Gotthelfstr. 35

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in Bezirksausschuss 13 - Bogenhausen, München

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Hintergrundinformationen

5 Quellen
Bogenhausen (BA 13) 2 Geschosse Ensemble Ø Miete 13,40 €/m²
Adress-Steckbrief
Stadtbezirk
Bogenhausen (BA 13)
Bebauungsplan
keiner an dieser Stelle

Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0

Denkmalschutz

Ensemble

Die Parkstadt Bogenhausen ist als qualitätsvolles Beispiel des fortschrittlichen Siedlungsbaus der fünfziger Jahre ein Ensemble. Unstrittig ist ihre überregionale Bedeutung: Innerhalb der Architekturentwicklung zu einer zweiten Moderne im Nachkriegsdeutschland nimmt sie einen festen Platz ein. Unstrittig ist auch ihre Bedeutung für ganz Bayern und München. Sie stellt Mitte der fünfziger Jahre das umfangreichste Siedlungsprojekt dar. Nach einem Bebauungsplan des Architekten Franz Ruf ist die Parkstadt Bogenhausen in den Jahren 1955/56 innerhalb des Straßengevierts Richard-Strauß-Straße im Westen, Gotthelfstraße im Osten, Stuntzstraße im Süden und Schreberweg im Norden entstanden. Der Ensemblebereich ist mit der von Franz Ruf überplanten Fläche identisch. Gleichzeitig ist die Siedlung ein Gemeinschaftswerk mehrerer Architekten: Hellmuth von Werz, Matthä Schmölz, Johannes Ludwig und Hans Knapp-Schachleiter waren beteiligt, die Gestaltung der Grünflächen stammt von dem Gartenarchitekten Alfred Reich. In Anknüpfung an städtebauliche Prinzipien und Leitvorstellungen des Neuen Bauens der zwanziger Jahre wurde in der Nachkriegszeit zur Herstellung gesunder Wohnverhältnisse - gemäß den damals schon gefundenen Ergebnissen - die Orientierung spürbar an möglichst viel Licht, Luft und Freiraum und dem Abrücken vom Verkehr. Die Gebäudestellung ist vom Straßenverlauf unabhängig, in aufgelockerter Bebauung und in der Höhe unterschiedlich gruppiert. Von den strengen Zeilenbauten der Siedlungen des Neuen Bauens wich man im Verlauf der fünfziger Jahre immer mehr ab. Geschwungene Straßen- und Wegeführungen, eingebettet in Grünanlagen, aus denen sich in asymmetrischer Streuung Einzelbauten als städtebauliche Dominanten erheben, bringen malerische Elemente in den Siedlungsbau, obwohl er von Zeilenbauten in kubischer Strenge bestimmt wird. Eben dieses Entwicklungsstadium ist in der Parkstadt Bogenhausen deutlich ablesbar. Mit den Wohnhochhäusern der 1952-54 im Südwesten der Stadt errichteten Siemens-Siedlung (vgl. Boschetsrieder Straße 118) hatte zum ersten Mal eine moderne städtebauliche Konzeption Eingang gefunden in das bis dahin konservative Münchner Stadtbild. Mit der Parkstadt Bogenhausen entstand im Osten Münchens Mitte der fünfziger Jahre das ebenbürtige Gegenstück, allerdings nicht als Werkswohnungsbau, sondern auf Initiative von gewerkschaftlich-genossenschaftlichen Bauträgern und in etwa vierfacher Größenordnung. Bauherr der Parkstadt war die Gemeinnützige Wohnstättengesellschaft von 1910, Hamburg, als Maßnahme- und Bauträger fungierte die Neue Heimat Bayern, in deren Besitz die Siedlung 1967 überging. Unmittelbar am Ortsrand des Villenvorortes Bogenhausen fand sich - in städtischem Besitz - ein 220000 qm großes, freies Grundstück mit allen notwendigen Versorgungsleitungen und den umgrenzenden ausgebauten Straßen. Durch die zusammenhängende Planung konnte man die bestehende Staffelbauordnung mit Einzelparzellierung und genauem Baulinienplan durch eine differenzierte Bebauung ablösen und gewann dadurch zusammenhängende Grünflächen und die Möglichkeit, verkehrsfreie, lärmgeschützte Wohnungen zu errichten. Das von einem Straßengeviert begrenzte weiträumige Gelände wird durch die in einer weiten Kurve geführte Buschingstraße erschlossen, von der die Beblostraße als eine Art innerer Ring abzweigt. Befahrbar ist auch die kleine Morgenrothstraße, die kurz vor dem östlichen Ende der Buschingstraße nach Norden abzweigt, um dann nach Osten in die Gotthelfstraße überzuleiten. Ansonsten erschließen nur Stichstraßen und Parkwege die einzelnen Gebäude und zentralen Grünflächen. Um möglichst viele Wohnansprüche zu erfüllen, wurden auf dem großräumigen Gelände Wohnhochhäuser, unterschiedlich hohe Stockwerksbauten und auch Reiheneigenheime wie zu einer kleinen Stadt zusammengefügt, die auch die notwendigen Versorgungseinrichtungen erhielt: Fernheizwerk, Zentralwäscherei, Kindergarten, Schule, ein eigenes Ladenzentrum mit Gaststätte, ein weiteres kleineres Ladenzentrum. Ein geplantes Kino kam nicht zur Realisierung. Kirchen wurden in unmittelbarer Quartiersnähe errichtet. Die Stellung und Massierung der verschiedenen Baukörper ging von der Überlegung aus, die optische Weitläufigkeit der Gesamtanlage zu sichern, wenn nicht zu steigern, lärmfreie Wohnungen zu schaffen, die notwendige Infrastruktur einzubinden und ein optisch vielfältiges Gesamtbild zu schaffen, das der Siedlung gleichzeitig auch eine Unverwechselbarkeit gibt. Von zentraler Bedeutung sind die Grünanlagen. Die Mitte der Siedlung wird von einer ausgedehnten Wiese gebildet mit Fußwegen, die zur Schule, zum Kindergarten, zum Ladenzentrum mit Gaststätte führen. Während diese Gemeinschaftseinrichtungen flach gehalten sind, auch der innere Ring an der Beblostraße eine lediglich viergeschossige Bebauung aufweist, gewinnen die Bauten vor allem an der Süd- und Nordseite an Höhe. Im nördlichen Siedlungsbereich bilden fünf Wohnhochhäuser mit 15 bzw. 12 Stockwerken über T-förmigem Grundriss die Dominanten der Siedlung. Sie sind als Dreier- bzw. Zweiergruppe angeordnet, zwischen denen achtgeschossige Zeilenbauten vermitteln. Die Hochhäuser wirken für die Fernsicht als klare kubische Formen, weisen bei Nahsicht aber leicht konkav geschwungenen Wände auf. Ihr Charakteristikum liegt in der gleichmäßigen Gestaltung der durch die konstruktiven Teile vorgegebenen Fassadenfelder: Decken und Wände zeichnen sich an der Außenhaut durch farbig behandelte breite Bänder ab und geben den Bauten einen ablesbaren Maßstab. In spannungsreichem Kontrast dazu steht die niedrige, aber weitläufig angelegte Ladenzeile mit Parkgaststätte, die durch filigrane Arkaden verbunden ist. Der Krümmung der Buschingstraße folgen die westlich von ihr situierten vier- und fünfgeschossigen Zeilenbauten. Fast genau nord-südlich orientiert sind die achtgeschossigen Wohnhochhäuser an der Stuntzstraße. Sie werden entweder durch niedrige Eckbauten oder quergestellte Garagenhöfe zusammengefasst. Am Ostrand wurden der Parkstadt zweigeschossige Eigenheime in Zeilenbauweise angegliedert. Die Siedlung umfasst etwa 2000 Wohnungen für rund 6000 Bewohner. Circa 15 verschiedene Wohnungstypen von 26 qm großen Einzelzimmer-Appartements bis zu 80 qm großen 4 1/2 Zimmer-Wohnungen wurden eingeplant. Die Wohnungsgrundrisse zeigen überwiegend die amerikanische Lösung, d. h. wenig Verkehrsflächen, weil die Wohnzimmer zur Erschließung der übrigen Räume dienen. Der Ausstattungsstandard der Wohnungen war für die damalige Zeit sehr hoch. Alle Wohnungen besitzen Bäder, Zentralheizung, Balkon oder Loggia. In Ergänzung zu den 740 Garagen wurde 1969 zusätzlich eine Tiefgarage mit 460 Stellplätzen errichtet. In Ergänzung zu den 740 Garagen wurde 1969 zusätzlich eine Tiefgarage mit 460 Stellplätzen errichtet.

Aktennummer E-1-62-000-69

Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.

Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)

Nachbarschaft (Zensus 2022)

Werte für die 100 × 100 m große Rasterzelle, in der diese Adresse liegt. Fehlende Werte hält das Statistische Bundesamt aus Datenschutzgründen zurück.

Nettokaltmiete Ø
13,40 €/m²
Einwohner
52
Wohnungen
9
Leerstand
14,8 %
Eigentümerquote
62,5 %
Wohnfläche Ø
95 m²
Durchschnittsalter
42,7 Jahre
Anteil ab 65
13,5 %
Gebäude vor 1949
0 %
Häufigste Heizung
Gas

© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0

Gebäude
Geschosse
2
Typ
house
Dachform
gabled

© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

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Verlauf an dieser Adresse

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