Umbau Heidemannstraße - Entfall Baumgraben: Sicherheit für Radfahrer

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  • 26-32 _ Q 00032_Q 00032_Umbau Heidemannstrasse - Entfall Baumgraben - Sicherheit fuer Radfahrer_oeff.pdf
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=== 26-32 _ Q 00032_Q 00032_Umbau Heidemannstrasse - Entfall Baumgraben - Sicherheit fuer Radfahrer_oeff.pdf === === 26-32 _ Q 00032_Q 00032_Umbau Heidemannstrasse - Entfall Baumgraben - Sicherheit fuer Radfahrer_AS.pdf === U-Bahn: Linien U3,U6 Haltestelle Poccistraße muenchenunterwegs.de Bus: Linie 62 Haltestelle Poccistraße muenchen.de/mor Bus: Linie 132 Haltestelle Senserstraße [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Landeshauptstadt München Mobilitätsreferat Landeshauptstadt München, Mobilitätsreferat Postfach, 80313 München Bezirksmanagement Nord-West MOR-GB2.121 80313 München Kontakt: gb2.121.mor@muenchen.de Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum 12.08.2026 [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Umbau Heidemannstraße - Entfall Baumgraben: Sicherheit für Radfahrer Anfrage Nr. 26-32 / Q 00032 aus der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 12 - Schwabing- Freimann am 13.07.2026 Sehr geehrter Ihre Anfrage aus der Bürgerversammlung des Stadtbezirkes 12 - Schwabing-Freimann am 13.07.2026 wurde dem Mobilitätsreferat zugeleitet. Wir entschuldigen uns für die späte Rückmeldung. In Ihrer Anfrage verweisen Sie auf ein Schreiben des Mobilitätsreferates aus dem Jahr 2022 zum Umbau der Heidemannstraße im Zuge der Tram Münchner Norden, in dem die Aussage getroffen wurde, dass ein fahrbahnnah geführter Radweg im Hinblick auf die Verkehrssicherheit besser zu beurteilen ist. Mit Ihrer Anfrage bitten Sie die Verwaltung um Bereitstellung von Details/Statistiken, die untermauern, dass ein fahrbahnnah geführter Radweg besser für die Sicherheit der Radfahrenden ist. Dazu können wir Ihnen Folgendes mitteilen: Grundsätzliches zu Abbiegeunfällen im Radverkehr Abbiegeunfälle zählen zu den gefährlichsten Verkehrskonflikten in München. Etwa jeder fünfte Unfall mit Verletzten im Stadtgebiet entsteht beim Abbiegen, besonders oft beim Rechtsabbiegen von großen Fahrzeugen wie Lkw oder Autos, die Radfahrende oder Fußgänger im toten Winkel übersehen. I. Von den insgesamt 38.434 Radverkehrsunfällen mit Personenschaden in den Jahren 2010 – 2025 in München waren 5.224 Unfälle durch ein rechtsabbiegendes Kfz (entspricht 13,6 Prozent aller Radverkehrsunfälle) und 2.608 Unfälle durch ein linksabbiegendes Kfz (entspricht 6,8 Prozent der Radverkehrsunfälle). Der Konflikt mit einem rechts abbiegenden Kraftfahrzeug ist damit die häufigste Kollisionskonstellation im Münchner Radverkehrsunfallgeschehen. In den Jahren 2010 – 2025 gab es 371 Rechtsabbiegeunfälle mit getöteten oder schwerverletzten Radfahrenden, darunter 11 mit Getöteten; im Mittel 23 schwere Unfälle je Jahr. Im gleichen Zeitraum waren es 257 Linksabbiegeunfälle mit getöteten oder schwerverletzten Radfahrenden, darunter 2 mit Getöteten, im Mittel 16 schwere Unfälle je Jahr. Weitere Informationen zum Unfallgeschehen im Radverkehr finden Sie unter https://muenchenunterwegs.de/visionzero/unfallgeschehen/radverkehr. Der Verhinderung von Abbiegeunfällen und insbesondere von Rechtsabbiegeunfällen kommt daher eine sehr große Bedeutung im Hinblick auf das Ziel der Landeshauptstadt München, der Erreichung von Null Verkehrstoten (Vision Zero) zu. Neben der Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmenden durch Verkehrssicherheitskampagnen (siehe https://muenchenunterwegs.de/mercidir) will das Mobilitätsreferat mit einer sicheren Gestaltung des Straßenraumes zur Verhinderung der Abbiegeunfälle beitragen. Zur Verhinderung von Abbiegeunfällen wird zur Verbesserung der Sichtbeziehungen im Knotenpunktzulauf grundsätzlich eine frühzeitige Verschwenkung des Radweges an den Fahrbahnrand oder sogar auf die Fahrbahn empfohlen. Die fahrbahnnahe Führung im Knotenpunktzulauf ist der Regelfall und normativ verankert: Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung verlangt zu § 2 Abs. 4 Satz 2 (Rn. 26), den Radverkehr bereits rechtzeitig vor der Kreuzung oder Einmündung im Sichtfeld des Kraftfahrzeugverkehrs zu führen und die Knotenpunktführung darauf abzustimmen. Die FGSV ERA 2010 (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) geben in Kapitel 4.4.8 (S. 49) vor, den geradeaus fahrenden Radverkehr „in der Regel fahrbahnnah“ mit einer Absetzung bis etwa 1,00 m zu führen, um den Sichtkontakt zu abbiegenden Kraftfahrzeugen sicherzustellen. Kapitel 4.4.2 (S. 44) bezeichnet die Führung über abgesetzte Furten ausdrücklich als unfallträchtiger als über nicht abgesetzte: „Die Führung des Radverkehrs über abgesetzte Furten ist unfallträchtiger als über nicht abgesetzte“. Die FGSV RiLSA 2015 (Richtlinien für Lichtsignalanlagen) fordern in Abschnitt 3.6 (S. 34) eine möglichst geringe Abrückung der Furten wegen des besseren Sichtkontakts: „Radfahrer- und Fußgängerfurten sollten vom Rand der parallel verlaufenden Straße wegen des besseren Sichtkontakts möglichst wenig abgerückt werden“. Empirisch untersucht wurde die Frage umfassend im Forschungsbericht der Unfallforschung der Versicherer „Abbiegeunfälle Pkw/Lkw und Fahrrad“ (2013). Grundlage waren rund 5.000 nach Führungsform und Furtabsetzung klassifizierte Knotenpunktarme in vier Städten. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sich in Bezug auf Rechtsabbiegeunfälle „Radwege mit mittlerer und weiter Furtabsetzung“ als besonders unfallauffällig erwiesen haben, und führt dies darauf zurück, dass dort besonders häufig örtliche Sichthindernisse vorhanden sind, die den Blickkontakt zwischen Kraftfahrenden und Radfahrenden erschweren oder verhindern. Bei fahrbahnnaher Führung wurden solche Hindernisse deutlich seltener festgestellt. Die begleitende Verhaltensbeobachtung ergab eine achtfach erhöhte Konfliktrate, sobald sich Radfahrende nicht im direkten Sichtfeld der abbiegenden Kraftfahrenden befinden, sondern nur über den Schulterblick wahrzunehmen sind. Die Untersuchung empfiehlt daher ausdrücklich die Führung auf der Fahrbahn oder fahrbahnnah. Geplante Radwegführung in der Heidemannstraße im Projekt Tram Münchner Norden Die Aussage des Mobilitätsreferates in dem Schreiben aus dem Jahr 2022 zur Heidemannstraße war zugegebenermaßen zu pauschal. Eine fahrbahnnahe Führung wird in der Regel im Knotenpunktszulauf (10-20m vorher) nach den geltenden Richtlinien „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (FGSV; ERA 2010) zur Verbesserung des Sichtkontaktes zwischen Kfz-Verkehr und Radverkehr empfohlen. Bei Straßenabschnitten mit kurz aufeinanderfolgenden Knotenpunkten und/oder vielen Ein- und Ausfahrten, wie in der Heidemannstraße zwischen Ingolstädter Straße und Grusonstraße, müsste dann bei einer abgesetzten Führung der Radweg sehr oft zum Fahrbahnrand und wieder zurück verschwenkt werden. Deshalb hat man sich für eine durchgehende, direkte fahrbahnnahe Führung entschieden. Eine Trennung zwischen Fahrbahn und Radweg war dabei durch die bauliche Ausführung eines sogenannten Sicherheitstrennstreifens von 50 cm geplant. Aufgrund von Anträgen des Stadtrates wird bei dem geplanten Bau der Tram Münchner Norden in der Heidemannstraße zwischen Kieferngartenstraße und Grusonstraße beidseitig ein 1,0 m breiter Grünstreifen zwischen Radweg und Fahrbahn ergänzt. Dies erfolgt zu Lasten der rechten Fahrspur (Verschmälerung der rechten Fahrspur von 3,25 m auf 3,0 m) sowie z.T. einer Verschmälerung des Gehweges von 2,50 m auf 2,25 m. Bei einer Absetzung von bis zu 1 Meter wird dabei - nach den geltenden Richtlinien - immer noch von einer fahrbahnnahen Führung ausgegangen. Ihre Anfrage aus der Bürgerversammlung vom 13.07.2026 ist damit satzungsmäßig erledigt. Mit freundlichen Grüßen Ihr Bezirksmanagement Nord-West II. Abdruck von I. an die BAG-Mitte Mit der Bitte um Weiterleitung an den Bezirksausschuss 12 III. DMS-Vorgang mit Versendungsnachweis zurück an GL5 Mit der Bitte um Einstellung des Antwortschreibens in das RIS + Abschluss des DMS- Vorganges

Sitzungsinformationen

Bezirksausschuss

Bezirksausschuss 12 - Schwabing-Freimann

Sitzungsdatum

29.09.2026 um 19:30 Uhr

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