug links und rechts der Isar, wobei das Friedensdenkmal oberhalb der Luitpoldterrasse eine Gelenkfunktion einnimmt. Die Prinzregentenstraße ist die dritte der großen Münchner Monumentalstraßen des 19. Jahrhunderts. Sie wurde - nördlich parallel zur Maximilianstraße - seit 1891 angelegt. Beginnend bei dem klassizistischen Prinz-Karl-Palais im Westen als kompositionellem Ausgangspunkt führt sie dann nach Osten direkt zur Isar hin, auf die sie rechtwinklig stößt und die sie mit einer - nach der Hochwasserkatastrophe von 1899 - neuen Brücke überquert. Hier, nach einer Strecke von einem Kilometer Länge, findet die Straße in einer Architektur- und Bildwerkszenerie am Isarhochuferhang scheinbar ihren Abschluß. Dieser Teil zwischen Prinz-Karl-Palais und Friedensdenkmal war ursprünglich der repräsentativste Abschnitt der Straße; hier, links der Isar, verkörperte die Prinzregentenstraße ursprünglich den Typus einer Stadtrand-Parkstraße; sie war nur an der Südseite mit Wohnhäusern bebaut, zum Englischen Garten hin dagegen unbebaut, also begrenzt von der Baumwand des Englischen Gartens bis hin zum Bayerischen Nationalmuseum. Mit dem neuen Bayerischen Nationalmuseum und mit dem Bau der Preußischen Gesandtschaft und der Schackgalerie entstand an der Nordseite der Prinzregentenstraße Kunstarchitektur von öffentlicher Bedeutung. Das Nationalmuseum, 1893-1900 von Gabriel Seidl als weitläufige Baugruppe gestaltet, zeigt am deutlichsten den malerisch aufgefassten Historismus des späten 19. Jahrhunderts, wobei der malerische Charakter der Architektur durch die gewollte Verschiebung der Forumanlage davor ursprünglich noch gesteigert wurde. Dieses vor dem Turm-Mittelbau des Nationalmuseums ausgebildete Forum bestand aus einer von Balustraden eingefassten Terrasse mit Baumbepflanzung und abgesenktem Gartenparterre und wurde später sowohl mit dem Reiterdenkmal des Prinzregenten von 1913 sowie mit dem Hubertusbrunnen von 1907 - beides Werke von Adolf Hildebrand - bereichert. Das damals moderne städtebauliche Ziel, nämlich innerhalb der Straße einen Platz zu bilden und gekrümmte Straßenlinien zu schaffen, war mit der in die Straße eingestellten Terrasse erreicht. Diese Konzeption wurde 1936/37 durch Umbauten German Bestelmeyers einschneidend verändert. Gegenüber dem Museum wurde das ehem. Luftgaukommando, jetzt Wirtschaftsministerium, errichtet, ein kantiger Bau mit an der Oettingenstraße hochgezogenem, turmartigem Bauteil. Der westliche Umriss des Forums wurde durch eine Gartenmauer mit Brunnentempel geschlossen; Terrasse und Hubertusbrunnen wurden abgetragen, das Reiterdenkmal verändert aufgestellt. Mit dem Umbau ist das Forum auf eine Platzerweiterung reduziert und letztlich zur Verkehrsader geworden. Eine neue Baumbepflanzung im Jahre 1972 vor dem ehem. Luftgaukommando betont den durchgehenden Straßenverlauf. Als Bestelmeyer 1937 mit den Umbauten begann, war die erste tiefgreifende Veränderung an der Prinzregentenstraße bereits manifestiert: durch den architektonischen Eingriff in die Baumwand des Englischen Gartens durch das Haus der Deutschen Kunst, erbaut 1933-37 von Paul Ludwig Troost; die Alleebepflanzung südlich des Gebäudes um 1958 war dem Bemühen geschuldet, den Eingriff in den Straßenraum der Prinzregentenstraße und den Englischen Garten im Straßenbild abzumildern. Östlich der 1900/01 durch Theodor Fischer errichteten Luitpoldbrücke mit ihren allegorischen Liegefiguren der vier Stämme Bayerns erhebt sich die Luitpoldterrasse mit Friedensdenkmal als Abschluss des Westteils der Straßenachse. Die Luitpoldterrasse, eine monumentale, barockisierende Treppenanlage mit Mittelnische, Laternen, Fontänen und Fontänenbecken wurde 1891 - nach Entwurf von Jakob Möhl - vollendet. Beiderseits der Nische führt eine symmetrisch angelegte doppelte Freitreppe der Mauer entlang nach oben zu einer stadteinwärts gerichteten Aussichtsterrasse. Diese Anlage erhielt eine Steigerung durch das 1896-99 geschaffene Friedensdenkmal, an dessen Gestaltung eine Gruppe von Architekten und Bildhauern beteiligt war: Joseph Bühlmann, Heinrich Düll, Georg Pezold, Max Heilmaier. Auf dem Terrassenplateau steht ein der athenischen Korenhalle nachgebildeter offener Tempel, mit farbigen goldglänzenden Mosaiken. Auf diesem Unterbau erhebt sich eine 23 Meter hohe kannelierte Säule, deren korinthisches Kapitell die sechs Meter hohe, vergoldete Erzfigur des Friedensengels trägt. Dem in der Karyatidenhalle stehenden Betrachter zeigt sich nach Westen hin das Prinz-Karl-Palais in der Blickachse, nach Osten hin der Prinzregentenplatz. Das Friedensdenkmal hat Gelenkfunktion zwischen der Prinzregentenstraße als achsialer Repräsentationsstraße, in deren Westabschnitt in vorbildlicher Weise eine künstlerische Beziehung zwischen Stadt und Fluß gewonnen ist, und der Prinzregentenstraße als moderner Erschließungsstraße eines völlig neuen Stadtteils, der nach den Prinzipien des malerischen Städtebaus konzipiert wurde. Für die Fortsetzung des Straßenzuges über das Friedensdenkmal hinaus, das von der Straße in einem ansteigenden Oval umrundet wird, ist die Ausarbeitung des Generallinienplans für Bogenhausen von 1895 unter Theodor Fischer als Leiter des neu eingerichteten Stadterweiterungsbüros von entscheidender Bedeutung. In der Überplanung des neuen Stadtsektors zwischen Haidhausen und dem Dorf Bogenhausen, zwischen Isar und dem Bereich des heutigen Mittleren Rings werden die wichtigsten Prinzipien der Münchner Stadterweiterungsplanung des ausgehenden 19. Jahrhunderts anschaulich: Hierzu gehört die Bildung geschlossener Straßen und Platzräume durch Krümmung und Versetzung der Gebäudefluchten, die Strukturierung von Stadterweiterungsgebieten durch die Abfolge unterschiedlich profilierter Räume und die Akzentuierung zentraler Plätze durch geschickt placierte öffentliche Gebäude sowie die Abfolge zwischen hoher, geschlossener und niedriger, weiträumiger Bebauung. Prinzregentenstraße und Prinzregentenplatz verleihen dem neuen Stadtsektor strukturellen Halt. Als Bereiche größerer Baudichte und fast durchwegs geschlossener Bebauung erhalten sie gegenüber dem Umfeld eine besondere städtebauliche Bedeutung; der Prinzregentenplatz ist städtebaulicher Mittel- und Höhepunkt des auf der Basis des Ideenwettbewerbs von 1892 entwickelten Stadterweiterungsplanes für das Bogenhausener Gebiet. Der Eindruck von Straße und Platz ist als statisches Bild nicht beschreibbar, sondern stellt sich erst in der Bewegung im Straßen- und Platzraum her. Der Straßenzug beginnt auf der Höhe der Isarkante nach der Grünzone um das Friedensdenkmal, durchzieht in knapper Weitung den Bereich der Villenbebauung an der Möhlstraße, verengt sich dann mit dem Übergang zu einer anderen Baustaffel nach der Kreuzung Ismaninger Straße, weitet sich zum nächsten Ziel des Prinzregentenplatzes, bricht sich an der geschlossenen Platzwand im Osten, setzt sich aber nach leichtem Südknick in östlicher Richtung fort bis zum Mittleren Ring. Ihr Eindruck des Räumlichen und ihre Bildabfolgen stehen in Zusammenhang mit der Betonung der Bewegungsform. Der Prinzregentenplatz ist Sammel- bzw. Verteilerbereich für weitere sechs Straßen und damit vor allem Verkehrsplatz, wenn auch im malerischen Sinn. Die Baulinien am Platz sind so angeordnet, dass der Platz einen geschlossenen Raum bilden konnte, der nur auf der Westseite mit Rücksicht auf den Blick zur Stadt offen blieb. Alle Straßen, mit Ausnahme des westlichen Abschnitts der Prinzregentenstraße, sind so auf den Platz geführt, dass dieser erst kurz vor dem Betreten als plötzliches Raumerlebnis erfahrbar wird. Seinen gestalterischen Wert für das heutige Stadtbild erhält er durch die in repräsentativen Formen des barockisierenden Jugendstils errichtete Mietshausbebauung und das in den Platz vorspringende Prinzregententheater, das 1900/01 von Heilmann & Littmann erbaut wurde. Die architektonisch würdige Rahmung des Platzes ist nicht zufällig entstanden. Eigentümer des Geländes in diesem Bereich war die mit der Heilmann`schen Immobiliengesellschaft kapitalmäßig verbundene Prinzregentenplatz-Aktiengesellschaft. Diese hatte in den Jahren 1899/1900 das Gelände im Bereich des projektierten Platzes erworben und bis zur Bebauungsreife vorbereitet. Durch den Bau des Prinzregententheaters wurde - ähnlich dem Theater am Gärtnerplatz - eine Aufwertung der benachbarten Wohnbaugründe angestrebt. Dennoch zeigt das Verständnis von Bauherren und Architekten für eine aufwendigere baukünstlerische Gestaltung, dass man das von Theodor Fischer vorgezeichnete städtebauliche Potential zu nutzen verstand: So z. B. mit der Fassade des Hauses Prinzregentenplatz 23, dessen Hauptrisalit mit Kuppelbekrönung noch heute der ganzen Prinzregentenstraße bis zum Friedensengel als Blickfang dient. In ihrem letzten Abschnitt zwischen Prinzregentenplatz und Leuchtenbergring ist die Prinzregentenstraße moderne Wohnstraße, architektonisch angereichert durch die kath. Pfarrkirche St. Gabriel, einen Rohbacksteinbau von 1925/26 von den Architekten Eduard Herbert und Otho Orlando Kurz. Als Kulturbau zu nennen ist noch die Stuckvilla und deren Atelierhaus aus dem Jahre 1897/98 bzw. 1913/14 im Stile eines neuklassizistischen Jugendstils. Bei dem Ensemble Prinzregentenstraße links und rechts der Isar handelt es sich insgesamt um einen Straßenzug, der nicht als statisches Bild beschrieben werden kann, sondern der im Bewegungsablauf erfahren werden muss, was für den malerischen Städtebau des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in besonderem Maße charakteristisch ist. Die Sequenz der beim Durchfahren wechselnden Bilder besteht aus verschiedenen Elementen: aus dem achsialen Blickbezug zwischen Prinz-Karl-Palais und Friedensengel, aus der Erweiterung im Museumsforum, aus dem Flussübergang, aus dem Anstieg am Isarhang, aus dem Durchqueren der Grünzone im Bereich von Isaranlagen und Villengebiet an der Möhl-/Maria-Theresia-Straße, aus der verengten Kreuzung an der Ismaninger Straße mit dem Übergang zwischen zwei Baustaffeln, aus der Weitung zum Prinzregentenplatz hin, aus dem Prinzregentenplatz mit seiner asymmetrischen Anlage mit Verteilerfunktion, aus der Wohnstraße. Im Bereich des Prinz-Karl-Palais ist das Ensemble durch die Anlage des Altstadt-Rings mit Untertunnelung und durch den Bau der Obersten Baubehörde empfindlich gestört.

Aktennummer E-1-62-000-54

Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.

Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)

Nachbarschaft (Zensus 2022)

Werte für die 100 × 100 m große Rasterzelle, in der diese Adresse liegt. Fehlende Werte hält das Statistische Bundesamt aus Datenschutzgründen zurück.

Nettokaltmiete Ø
10,97 €/m²
Einwohner
254
Wohnungen
97
Eigentümerquote
18,8 %
Wohnfläche Ø
94 m²
Durchschnittsalter
42,7 Jahre
Anteil ab 65
20,5 %
Gebäude vor 1949
100 %
Häufigste Heizung
Fernwärme

© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0

Wikipedia · 3

Mietshaus

Mietshaus

Mietshaus

Wikidata (CC0) / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Von Bürger:innen beigetragene Quellen

Noch keine eingereichten Quellen. Kennst du eine? Trag sie ein — Presse-Artikel, Architekturbüros, Bürgerinitiativen.

Melde dich an, um eigene Quellen zu dieser Adresse einzureichen.

Anmerkungen von Bürger:innen

Noch keine Anmerkungen. Ist dir etwas aufgefallen — ein Bauschild, eine Veränderung? Teile es.

Melde dich an, um eine eigene Anmerkung zu dieser Adresse zu verfassen.

Verlauf an dieser Adresse

Behandlungen im Bezirksausschuss und amtliche Bekanntmachungen der Lokalbaukommission, neueste zuerst. Ab der Veröffentlichung im Amtsblatt läuft für Nachbarn eine einmonatige Klage- bzw. Einwendungsfrist.