=== 20-26 _ B 08215_B 08215_Ein kuehler Ort fuer Freimann Ost oeV.pdf ===
Fraktion
Bündnis 90 / Die Grünen im BA 12
Schwabing-Freimann
Schaffung von Kühlen Orten im Bezirk 12
Ein Kühler Ort für Freimann Ost
Antrag
1. Die LH München verpflichtet sich, in jedem Stadtteil möglichst wohnortnah Kühle Orte
zu schaffen, gerade auch in den äußeren Stadtteilen wie Freimann und bevorzugt dort,
wo es einen verdichteten Geschosswohnungsbau und vielbefahrene Straßen gibt.
2. Die LH München soll die Fläche des aktuellen Interimsgebäudes der Freimanner
Feuerwehr an der Freisinger Landstraße nach deren Wegzug zu einem "Kühlen Ort"
umgestalten. Dies geht mit wenig Aufwand: einige neue Baumpflanzungen, 2 - 4 Sitz-
bänke im Schatten oder mit Überdachung sowie einem Brunnen (am besten ein Trink-
wasserbrunnen) und/oder einer Versickerungsfläche. Die Planung sollte sofort beginnen,
damit die Neugestaltung direkt nach dem Auszug der Feuerwehr erfolgen kann.
Begründung
Zu 1:
In Zeiten heißer Sommer und zunehmender Hitzewellen wird individueller Schutz vor der Hitze
immer wichtiger. Viele schattige Orte verhindern auch, dass die Stadt als Ganzes weiter aufheizt.
Leute, die an Hitzetagen und in Tropennächten in der eigenen Wohnung unter der Hitze leiden
brauchen einen stets zugänglichen kühlen Ort in der Nähe. Besonders betroffen sind Ältere und
Kleinkinder, aber auch mobilitätseingeschränkte Menschen, Menschen mit geringem Einkommen,
Menschen im Geschosswohnungsbau ohne Garten, oder in Wohnungen an viel befahrenen Straßen
(wie die Freisinger Landstraße). Sie leiden besonders häufig in ihrer Wohnung unter der Hitze und
können nicht auf einen Privatgarten oder weit entfernte Parks ausweichen. Die so genannten kühlen
Orte müssen immer auch konsumfrei sein.
München hat eine Karte "Kühle Orte" entwickelt, diese sind aber in Stadtrandbereichen dünn gesät.
In Freimann-Kieferngarten ist nur ein einziger Ort angegeben, die Kirche St. Katharina v. Siena in
der Grusonsiedlung, weit entfernt von Freimann Ost. Hier besteht also Bedarf.
https://geoportal.muenchen.de/portal/kuehle_orte/
Zu 2:
In Freimann Ost gibt es trotz dicht bebauter Ortsteile keinen einzigen kühlen Ort.
Als die Freiwillige Feuerwehr umzog, wurde dem BA zugesichert, dass das Gelände nach Ende der
Zwischennutzung wieder als Grünfläche hergestellt wird. Ein Baumbestand ist vorhanden und wurde
beim Bau des Interimsgebäudes weitgehend erhalten. Eine vertiefte Stelle, in der sich Regenwasser
sammeln und versickern kann, wäre wünschenswert. Eine Aufwertung zu einem Kühlen Ort ist
einfach und kostengünstig umzusetzen. Optimal wäre eine Fertigstellung bis nächsten Sommer.
Initiative Barbara Epple, Katherine Wiesinger
=== 20-26 _ B 08215_B 08215 Ein kuehler Ort fuer Freimann Ost AS.pdf ===
U-Bahn Linien U1/U2/U7
Haltestelle Fraunhoferstraße
U-Bahn Linien U1/U2/U3/U6/U7
Haltestelle Sendlinger Tor
Straßenbahn Linien 16/17/18
Haltestelle Müllerstraße
Metrobus: Linie 52/62
Haltestelle Blumenstraße www.muenchen.de
Landeshauptstadt
München
Referat für Stadtplanung
und Bauordnung
Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Blumenstraße 28b, 80331 München
Stadtplanung
PLAN-HAII-53
Blumenstraße 28b
80331 München
Telefon:
Telefax:
Dienstgebäude:
Blumenstr. 28 b
Zimmer:
Sachbearbeitung:
plan.ha2-53@muenchen.de
An den Vorsitzenden
des Bezirksausschusses 12
Herrn Patric Wolf
Marienplatz 8
80331 München
Ihr Schreiben vom
30.09.2025
Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum
26.03.2026
Schaffung von Kühlen Orten im Bezirk 12, Ein Kühler Ort für Freimann Ost
BA-Antrags-Nr. 20-26 / B 08215 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 12 - Schwabing-
Freimann vom 30.09.2025
Sehr geehrter Herr Wolf,
Sehr geehrte Damen und Herren,
der o. g. Antrag des Stadtbezirkes 12 - Schwabing - Freimann wurde dem Referat für
Stadtplanung und Bauordnung zur Bearbeitung zugeleitet.
In Ihrem Antrag schrieben Sie:
„Die LH München verpflichtet sich, in jedem Stadtteil möglichst wohnortnah Kühle Orte zu
schaffen, gerade auch in den äußeren Stadtteilen wie Freimann und bevorzugt dort, wo es
einen verdichteten Geschosswohnungsbau und vielbefahrene Straßen gibt.“
Als Begründung führten Sie Folgendes an:
„In Zeiten heißer Sommer und zunehmender Hitzewellen wird individueller Schutz vor der
Hitze immer wichtiger. Viele schattige Orte verhindern auch, dass die Stadt als Ganzes weiter
aufheizt.
Leute, die an Hitzetagen und in Tropennächten in der eigenen Wohnung unter der Hitze leiden
brauchen einen stets zugänglichen kühlen Ort in der Nähe. Besonders betroffen sind Ältere
und Kleinkinder, aber auch mobilitätseingeschränkte Menschen, Menschen mit geringem
Einkommen, Menschen im Geschosswohnungsbau ohne Garten, oder in Wohnungen an viel
befahrenen Straßen (wie die Freisinger Landstraße). Sie leiden besonders häufig in ihrer
Wohnung unter der Hitze und können nicht auf einen Privatgarten oder weit entfernte Parks
ausweichen. Die so genannten kühlen Orte müssen immer auch konsumfrei sein.
München hat eine Karte "Kühle Orte" entwickelt, diese sind aber in Stadtrandbereichen dünn
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gesät. In Freimann-Kieferngarten ist nur ein einziger Ort angegeben, die Kirche St. Katharina
v. Siena in der Grusonsiedlung, weit entfernt von Freimann Ost. Hier besteht also Bedarf.
https://geoportal.muenchen.de/portal/kuehle_orte/“
In Übereinstimmung mit den anderen Fachreferaten und unter Berücksichtigung der
einschlägigen Stadtratsbeschlüssen beantwortet das Referat für Stadtplanung und
Bauordnung Ihren Antrag wie folgt:
Die im Antrag erwähnte interaktive „Karte der kühlen Orte in München“ des
Gesundheitsreferats in Kooperation mit dem Kommunalreferat Geodatenservice zeigt im
Bestand kühle Orte in Parkanlagen und Grünflächen, die Münchner Badeseen, sowie öffentlich
zugängliche kühle Innenräume, wie Kirchen. Zudem zeigt sie die für in Hitzephasen wichtigen
öffentlichen Trinkwasserbrunnen und Toilettenanlagen mit Trinkwasserspendern. Die Karte ist
nicht abschließend.
Der Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann umfasst mehrere großflächige Grün- und Freiflächen
mit hoher bis sehr hoher bioklimatischer Bedeutung gemäß Klimafunktionskarte der LHM von
2014, wie zum Beispiel den Englischen Garten, Teile der Fröttmaninger Heide oder den
Nordfriedhof. Zudem werden in der „Karte der kühlen Orte in München“ für die Quartiere
relevante Grün- und Freiflächen dargestellt. Sie weisen eine lokal sehr hohe bioklimatische
Bedeutung auf und leisten einen wesentlichen Beitrag für die Aufenthaltsqualität vor Ort.
In dem Beschluss „München bleibt cool III – Hitzeschutzaktivitäten des Gesundheitsreferats“
(Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 18525 vom 20.10.2021) wird die seit Sommer 2024 bestehende
Hitzekarte für die Saison 2025 ausgewertet und zudem darüber informiert, dass es sich bei der
Karte um ein sich entwickelndes Werkzeug handelt, in dem weitere kühle Orte regelmäßig
ergänzt werden sollen.
Die Herausforderungen des Klimawandels sind in den Planungsprozessen der
Landeshauptstadt München (LHM) von großer Bedeutung. Um diesen gerecht zu werden,
müssen Grün- und Freiräume besonderen funktionalen und qualitativen Anforderungen
entsprechen und trotz extremer Wetterereignisse eine positive mikroklimatische Wirksamkeit
entfalten. Wetterextreme wie Starkregen, anhaltende Hitze- und Trockenperioden und deren
Folgen wirken sich unmittelbar auf die Stadt und deren Bewohner*innen aus.
Durch die frühzeitige, referatsübergreifende Integration von Klimaanpassung in formelle und
informelle Planungsprozesse auf verschiedenen Maßstabsebenen gemäß den städtischen
Zielen werden wichtige Strukturen geschaffen, um negative Auswirkungen des Klimawandels
abzumildern. Hierbei steht auch die Aufenthaltsqualität im Fokus, die durch konkrete Bau- und
Gestaltungsmaßnahmen vor Ort unterstützt wird.
Ein wichtiges Mittel zur Hitzeregulation im öffentlichen Raum stellt die blau-grüne Infrastruktur
dar. Über die Verdunstungskühlung, Kaltluftproduktion und Verschattung von unversiegelten
und versickerungsfähigen Grün- und Freiflächen, sowie Baumstandorten wird die
mikroklimatische Situation an Hitzetagen verbessert und wohnortsnah kühle Orte geschaffen.
Über Planungsinstrumente wie den Flächennutzungsplan mit integrierter Landschaftsplanung
oder das Stadtentwicklungskonzept STEP 2024 (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 10661
PERSPEKTIVE MÜNCHEN Entwurf des Stadtentwicklungsplans STEP 2024 (bisher: STEP
2040) „München – Stadt im Gleichgewicht“ vom 02.10.2024) können auf
Stadtentwicklungsebene klimatisch relevante Planungshinweise gegeben werden. Dies
beinhaltet u.a. die Freihaltung wichtiger Durchlüftungsachsen oder den Erhalt bzw. die
Entwicklung von Grün- und Freiflächen (Strategische Leitlinien [D7], Fachleitlinien [LLF, HF2,
Leitprojekte 1, 2, 3], Stadtentwicklungsplan [Karten zu Freiraum und Klimaanpassung:
Freiraumquartierskonzepte und Reduktion der Hitzebelastung]).
Maßnahmen zur Hitzevorsorge werden auf gesamtstädtischer Ebene im Rahmen des
Klimaanpassungskonzepts bereits seit Jahren durchgeführt. Die Stadt München hat bereits
seit 2016 ein Maßnahmenkonzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die
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Fortschreibung des Klimaanpassungskonzepts I wurde 2022 vom Stadtrat beschlossen und
umfasst ein Maßnahmenpakt von 29 Maßnahmen.
Um kühle Orte wohnortsnah zu entwickeln und zu erhalten, werden auf der maßstäblichen
Ebene der Stadtplanung bzw. der Entwicklung neuer Quartiere insbesondere durch die
Umsetzung des sogenannten „Klimafahrplans“ als Prozessinstrument die klimatischen
Anforderungen in sämtliche Planungsabläufe der Bebauungsplanung integriert und als
wichtiger Abwägungsbelang fortlaufend mitberücksichtigt (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 03873
„Klimaneutrales München bis 2035 - Ziele und Umsetzungsstrategie des Referats für
Stadtplanung und Bauordnung“ vom 20.10.2021).
In Bebauungsplanverfahren mit integrierter Grünordnung erfolgt so bereits in den frühen
Planungsphasen eine erste Beurteilung der klimatischen Situation des Planungsumgriffs
anhand der „Ersteinschätzung zu Stadtklima und Niederschlagsmanagement“. Die
betrachteten Aspekte sind übergeordnete Durchlüftung, Kaltluftentstehung, Mikroklima sowie
Wasserhaushalt mit dem Ziel des Regenwassermanagements nach dem Schwammstadt-
prinzip (Regenwasserrückhalt, Verdunstung, Versickerung, Speicherung). Falls erforderlich
werden diese Belange durch Fachgutachten gestützt. Im weiteren Verlauf der Planung werden
daraufhin erforderliche und mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen eingebracht.
Diese umfassen in den laufenden und anstehenden Planungsverfahren in allen Stadtbezirken,
so auch im BA 12, beispielsweise Maßnahmen zur Umsetzung des Schwammstadtprinzips,
zur Reduzierung von Hitze-Hotspots durch Begrünung und Entsiegelung oder zur Schaffung
einer guten bioklimatischen Aufenthaltsqualität an Stadtplätzen. Unterstützt wird dies durch
den Beschluss des Baureferats vom 23.11.2022 das Schwammstadtprinzip intensiviert in der
Gestaltung von öffentlichen Flächen zu berücksichtigen und die Möglichkeiten zur Erhöhung
der Wasserspeicherung vor Ort und für die Vegetationsbewässerung anzuwenden („Prinzipien
der Schwammstadt auf den öffentlichen Flächen umsetzen“, Sitzungsvorlage 20-26 / V
07943).
Anwendung hierbei finden hierbei insbesondere die Arbeitshilfen, Leitfäden, Steckbriefe und
Checklisten des Forschungsprojektes „Grüne Stadt der Zukunft“. Der Stadtratsbeschluss der
Landeshauptstadt München Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 12679 „Projekt "Grüne Stadt der
Zukunft II", gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung -
Projektabschluss, Ergebnisse 2022/2023 und Ausblick“ verankert die Forschungsergebnisse in
den städtischen Planungsabläufen.
Am 02.07.2025 hat der Stadtrat den Beschluss „Klimaresilientes München 2050 –
Konkretisierung der Ziele der Klimaanpassung in München“ (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V
15584) gefasst. Darin werden konkrete Ziele für ein klimaresilientes München 2030 benannt
sowie Visionen für ein klimaresilient...