=== 26-32 _ T 002072_F.1.4_Gruene_Welle_ausbauen.pdf ===
Mitglied im Bezirksausschuss 12
Schwabing-Freimann, München
An den München, den 10.06.2026
Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann
z.H. des Vorsitzenden Herrn Patric Wolf
BA-Geschäftsstelle Mitte,
Direktorium Landeshauptstadt München
Tal 13
80331 München
Sitzung des BA-12 am 30.0.2026
Antrag: Grüne Welle und intelligente Ampelsteuerung in München ausbauen
Der Bezirksausschuss 12 fordert die Landeshauptstadt München auf, zu prüfen und darzustellen,
a) auf welchen Hauptverkehrsachsen bereits Grüne-Welle-Konzepte bestehen,
b) auf welchen Straßen eine Optimierung der Ampelkoordination möglich ist,
c) welche Maßnahmen geplant sind, um den Verkehrsfluss für den motorisierten
Individualverkehr sowie den Wirtschaftsverkehr zu verbessern,
d) wie moderne digitale und KI-gestützte Verfahren zur dynamischen Steuerung von
Lichtsignalanlagen eingesetzt werden können,
e) welche Pilotprojekte hierzu bereits existieren oder geplant sind,
f) wie erfolgreiche Konzepte auf weitere Straßen im Stadtgebiet übertragen werden können,
g) nach welchen Zielgrößen die Ampelanlagen in München derzeit gesteuert und optimiert
werden,
h) wie die unterschiedlichen Anforderungen von motorisiertem Individualverkehr,
Wirtschaftsverkehr, öffentlichem Nahverkehr, Radverkehr und Fußverkehr bei der
Ampelsteuerung gegeneinander abgewogen werden und
i) welche Potenziale für zusätzliche Grüne-Welle-Konzepte auf den Hauptverkehrsachsen
Münchens bestehen.
Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung gebeten darzustellen für das gesamte Stadtgebiet, welche
konkreten Verbesserungen durch moderne, datenbasierte Verkehrssteuerungssysteme und
Verfahren der Künstlichen Intelligenz erreichbar sind.
Begründung
Viele Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer haben den Eindruck, dass sie auf wichtigen
Verkehrsachsen der Stadt München nahezu an jeder Ampel anhalten müssen. Dies führt zu längeren
Fahrzeiten, unnötigen Rückstaus, höherem Kraftstoffverbrauch und zusätzlichen
Schadstoffemissionen.
Andere Städte zeigen, dass durch eine abgestimmte Ampelsteuerung ein deutlich flüssigerer Verkehr
möglich ist. So konnte beispielsweise in Mannheim beobachtet werden, dass entlang einer
Hauptverkehrsstraße mehrere aufeinanderfolgende Ampeln so koordiniert waren, dass Fahrzeuge
bei Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit eine sogenannte „Grüne Welle“ nutzen konnten. Der
Verkehr blieb dadurch in Bewegung, Rückstaus wurden reduziert und die Fahrzeit verkürzt.
Ein kontinuierlicher Verkehrsfluss bietet zahlreiche Vorteile:
• Verringerung von Staus und Wartezeiten,
• Reduzierung von Schadstoff- und CO₂-Emissionen,
• geringerer Kraftstoffverbrauch,
• weniger Lärm durch häufiges Anfahren und Bremsen,
• höhere Zuverlässigkeit für den Wirtschafts- und Lieferverkehr,
• bessere Nutzung der vorhandenen Straßeninfrastruktur.
Moderne Verkehrssteuerungssysteme ermöglichen heute eine deutlich flexiblere Steuerung als
klassische feste Ampelprogramme. Durch Sensoren, Kameras, Verkehrsdaten und Verfahren der
Künstlichen Intelligenz können Verkehrsströme in Echtzeit erfasst und Ampelschaltungen dynamisch
angepasst werden. Staus können frühzeitig erkannt, Verkehrsströme optimiert und vorhandene
Straßenkapazitäten besser genutzt werden.
Der Bezirksausschuss hält es daher für sinnvoll, die bestehenden Ampelsteuerungen regelmäßig auf
Optimierungspotenziale zu überprüfen und moderne Technologien verstärkt einzusetzen. Dabei soll
transparent dargestellt werden, welche verkehrspolitischen Ziele derzeit bei der Steuerung von
Lichtsignalanlagen verfolgt werden und ob eine stärkere Ausrichtung auf einen flüssigen
Verkehrsablauf möglich ist.
Ziel sollte es sein, den Verkehr dort, wo es verkehrlich und sicherheitstechnisch möglich ist, möglichst
flüssig, zeitsparend und emissionsarm durch das Stadtgebiet zu führen.
Hans-Peter Sertl
Initiative
hans-peter.sertl@afdbayern.de