Schutz von Wildbienen sowie Überprüfung der Grünflächenbewirtschaftung am Frankfurter Ring

Grünfläche

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  • 26-32 _ T 002068_D.1.3_Schutz_von_Wildbienen.pdf
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=== 26-32 _ T 002068_D.1.3_Schutz_von_Wildbienen.pdf === Mitglied im Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann, München An den München, den 03.04.2026 Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann z.H. des Vorsitzenden Herrn Patric Wolf BA-Geschäftsstelle Mitte, Direktorium Landeshauptstadt München Tal 13 80331 München Sitzung des BA-12 am 30.06.2026 Antrag: Schutz von Wildbienen sowie Überprüfung der Grünflächenbewirtschaftung am Frankfurter Ring. Der Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann möge beschließen, a) die zuständigen Referate der Landeshauptstadt München werden aufgefordert zu prüfen, inwiefern die Pflege und Umgestaltung von Grünstreifen – insbesondere am Frankfurter Ring (einschließlich sonstiger betroffen Flächen) – negative Auswirkungen auf Wildbienenpopulationen hat. b) es soll untersucht werden, ob durch Bodenabtrag und Baumaßnahmen Brutstätten von Wildbienen (insbesondere im Boden abgelegte Eier und Larven) zerstört wurden. c) die derzeitige Strategie der Anlage von Blühstreifen an stark befahrenen Straßen ist kritisch zu evaluieren, insbesondere hinsichtlich: - Schadstoffbelastung von Pflanzen und deren Auswirkungen auf bestäubende Insekten, - erhöhter Mortalität durch Straßenverkehr, - Beeinträchtigung durch Vibrationen und Lärm (z. B. durch LKW-Verkehr). - Alternativ: das Gras regelmäßig kurz mähen, damit keine Bienen angelockt werden. d) Alternativkonzepte zur Grünflächengestaltung sollen geprüft werden, das nicht nur am Frankfurter Ring, sondern auch an anderen verkehrsnahen Flächen, insbesondere: - Einsatz von bodendeckenden, pflegearmen Pflanzen ohne starke Anlockwirkung auf Bienen, - Reduktion des Mähaufwands durch geeignete Bepflanzung, - mögliche Automatisierung der Bewässerung zur Sicherstellung eines konstanten Grünbildes. e) der BA12 spricht sich dafür aus, Blühflächen gezielt an ökologisch geeigneten und weniger belasteten Standorten zu fördern, anstatt entlang hochfrequentierter Verkehrsachsen. Begründung: Am Frankfurter Ring wurde im Zuge von Maßnahmen zur Höhenanpassung Erde vom Grünstreifen abgetragen. Dabei ist davon auszugehen, dass auch im Boden befindliche Gelege von Wildbienen zerstört wurden. Diese Eingriffe stehen im Widerspruch zu dem Ziel, den Schutz von Bestäubern in der Stadt zu fördern. Bereits am 27.04.2021 wurde im Rahmen eines Antrags (Bündnis 90/Die Grünen) das Leitbild einer „blühenden Stadt“ formuliert. In der Folge wurden an verschiedenen Standorten Blühflächen etabliert. Auch wenn der Frankfurter Ring ursprünglich nicht explizit benannt war, hat sich dort im Laufe der Zeit eine vergleichbare Situation entwickelt: Blühende Pflanzen zogen Bienen an, die dort Nektar sammelten. Allerdings ist die Eignung solcher Flächen an stark befahrenen Straßen kritisch zu hinterfragen: Schadstoffbelastung: Pflanzen entlang stark befahrener Straßen sind erheblichen Emissionen ausgesetzt. Diese können in den Nektar übergehen und somit auch Bestäuber sowie daraus gewonnene Produkte (z. B. Honig) belasten. Verkehrsrisiko: Bienen bewegen sich deutlich langsamer als Kraftfahrzeuge und sind daher einem erhöhten Risiko ausgesetzt, durch vorbeifahrende Fahrzeuge getötet zu werden. Vibration und Störung: Wildbienen reagieren sensibel auf Erschütterungen. Dauerhafte Vibrationen, insbesondere durch Schwerlastverkehr, können dazu führen, dass geeignete Brutplätze gemieden werden. Vor diesen Hintergründen erscheint es fraglich, ob Blühstreifen an solchen Standorten tatsächlich einen positiven Beitrag zum Artenschutz leisten. Ein im Jahr 2025 eingereichtes Konzept zur differenzierten Pflege solcher Flächen (Vergleichbare Fläche) wurde aus folgenden Grund als nicht umsetzbar bewertet: „Da die Arbeiten an externe Fachunternehmen vergeben werden, kann der Ausführungszeitpunkt, kapazitäts- und witterungsbedingt, nur in einem groben Rahmen festgelegt werden.“ Gleichzeitig zeigt die aktuelle Praxis (häufiges Mähen, auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen), dass erhebliche personelle Ressourcen gebunden werden. Daher sollten alternative Ansätze geprüft werden: Pflegearme, dauerhaft grüne Bodendecker könnten eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung darstellen. In Kombination mit automatisierter Bewässerung könnten so stabile und optisch ansprechende Grünflächen geschaffen werden, ohne gleichzeitig Bestäuber gezielt in belastete Bereiche zu lenken. Schlussbemerkung: Der Schutz von Wildbienen erfordert eine differenzierte Betrachtung der Standorte. Blühflächen sollten gezielt dort geschaffen werden, wo sie ökologisch sinnvoll sind. An hochbelasteten Verkehrsachsen wie dem Frankfurter Ring sind alternative Begrünungskonzepte vorzuziehen. Frankfurter Ring Erdabtrag am Grünstreifen Bild: Sertl Tramlinie zwischen Effnerplatz und St. Emmeram 2022 Für was braucht man hier ein Mähkonzept? Bild: Sertl Marokko-Stadt Moosartige Begrünung Bild: Sertl Hans-Peter Sertl Initiative hans-peter.sertl@afdbayern.de

Sitzungsinformationen

Bezirksausschuss

Bezirksausschuss 12 - Schwabing-Freimann

Sitzungsdatum

30.06.2026 um 19:30 Uhr

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