Technologieoffene Wärmewende und Prüfung synthetischer Energieträger für München

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=== 26-32 _ T 002067_D.1.2_Technologieoffenheit_Waermewende.pdf === Mitglied im Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann, München An den München, den 02.06.2026 Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann z.H. des Vorsitzenden Herrn Patric Wolf BA-Geschäftsstelle Mitte, Direktorium Landeshauptstadt München Tal 13 80331 München Sitzung des BA-12 am 30.06.2026 Antrag: Technologieoffene Wärmewende und Prüfung synthetischer Energieträger für München. Der Bezirksausschuss möge beschließen: Die Landeshauptstadt München wird gebeten zu prüfen und gegenüber dem Stadtrat sowie den Stadtwerken München (SWM) darauf hinzuwirken, 1. die Wärmewende in München technologieoffen zu gestalten und sich nicht ausschließlich auf Geothermie und Fernwärme zu fokussieren, 2. inwieweit bestehende Öl- und Gasheizungen künftig auf synthetische oder klimaneutrale Energieträger – insbesondere synthetisch erzeugtes Methanol oder vergleichbare E-Fuels – umgerüstet werden können, 3. sicherzustellen, dass die existierende Infrastruktur (Gasinfrastruktur), so lange weiterverwendet und unterhalten wird, bis sichergestellt ist, das neue Energieträger bezahlbar und zuverlässig zu Verfügung stehen werden. Kein überstürzter Rückbau. 4. Pilotprojekte und Erfahrungen anderer europäischer Städte und Unternehmen im Bereich synthetischer Energieträger auszuwerten, insbesondere Projekte der Firma Silent Power sowie internationale Entwicklungen zur Methanol Nutzung im Wärmesektor, 5. die wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Vor- und Nachteile verschiedener Technologien transparent miteinander zu vergleichen, darunter: a. Geothermie, b. Fernwärme, c. Wärmepumpen, d. synthetische Kraftstoffe, e. Wasserstoff, f. Hybridlösungen, g. dezentrale Energiesysteme, 6. die offenen Fragen und Risiken im Zusammenhang mit dem geplanten massiven Ausbau der Geothermie umfassend wissenschaftlich zu bewerten, insbesondere: a. mögliche Auswirkungen induzierter Seismizität bzw. Mikroerschütterungen, b. Auswirkungen einer großflächigen Wärmeentnahme auf die langfristige Leistungsfähigkeit der geothermischen Quellen, c. die Versorgungssicherheit in Spitzenlastzeiten während kalter Wintermonate, 7. darzulegen, in welchem Umfang bestehende Geothermie Anlagen bereits heute durch fossile Energieträger oder andere Zusatzsysteme unterstützt werden müssen und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Versorgungssicherheit ergeben, 8. den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes erst nach Vorlage belastbarer Erkenntnisse zu den langfristigen technischen, wirtschaftlichen und geologischen Auswirkungen des geplanten Geothermie Ausbaus fortzuführen, 9. den langfristigen Betrieb, Unterhalt und die Versorgungssicherheit bestehender Heiz- und Gasinfrastrukturen sicherzustellen, solange die praktische Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit alternativer Systeme noch nicht abschließend nachgewiesen sind, 10. die Gesamtfinanzierung der Münchner Wärmewende transparent darzustellen, insbesondere unter Berücksichtigung der Abhängigkeit von Fördermitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Freistaats Bayern sowie möglicher finanzieller Risiken für Bürgerinnen und Bürger. Begründung: München verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Wärmewende stellt dabei eine der größten infrastrukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen dar. Derzeit konzentrieren sich die Planungen der Landeshauptstadt München und der Stadtwerke München stark auf den Ausbau von Geothermie und Fernwärme. Diese Strategie ist mit erheblichen Eingriffen, langfristigen Baustellen sowie hohen Investitionskosten verbunden. Der Ausbau des Fernwärmenetzes erfordert umfangreiche Tiefbauarbeiten, neue Leitungsnetze und zusätzliche Hausanschlüsse im gesamten Stadtgebiet. Zugleich bestehen weiterhin offene Fragen hinsichtlich der langfristigen Leistungsfähigkeit der Geothermie. Insbesondere sind die Auswirkungen großflächiger geothermischer Nutzung auf das geologische Umfeld sowie mögliche Risiken durch induzierte Seismizität bislang nicht abschließend geklärt. Ebenso stellt sich die Frage, ob die verfügbare Erdwärme langfristig stabil bleibt oder bei zunehmender Nutzung an Leistungsfähigkeit verliert. Bereits heute zeigt sich, dass einzelne bestehende Anlagen in Spitzenlastzeiten zusätzliche Energiequellen benötigen. Daraus ergeben sich Fragen zur langfristigen Versorgungssicherheit und zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit des geplanten Gesamtsystems. Gleichzeitig existiert bereits heute eine umfangreiche Infrastruktur für Gasheizungen und Gasleitungen. Statt diese vorschnell vollständig zurückzubauen, sollte geprüft werden, ob bestehende Systeme künftig mit klimaneutral erzeugten synthetischen Energieträgern weiterbetrieben werden können. Neue Technologien wie synthetisches Methanol oder andere E-Fuels könnten hierbei eine wichtige Rolle spielen. Sie bieten potenziell die Möglichkeit, bestehende Heizsysteme weiter zu nutzen und gleichzeitig CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Verschiedene Unternehmen und internationale Projekte arbeiten bereits an entsprechenden Lösungen. Der Bezirksausschuss spricht sich daher für eine technologieoffene, wirtschaftlich tragfähige und sozial ausgewogene Wärmewende aus. Bestehende Infrastruktur sollte erst dann schrittweise ersetzt oder zurückgebaut werden, wenn neue Systeme ihre praktische Effizienz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit im großflächigen Betrieb nachweislich erbracht haben. Darüber hinaus ist die Finanzierung der Wärmewende in erheblichem Umfang von öffentlichen Fördermitteln abhängig. Vor diesem Hintergrund erscheint eine transparente Darstellung der langfristigen Kosten, Förderabhängigkeiten und möglichen finanziellen Belastungen für die Allgemeinheit erforderlich. Klimaneutralität kann nur erreicht werden, wenn unterschiedliche Technologien ergebnisoffen geprüft und wirtschaftliche, technische sowie gesellschaftliche Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Hans-Peter Sertl Initiative hans-peter.sertl@afdbayern.de

Sitzungsinformationen

Bezirksausschuss

Bezirksausschuss 12 - Schwabing-Freimann

Sitzungsdatum

30.06.2026 um 19:30 Uhr

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