=== 20-26 _ B 07988_B 07988 Sommerspritzer NeuhausenNymphenburg.pdf ===
FDP-Fraktion im
Bezirksausschuss 9
Neuhausen-Nymphenburg
24. Juni 2025
„Sommerspritzer“ auch für Neuhausen-Nymphenburg
Antrag:
Der Bezirksausschuss 9 Neuhausen-Nymphenburg fordert die Landeshauptstadt
München auf, zu prüfen in wie weit Nebelduschen auf Hydranten – „Sommerspritzer“
- auch in Neuhausen-Nymphenburg eine Hitzeschutzmaßnahme sein kann.
Begründung:
In Wien werden Hydranten durch einen Aufsatz zu Sprühduschen: Der drei Meter
hoher Aufsatz mit 34 feinen Wasserdüsen sorgt für einen feinen Nebel der für
Abkühlung sorgt. Dieser Wird „Sommerspritzer“ genannt
(https://www.wien.gv.at/umwelt/cooleswien/coole-
plaetze.html#:~:text=%22Sommerspritzer%22:%20Spr%C3%BChduschen%20auf%2
0Hydranten,als%20Sieger%20der%20Umfrage%20hervor. ).
Hitze im Sommer bleibt eine wachsende Gefahr gerade in Großstädten und gerade
auch für ältere Mitbürger. Daher ist es wichtig, genug Maßnahmen zu schaffen damit
sich die Bürgerinnen und Bürger auch Abkühlung verschaffen können. Dazu zählt ein
ausreichendes Trinkwasserbrunnennetz – zu dem seit neustem ja auch der
Rotkreuzplatz gehört. Aber eben auch andere Maßnahmen wie z.B.
„Sommerspritzer“. Nachdem Wien diese Maßnahme erfolgreich einsetzt sollte
jedenfalls geprüft werden, ob diese Maßnahme auch in Neuhausen-Nymphenburg
als Hitzeschutzmaßnahme eingesetzt werden könnte.
FDP-Fraktion im BA9 Neuhausen-Nymphenburg
Initiative: Felix Meyer (Co-Sprecher) Barbara Schmitt-Walter (Co-Sprecherin)
=== 20-26 _ B 07988_B 07988 Sommerspritzer NeuhausenNymphenburg A1 zum AS.pdf ===
Telefon: 233 - 60300
Telefax: 233 - 60305
Baureferat
Gartenbau
Trinkwasserbrunnen
Sitzungsvorlage Nr. 14-20 / V 12133
Beschluss des Bauausschusses vom 09.10.2018 (SB)
Öffentliche Sitzung
I. Vortrag der Referentin
Mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 01.07.2015 (Sitzungsvorlage
■ Nr. 14-20 / V 02428) wurde das Baureferat beauftragt, im Rahmen eines Modellversuches
für zwei Jahre einen öffentlichen Trinkbrunnen am Rindermarkt einzurichten und zu
betreiben.
Über zwei Jahre hinweg sollten dann der Aufwand, die Funktionalität und die Akzeptanz
des Trinkbrunnens evaluiert und auf dieser Grundlage ggf. eine mit Kosten,
Personalbedarf bzw. Betreiberkonzept hinterlegte Planung für die stufenweise Ergänzung
von neuen Trinkwasserbrunnen an Münchner Plätzen und Fußgängerzonen dem Stadtrat
zur Entscheidung vorgelegt werden.
Der Modellversuch fand in der Saison 2016 sowie 2017 statt. Die Ergebnisse der
Evaluierung und Vorschläge zum weiteren Vorgehen werden hiermit vorgelegt.
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1. Evaluierungsergebnis Modellversuch
Rahmenbedingungen
Der Trinkbrunnentypus, welcher für den Modellversuch eingesetzt wurde, ebenso wie
der Standort, Rindermarkt / Ecke Pettenbeckstraße, haben sich bewährt.
Der Brunnen besteht aus einer 120 cm hohen, mit Eisenglimmer beschichteten Stele.
Über einen Druckknopf wird ein Wasserstrahl ausgelöst. Das Wasser versickert in einem
Ablauf am Boden vor dem Brünnenkorpus, welcher mit einem gusseisernen Rost
abgedeckt ist. Der Brunnen ist robust und gestalterisch hochwertig. Die Auswahl des
Testbrunnens wurde mit dem Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt München
abgestimmt.
Für die Errichtung des Brunnens mussten ein Fundament gesetzt und eine Verbindung
zur nächstgelegenen öffentlichen Wasserleitung geschaffen werden. In diesem Fall
war eine ca. 36 Meter lange Wasserzuleitung zu verlegen. Außerdem wurde eine
Stromverbindung hergestellt. Die Anschlüsse erfolgten in der bereits vorhandenen -
Brunnenstube des Rindermarktbrunnens. Ein eigener Zähler- bzw. sogenannter
Übergabeschacht konnte so gespart werden. Des Weiteren musste der Ablauf an
den Abwasserkanal angeschlossen werden.
Im Vorfeld der Beschlussfassung zum Modellversuch wurde mit dem Referat für
Gesundheit und Umwelt (RGU) abgestimmt, dass bestehende und geeignete mit
Frischwasser gespeiste Brunnen zweimal im Jahr beprobt, mikrobiologisch untersucht und
wöchentlich inspiziert werden müssten, falls sie als Trinkbrunnen angeboten werden
würden. Bei dem im Modellversuch am Rindermarkt betriebenen Trinkbrunnen hat sich
zusätzlich zu zwei wöchentlichen Inspektionen nun auch eine wöchentliche Beprobung
des Wassers als notwendig erwiesen:
Bei Aufstellung des Brunnens im Mai 2016 wurde der Brunnen umzäunt und in den ersten
Wochen ein Probebetrieb ohne Publikumsverkehr durchgeführt. Dabei wurde das Wasser
durch ein akkreditiertes Institut täglich auf seine mikrobiologische und chemische Qualität
überprüft. Es stellte sich heraus, dass bei warmen Temperaturen und geringem
Wasserverbrauch sowohl mikrobiologische als auch chemische Grenzwerte überschritten
wurden. Daraufhin erfolgte eine sukzessive Modifizierung des Trinkbrunnens, z. B. wurde
eine Zwangsspülung nachgerüstet. Mittels eines Temperaturfühlers wird die Temperatur
im Inneren des Brunnenkorpus gemessen. Ab 18 Grad Celsius oder wenn zwischen den
Wasserentnahmen zu lange Zeitintervalle lagen wurde die gesamte Wasserzuleitung zum
Trinkbrunnen über ein elektrisches Ventilsystem periodisch gespült. Somit konnte
erwärmtes und stagnierendes Wasser im Leitungssystem vermieden werden. Dies führte
zum Erfolg. Der Brunnen konnte so ab August 2016 der Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt werden.
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Der Brunnen wurde während der gesamten Betriebszeit dreimal wöchentlich inspiziert und
gereinigt und es wurden in wöchentlichem Turnus Wasserbeprobungen durchgeführt.
Die Auswertung der mikrobiologischen und chemischen Laborergebnisse erfolgte durch
das RGU. Dabei wurde bei einer Messung im Juni 2017 eine deutliche Überschreitung
der Grenzwerte sogenannter coliformer Keime festgestellt. Das RGU als zuständiges
Gesundheitsamt wurde informiert und ordnete sofortige Nachkontrollen an. Nach
Reinigung der Armaturen und Spülung des Leitungssystems waren keine Auffälligkeiten
mehr zu beobachten. Bei Probenentnahmen an der Übergabestelle zum Trinkwassernetz
der Stadtwerke München GmbH (SWM) wurden keine Kontaminationen festgestellt.
Es ist daher davon auszugehen, dass eine äußerliche Verunreinigung der Armaturen die
Ursache für die erhöhte Keimbelastung des Wassers war. Hierfür spricht auch, dass eine
erhöhte Anzahl coliformer Keime, jedoch unterhalb des Grenzwertes, nochmals im August
2017 festgestellt wurde, nach Reinigung der Armaturen die Nachkontrollen jedoch wieder
gute Ergebnisse ergaben.
Vor diesem Hintergrund und da äußere Verunreinigungen der Armatur des
Trinkwasserbrunnens im Rahmen des Betriebes nicht ausgeschlossen werden können,
werden in Abstimmung mit dem RGU zukünftig pro Woche eine zweimalige Inspektion
des Trinkwasserbrunnens mit mindestens einmaliger Reinigung sowie eine wöchentliche
labortechnische Beprobung des Wassers empfohlen. Die Wasserbeprobungen sind durch
ein zertifiziertes Institut durchzuführen. Bei Grenzwertüberschreitungen ist umgehend
das zuständige RGU zu befassen.
Nutzung und Zufriedenheit
Als Rückmeldung einer Vertreterin des Behindertenbeirates wurde nach Test in der Praxis
empfohlen, die Wasserarmatur doch zukünftig statt auf 110 cm auf 95 cm Höhe
anzubringen.
Bezüglich der notwendigen zu verbauenden Technik für die Spülanlage sollte der Korpus
des Trinkbrunnens zukünftig geringfügig breiter sein. Optimal wäre eine Breite von 35 cm,
welche die typische Münchner Gehwegplatte aufweist. Ohne aufwendige
Anpassungsarbeiten des Bodenbelages könnte der Einbau auf diese Weise erfolgen.
Ebenso sollte auch das Abflussgitter an das bestehende Plattenraster angepasst werden.
Der Testbrunnen war zusätzlich mit einer Betätigungssensorik ausgestattet, um für die
Evaluierung die Nutzungsfrequenz erfassen zu können. Die Sensorik war in der Lage,
zwischen einer Betätigung der Brunnenarmatur und einer Spülung zu unterscheiden.
Im Betrachtungszeitraum zwischen Mai 2017 und Oktober 2017 wurden durchschnittlich
450 Betätigungen pro Tag aufgezeichnet. Der Wasserverbrauch in diesem Zeitraum
betrug 146 m', davon 36 m‘ für die notwendigen Spülungen. Nach den aktuellen Preisen
haben sich so Kosten in Höhe von rund 450 Euro ergeben.
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Es wurde auch eine Vor-Ort-Befragung während der Testphase durchgeführt. Dabei
wurden in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 1.500 Personen, insgesamt 3000, durch ein
professionelles Umfrageinstitut interviewt. Die Befragung fand unmittelbar in der Nähe des
Trinkbrunnens am Rindermarkt / Ecke Pettenbeckstraße statt. Zusammengefasst ergab
die Befragung folgendes Ergebnis: .
• Der neue Trinkbrunnen fand bei den befragten Bürgerinnen und Bürgern schon
im ersten Jahr seines Betriebs eine sehr hohe Akzeptanz. Nahezu alle Befragten
(97 %) begrüßen die Bereitstellung von öffentlichen Trinkbrunnen in der Stadt
München. Bei denjenigen, die den Brunnen bereits genutzt haben, sind es sogar
100 %. Allerdings hatten die Befragten keine Kenntnis der laufenden Kosten
dieses Angebotes.
• 24 % aller Befragten haben den Brunnen bereits benutzt. Diese Nutzungsquote
liegt angesichts der hoch vergleichsweise kurzen Betriebszeit des Trinkbrunnens
(und der wenigen wirklich heißen Wetterphasen in den beiden
Erhebungszeiträumen 2016 und 2017) in einem erwartbaren Rahmen. Sechs von
zehn Nutzer innen haben sich an dem Brunnen bisher ein- bis zweimal mit
frischem Wasser versorgt, die verbleibenden 40 % bereits dreimal oder öfter.
Bei den befragten Münchner innen liegt der Anteil der Trinkbrunnennutzer innen
deutlich höher als bei denjenigen, die nicht aus München kommen. Die
Altersgruppe mit der höchsten Nutzungsquote sind die 41- bis 65-Jährigen.
• Für zwei Drittel (66 %) der Nutzer innen war das Trinken in 2016 komfortabel.
34 % waren mit dem Komfort beim Trinken nicht zufrieden. Mit zunehmendem
Alter nimmt die Unzufriedenheit zu. Die Altersgruppe der über 65-Jährigen ist am
kritischsten. Moniert wurde, dass der auf Knopfdruck austretende Wasserstrahl
zu stark bzw. unkontrolliert ist und so das Wasser beim Aufprall auf das Gitter am
Boden hoch- und in alle Richtungen spritzt. Es sei schwierig, den Trinkbrunnen
zu bedienen, ohne sich Schuhe und Beine nass zu machen. Aufgrund solcher
Rückmeldungen während der Befragung im Jahr 2016 wurde der Wasserstrahl
für die Saison 2017 gedrosselt. Eine positive Wirkung dieser Maßnahme zeigt
■ sich unmittelbar in den Befragungsergebnissen. Vergleicht man die Ergebnisse
von 2016 und 2017, so ist die Zufriedenheit mit dem Komfort beim Trinken
deutlich gestiegen. Der Anteil derer, die das Trinken als nicht komfortabel
bewerten, hat sich von 34 % auf 15 % mehr als halbiert. Damit sind 85 % mit
dem Komfort beim Trinken zufrieden.
• Alle Befragten sollten auch den Hygienezustand des Trinkbrunnens einschätzen,
unabhängig davon, ob sie ihn schon genutzt hatten. Eine deutliche Mehrheit
(84 %) attestierte dem Brunnen einen guten Hygienezustand.
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• 94 % der befragten Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Trinkbrunnen
in der Stadt. Darin kommt nicht nur die hohe Akzeptanz öffentlicher Trinkbrunnen
zum Ausdruck, sondern gleichzeitig und vor allem der Wunsch nach einem
dauerhaften Angebot öffentlicher Trinkbrunnen an verschiedenen Standorten
im Stadtgebiet.
• Von den Befragten, die sich mehr Trinkbrunnen in der Stadt wünschen (89 %),
beantworten 82 % auch die offene Frage nach bevorzugten Standorten.
Fasst man die Antworten nach Kategorien zusammen, so ist eine deutliche
Konzentration auf Standorte in der Innenstadt festzustellen. Die Orte, die der
Innenstadt bzw. „dem Zentrum“ zugeordnet werden können, machen 70 % aller
Nennungen aus. Unter den der Innenstadt zuordenbaren Standorten wird die
zentrale Fußgängerzone mit den Plätzen an den jeweiligen Endpunkten am
häufigsten genannt (37 % aller Nennungen). Die meisten Einzelnennungen
entfallen auf Karlsplatz / Stachus , Marienplatz und die hier zusammengefassten
Bereiche „Odeonsplatz, Feldherrnhalle, Theatinerstraße, Marienhof und
„Sendlinger-Tar-Platz, Sendlinger Straße“.
2. Kosten für die Errichtung und den Betrieb von Trinkbrunnen
Im Zuge des Modellversuchs a...