Sanierung der vollautomatischen Anwohnergarage Donnersbergerstraße 1. Genehmigung für Projekt mit Finanzierung aus Stellplatzablösemitteln 2. Anmeldung der Maßnahme des Mehrjahresinvestitionsprogramms 2026 – 2031 bei Unterabschnitt 8310
=== 20-26 _ V 19653_V 19653 Anwohnergarage Donnersbergerstrasse BE.pdf ===
[
LHM-offen
]
Telefon: 0 233-792370 Mobilitätsreferat
Strategie
MOR-GB1
Sanierung der vollautomatischen Anwohnergarage Donnersbergerstraße
1. Genehmigung für Projekt mit Finanzierung aus Stellplatzablösemitteln
2. Anmeldung der Maßnahme des Mehrjahresinvestitionsprogramms 2026 – 2031 bei
Unterabschnitt 8310
Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 19653
Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 29.04.2026
Öffentliche Sitzung
Kurzübersicht
zum beiliegenden Beschluss
Anlass Die Anwohnergarage Donnersbergerstraße wird seit Eröffnung im
Jahr 2006 über die P+R Park & Ride GmbH mit einem
Fullservicevertrag (externer Dienstleister) betrieben. Dieser endet
Mitte des Jahres 2026. Aufgrund der bisherigen Betriebsdauer
der Anwohnergarage und kürzlich festgestellter Schäden an
Bauteilen u. a. an den Parkpaletten ist nach Auslaufen des
Fullservicevertrags unmittelbar anschließend eine Sanierung der
vollautomatischen Anwohnergarage Donnersbergerstraße
erforderlich. Ohne die Durchführung der Sanierung und
Abschluss eines neuen Fullservicevertrags ist der Weiterbetrieb
der Garage nicht möglich. Die Sanierung ist dringlich, um die Zeit
der Betriebsunterbrechung und des damit verbundenen
Stellplatzdefizits möglichst kurz zu halten.
Inhalt Beschlussvorlage zur technischen Grundinstandsetzung,
Modernisierung und Weiterführung des Betriebs nach Ablauf des
bisherigen Fullservicevertrags der Anwohnergarage
Donnersbergerstraße
Gesamtkosten /
Gesamterlöse
Die Kosten der Sanierung betragen investiv 8.800.000 € (brutto)
für die Jahre 2026 und 2027 und konsumtiv 5.000 € (brutto)
jährlich dauerhaft nach Beendigung der Sanierung.
Für die Finanzierung der Sanierung der Anwohnergarage liegt
eine Empfehlung der Lenkungsgruppe zur Verwendung von
Stellplatzablösemitteln mit einer Projektobergrenze von
8.800.000,00 € vor. Die Finanzierung der konsumtiven
Gesamtkosten i.H.v. 5.000 € jährlich erfolgt aus dem
Referatsbudget.
Seite 2
Klimaprüfung Eine Klimaschutzrelevanz ist gegeben: Ja, positiv. Die Errichtung
hat eine Photovoltaikanlage bzw. die Einrichtung von
Ladeinfrastruktur dienen der Förderung der Elektromobilität und
damit der Einsparung von CO2-Emissionen.
Entscheidungs-
vorschlag
• Die Sanierung der Anwohnergarage Donnersbergerstraße
durch das Baureferat wird beschlossen.
• Die Finanzierung der Sanierungskosten soll aus
Stellplatzablösemitteln erfolgen.
• Das Mehrjahresinvestitionsprogramm ist anzupassen.
Gesucht werden kann
im RIS auch unter
Anwohnergarage Donnersbergerstraße; Sanierung;
Anwohnerparken
Ortsangabe • Stadtgebiet
• Neuhausen-Nymphenburg
• Donnersbergerstraße (zwischen Arnulfstraße und
Wilderich-Lang-Straße)
Seite 3
Telefon: 0 233-792370 Mobilitätsreferat
Strategie
MOR-GB1
Sanierung der vollautomatischen Anwohnergarage Donnersbergerstraße
1. Genehmigung für Projekt mit Finanzierung aus Stellplatzablösemitteln
2. Anmeldung der Maßnahme des Mehrjahresinvestitionsprogramms 2026 – 2031 bei
Unterabschnitt 8310
Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 19653
2 Anlagen
Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 29.04.2026
Öffentliche Sitzung
Inhaltsverzeichnis Seite
I. Vortrag des Referenten ..................................................................................................... 4
1. Anlass ...................................................................................................................... 4
2. Ausgangslage .......................................................................................................... 4
3. Aktuelle Herausforderungen..................................................................................... 7
4. Konkrete Sanierungsmaßnahmen............................................................................ 8
5. Verkehrsfachliche Bewertung und (Teil-)kompensation............................................ 8
6. Entscheidungsvorschlag .......................................................................................... 9
7. Darstellung der Aufwendungen und der Finanzierung............................................ 10
8. Klimaprüfung.......................................................................................................... 12
9. Abstimmung mit den Querschnitts- und Fachreferaten........................................... 12
II. Antrag des Referenten .................................................................................................... 14
III. Beschluss........................................................................................................................ 15
Seite 4
I. Vortrag des Referenten
1. Anlass
2006 wurde mit der Anwohnergarage Donnersberger Straße mit aktuell 284 Stellplätzen
die erste Anwohnergarage mit vollautomatischem Parksystem in München errichtet.
Kernstück dieses damals neuartigen vollautomatischen Parksystems war die Verpflichtung
des Herstellers für die Dauer von 20 Jahren mit einem Fullservicevertrag die technische
Betriebsbereitschaft sicherzustellen.
Aufgrund der mittlerweile 20-jährigen Betriebsdauer und dem bevorstehenden Auslaufen
des Fullservicevertrags wurde seitens des Baureferats im Zuge der routinemäßigen
Bauwerksprüfungen und zusätzlichen Untersuchungen im Dezember 2025 der
Sanierungsbedarf ermittelt. Der Fullservicevertrag endet Mitte 2026. Aufgrund der
veralteten Technik und festgestellter Schäden ist unmittelbar im Anschluss eine Sanierung
erforderlich. Ohne diese ist ein Weiterbetrieb nicht möglich
Die beteiligten Referate in der Lenkungsgruppe „Verwendung von Stellplatzablösemitteln“
(Mobilitätsreferat, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Kommunalreferat, Referat
für Arbeit und Wirtschaft, Stadtkämmerei, Baureferat) hatten der Maßnahme auf
Grundlage der Voruntersuchungen in der 97. Sitzung vom 06.02.2026 zugestimmt.
Das geplante Budgetvolumen wurde mit 8.800.000 € (brutto) veranschlagt. Da die zu
erwartenden Gesamtkosten der Sanierung ein Kostenvolumen von 1. Mio € übersteigen,
ist der Stadtrat zu befassen.
Die Anwohnergarage Donnersbergerstraße ist aktuell vermögensrechtlich dem
Buchungskreis des Mobilitätsreferats zugeordnet.
Das Mobilitätsreferat hat verkehrsfachliche Kompetenzen im Bereich der Planung, der
Ordnung und der Steuerung des Verkehrs, nicht aber im Bereich der Bautechnik oder der
Liegenschaftsverwaltung.
Daher wird das Baureferat dankenswerterweise die Maßnahme begleiten und sämtliche
notwendigen weiteren Schritte für die Sanierung eigenverantwortlich veranlassen und die
Rolle des technischen Dienstleisters übernehmen.
Zudem übernimmt das Kommunalreferat dankenswerterweise dienstleistend die
Vermieterrolle für das Mobilitätsreferat.
Eine zeitnahe Beschlussfassung ist dringlich, um die Sanierung unmittelbar nach Auslauf
des Fullservicevertrages beginnen zu können und damit die Zeit, in welcher sich die
Kund*innen wegen der damit einhergehenden Betriebsunterbrechung Stellplätze
außerhalb der Garage suchen müssen, möglichst kurz zu halten.
2. Ausgangslage
2.1 Eigenschaften des Bauwerks
Die automatische Anwohnertiefgarage Donnersbergerstraße mit 284 Pkw-Stellplätzen
wurde seinerzeit durch das Baureferat als singuläres Bauwerk unterhalb einer öffentlichen
Straße als Pilotprojekt für die Lösung der örtlichen Anwohner-Parkprobleme errichtet und
2006 in Betrieb genommen.
Sie besteht aus zwei autonomen Anlagenteilen, die jeweils als Parkregal mit Paletten und
Seite 5
je zwei Übergabekabinen an der Oberfläche ausgeführt sind. Über vier Boxen an der
Straßenoberfläche können die Fahrzeuge ein- und ausgeparkt werden. Die
Anwohnergarage wurde mit einer Länge von ca. 117, 0 m und einer Breite von ca. 11, 8 m
hergestellt. Mit den möglichen Abmessungen des Baukörpers zwischen der
Bestandsbebauung waren auch wesentliche Vorgaben für die Parksystemplanung
gesetzt.
Die Anwohnergarage Donnersbergerstraße befindet sich im Stadtbezirk 9 Neuhausen-
Nymphenburg, nahe der Grenze zu den Stadtbezirken 25 Laim, 8 Schwanthaler Höhe und
3 Maxvorstadt.
Als wegweisend für die weitere Entwicklung erwiesen sich zwei Festlegungen in dem
seinerzeit vom Baureferat durchgeführten Ausschreibungsverfahren:
• Dies war zunächst die Vorgabe an die anbietenden Unternehmen, die
Funktionsfähigkeit für die Dauer von 20 Jahren durch einen Fullservicevertrag zu
garantieren. Die dadurch sichergestellte hohe Qualität der Bauausführung und der
Instandhaltung der technischen Gewerke sicherten die bisherige
Funktionstüchtigkeit und bilden die Grundlage für eine darauf aufbauende
nachhaltige Instandsetzung.
• Ebenso vorausschauend waren die im Bauwerk realisierten einparkfähigen
Fahrzeugabmessungen, die trotz des zwischenzeitlichen Größenwachstums der
Fahrzeuge den heute gültigen Anforderungen entsprechen.
Besonderer Wert wurde auf ein umfassendes Störfallmanagement gelegt.
Parksystemseitig war dies die Verpflichtung des Full-Service-Unternehmens bei
Störungen an der Anlagentechnik innerhalb definierter Eintreffzeiten die
Störungsbeseitigung zu übernehmen, ergänzt durch eine Mobilitätsgarantie bei
Überschreitung definierter Störzeiten.
Ergänzt wurde dieses betreiberseitig durch den Anschluss der Anwohnergarage an die
24/7 Leitstelle der P+R Park & Ride GmbH und die Integration in das Einsatzkonzept des
technischen Außendienstes der Gesellschaft.
Damit wurde eine neue Qualität für die Lösung der Anwohner-Parkprobleme realisiert, die
wie folgt beschrieben werden kann:
• Vorbildliche Funktionstüchtigkeit des Parksystems
• Städtebauliches Erscheinungsbild
• Eignung für alle relevanten Personengruppen
• Benutzerfreundlichkeit mit einer durchgängig intuitiven Nutzerführung
• Höchstmaß an subjektiver und objektiver Sicherheit
• Umweltfreundlichkeit, durch einen günstigen spezifischen Energieverbrauch und
durch einen niedrigen primären und sekundären Schalldruckpegel
• Verkehrlichen Funktionalität bei zweckmäßiger Systemlogistik und im schonenden
Handling der einzuparkenden Fahrzeuge. Die Übergabekabinen wurden
entsprechend den Hauptverkehrsrichtungen auf der östlichen Straßenseite
angeordnet. Ihre durchfahrende Nutzung gestattet das Ein- und Ausparken
vorwärts, ohne dass Drehvorrichtungen notwendig sind.
Der Erfolg des Projekts zeigt sich daran, dass seit dem Jahr 2008 Vollauslastung zu
verzeichnen ist. Für diese unbestritten hohe Qualität dieses KFZ-Stellplatzangebots wurde
und wird allerdings ein vergleichsweise hoher Preis bezahlt.
Seite 6
2.2 Bedeutung des Fullservicevertrags
Ein wesentlicher Faktor für den 20-jährigen erfolgreichen Betrieb der Anwohnergarage ist
der sog. Fullservicevertrag, bei dem der Parksystemhersteller alle Inspektionen,
Wartungen und Reparaturen einschließlich Störfallmanagement zu einem dynamisierten
Fixpreis ausführt.
Der Vertrag sichert damit technisch die Aufrechterhaltung der dauerhaften
Betriebsfähigkeit der Anlage und minimiert durch die Pauschalierung der Kosten sowohl
auf Seiten des Parksystemherstellers als auch auf Seiten der LH München und der P+R
Park & Ride GmbH als Pächterin das wirtschaftliche Betriebsrisiko.
Aus Sicht der Betreiberin hat sich der Fullserviceertrag in den letzten 20 Jahren sehr
bewährt. Er ist daher für den Weiterbetrieb der Garage aufgrund der erfahrungsgemäß
erhöhten und schwer kalkulierbaren Störanfälligkeit eines automatischen Parksystems aus
technischer und zur Kostenkontrolle aus wirtschaftlicher Sicht zwingend fortzusetzen.
Andernfalls müsste der Betrieb mangels technischer Anlagenbetreuung mit Auslaufen des
aktuellen Vertrags zum 18.06.2026 eingestellt werden und sämtliche Stellplatzverträge mit
den Anwohnenden beendet werden.
Die Stellplätze der Garage sind ganzjährig seit dem Jahr 2008 durchgehend an
umliegende Anwohner*innen voll vermietet, wobei die Kapazitäten sogar noch mittels
eines Stellplatz-Sharings auf über 300 abgeschlossene Mietverträge erhöht wurde und im
Zuge der anstehenden Modernisierung der Anlagentechnik weiter optimiert werden
können.
Die Wartezeit für die Anmietung eines Stellplatzes beträgt aktuell 12 Monate mit
steigender Tendenz.
2.3...