Verkehrswende vorantreiben – Sicherheit im ÖPNV in den Mittelpunkt stellen

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=== 20-26 _ B 08406_B 08406 Sicherheit OePNV.pdf === Christopher Parry (Sprecher) Hermann Diehl Frank Eßmann Martin Hepp Dr. Georg Kronawitter Andreas Löffler Martin Lohr Dr. Magdalena Miehle Sebastian Schall Michael Weinzierl Stefan Ziegler __________________________________________________________________________ 26.10.2025 Antrag Verkehrswende vorantreiben – Sicherheit im ÖPNV in den Mittelpunkt stellen Das MOR arbeitet in Zusammenarbeit mit dem PLAN und RAW bzw. SWM Bausteine aus, wie die Sicherheit im ÖPNV und damit die Akzeptanz des ÖV vor allem nachts erhöht werden kann – auch im Hinblick darauf, dass es nicht nur ein Sicherheitsproblem gibt, sondern in Folge der ausbleibenden Akzeptanz des ÖV in den Nachtstunden sich zu einem Wirtschaftlichkeitsgebot ausweitet. Die einzelnen Schritte sind von sofort über mittelfristig bis langfristig gestaffelt umzusetzen und speziell für Trudering-Riem formuliert. Kurzfristig: - An den Truderinger und Riemer Bussen, in denen nachts ein Wunschausstieg verlangt werden kann, werden Aufkleber bzw. Hinweise (auch schon außen an den Einstiegstüren) angebracht, die auf diese Möglichkeit hinweisen. Externe Fahrer werden entsprechend mit Info geschult. (Begr.: sowohl Fahrgäste als auch Fahrer haben oft keine Kenntnis davon.) - Die MVG/MVV App zeigt die Abfahrtszeiten real und korrekt an, um gefahrenträchtige Wartesituationen an Haltestellen zu dezimieren (bereits auch schon BA-Antrag) - Frauentaxis im Nachtbetrieb werden mit Fahrerinnen besetzt. - In der U-Bahn (U 2) bzw. deren Halt werden vor allem nachts mehr Sicherheitsstreifen eingesetzt. Gleiches gilt für die S-Bahnen. Bei Zügen mit defekter Kamera werden diese umgehend ausgetauscht, damit im U/S- Bahnführerstand die (Notfall)Situation im Zug jederzeit überschaubar bleibt/wird. Gut sichtbar angebrachte Hinweistafeln weisen die Fahrgäste auf den (roten) Notfallknopf für „Unstimmigkeiten“ und Gefahrenlagen hin (Aufklärungskampagne). Mittelfristig: - Noch nicht baulich umgebauten Bus-Haltestellen in Trudering-Riem werden zügig mit beleuchteten und (wo platzmäßig möglich) übersichtlich bzw. transparent ausgestatteten Wartehäuschen nachgerüstet. Auf die mangelhafte Beleuchtung im U-Bahnhof Trudering wurde bereits in einem BA-Antrag hingewiesen. Ein weiterer ergänzender Baustein ist die Sauberkeit in und um die Haltestellen/Bahnhöfe. - Es werden mehr Verbindungen von S/U-Bahn und Bussen gerade auch nachts und an Wochenenden angeboten bzw. die bestehenden nicht noch weiter ausgedünnt („Warten birgt Unsicherheit“), ebenfalls bereits ein BA-Antrag. Die Verbindungsschnittstellen (vorwiegend U 2 – Bus) werden konsequent und besser aufeinander abgestimmt, um angstbesetzte Übergangswartezeiten zu minimieren (s.a. vormaligen BA-Antrag dazu). - Der BA 15 legt einen besonderen Wert auf die Berücksichtigung kriminalpräventiver Aspekte in der Stadtplanung und im öffentlichen Raum (s.a. vormalige BA-Initiative dazu). Hier liegt der Fokus auch in besonderer Weise auf den Einrichtungen des ÖPNV, die häufig als Angsträume wahrgenommen werden. Anmerkung: Bei allen Maßnahmen mit Mehrkostenaufwand ist gegenzurechnen, dass es auch Einnahmeeinbußen durch ausbleibende Fahrgäste gibt. Langfristig: - der oft geforderte Ausbau einer Ringbahn (S-Bahnring) wird vorangetrieben. Damit ließe sich nicht nur die Reisezeit verkürzen, sondern die bekannten zentralen Hotspots (Bsp. Hauptbahnhof) vermeiden. Begründung im Juli hat der Kreisjugendring München-Stadt mit Unterstützung des Mobilitätsreferats der LHM die Studie „Wie kommst du von A nach B? Studie junge Mobilität in München“ durchgeführt. Sie ist die erste umfassende wissenschaftliche Erhebung zum Mobilitätsverhalten und den Mobilitätsbedürfnissen junger Mensch in München. Abgefragte Themengebiete waren z.B. Verkehrsmittelnutzung, Drogen- und Alkoholkonsum am Steuer und Sicherheit (bei Nacht) im ÖPNV, deren Ergebnisse am 16.10.2025 vorgestellt wurden. Der ÖPNV hat in München mit fast 80% eine hohe Akzeptanz – allerdings nur tagsüber! Nachts fühlen sich laut Untersuchung des Instituts für Empirische Soziologie der Universität Erlangen/Nürnberg im Auftrag des KJR und MOR selbst 30% der jungen Männer und sogar 65% der jungen Frauen unsicher. Die Inzidenzrate über eine Lebensbiographie hinweg wie z.B. Beleidigungen, Drohung, sexuelle Bedrängnis (bei Frauen) liegt bei 30%. Von diesem 2/3-Anteil junger Frauen meiden sogar 75% nachts die öffentlichen Verkehrsmittel. Geht man davon aus, dass nicht nur junge Frauen sondern auch die älteren Altersgruppen vom „Angstgefühl“ betroffen sind, sind das bei Frauen ca. 50%, die nachts die Öffentlichen eben nicht (mehr) nehmen (bei Männern entsprechend weniger) und durchaus auch einen ernstzunehmenden wirtschaftlichen Aspekt darstellen. So kann Verkehrswende eben nicht gelingen. Siehe dazu auch den SZ-Artikel vom 21.10.2025 im Münchenteil „Nachts fährt die Angst mit“ und vom 23.10.2015 „Wie sicher ist der Nahverkehr?“. Initiative: Dr. Magdalena Miehle, Michael Weinzierl === 20-26 _ B 08406_B 08406 Sicherheit OePNV AS.pdf === U-Bahn: Linien U1,U2,U3,U6 Haltestelle Sendlinger Tor muenchenunterwegs.de Straßenbahn: Linie 16-18, 27 Haltestelle Sendlinger Tor muenchen.de/mor Bus: Linien 52,152 Haltestelle Blumenstraße [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Landeshauptstadt München Mobilitätsreferat Landeshauptstadt München, Mobilitätsreferat Postfach, 80313 München Strategie MOR-GB1 Per E-Mail Über das DIR – BA-Geschäftsstelle Ost bag-ost.dir@muenchen.de An den BA 15 – Trudering-Riem Herr Ziegler Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum 09.06.2026 [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Verkehrswende vorantreiben – Sicherheit im ÖPNV in den Mittelpunkt stellen BA-Antrag Nr. 20-26 / B 08406 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 15 – Trudering- Riem Sehr geehrter Herr Ziegler, in Ihrem Antrag vom 20.11.2025 fordern Sie, dass in Zusammenarbeit von MOR, PLAN, RAW und SWM Bausteine ausgearbeitet werden, wie die Sicherheit im ÖPNV und damit die Akzeptanz des ÖV vor allem nachts erhöht werden kann. Dies soll auch im Hinblick darauf erfolgen, dass es sich nicht nur um ein Sicherheitsproblem handelt, sondern in Folge der ausbleibenden Akzeptanz des nächtlichen ÖV zu einem Wirtschaftlichkeitsgebot ausweitet. Dabei formulierten Sie im Speziellen auf Trudering-Riem bezogene Maßnahmenvorschläge, die von sofort über mittelfristig bis langfristig gestaffelt angesetzt sind. Zu Ihrem Antrag teilen wir Ihnen Folgendes mit: Das Mobilitätsreferat hat die Stadtwerke München GmbH / Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (SWM/MVG), die Deutsche Bahn AG (DB) - S-Bahn München und das Kreisverwaltungsreferat (KVR) um Stellungnahme gebeten. Die SWM/MVG teilen zu Ihrem Anliegen das Folgende mit: „Wunschhalt: Die SWM/MVG informiert ihre Fahrgäste im Rahmen der Fahrgastinformation über das Angebot „Halten auf Wunsch“ auf der Website mvg.de. Abfahrtszeiten: Die seit letztem Jahr in der App MVGO verfügbare GPS-basierte Anzeige der I. Seite 2 von 4 [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Live-Positionen unserer Trams und Busse ist eine sehr gute Ergänzung zur an den Haltestellen angezeigten fahrplanmäßigen Prognose der Abfahrtszeit in Minuten. Sicherheitspersonal / Notfallknöpfe: Aktuell werden schon mehr U-Bahnwachen eingesetzt als dies im Öffentlichen Dienstleistungsauftrag (ÖDLA) gefordert ist. Eine weitere Verstärkung ist aufgrund der ausgesprochen angespannten finanziellen Lage nicht möglich. Die Online- Kampagne "sicher unterwegs" ist eine gemeinsame Aktion von MVG, Polizei München, Bundespolizei und S-Bahn München. In kurzen Spots im Fahrgast-Fernsehen sowie auf den Social-Media-Kanälen zeigen die Partner, welche Sicherheitseinrichtungen bei Fahrten mit dem ÖPNV zur Verfügung stehen, und geben Tipps für deren Nutzung. Ziel ist es, das Bewusstsein für vorhandene Hilfsangebote zu stärken und zu ermutigen, sie bei Bedarf ohne Scheu zu nutzen - sei es die 110, die Notfallsäule, Sprechstellen in den Fahrzeugen oder Personal vor Ort. Wartehallen: Wo es die örtlichen Gegebenheiten erlauben, werden immer die modernen Wartehallen unseres Partners DSM Decaux aufgestellt. Jedoch sind gerade in den engen Anwohnerstraßen im Stadtteil Trudering häufig die gesetzlich vorgeschriebenen Durchgangsbreiten nicht gegeben oder es befinden sich sogenannte Sparten (Versorgungsleitungen) unter den Gehwegen, die nicht mit den Fundamenten für eine Wartehalle überbaut werden dürfen. Beleuchtung U-Bahnhof Trudering: Mit dem BA-Antrag 20-26 / B08175 im Oktober 2025 wurde das Thema Beleuchtung am U-Bahnhof erstmalig adressiert. Seitdem befindet sich unser Fachbereich im persönlichen Austausch mit dem BA. Konkrete Verbesserungsvorschläge können gerne mit dem bekannten Ansprechpartner besprochen werden. Mehr Verbindungen: Nach wie vor ist die Finanzsituation der SWM/MVG und der Landeshauptstadt München sehr angespannt. Eine Umsetzung ist von Entscheidungen des Stadtrats der LHM und deren Priorisierung aller weiterer Planungen abhängig. Verbindungsschnittstellen: Günstige Umstiegsbeziehungen sind ein elementarer Aspekt der Angebotsplanung und werden auch heute schon berücksichtigt. Wir müssen jedoch darauf hinweisen, dass Buslinien häufig mehrere Knotenpunkte bedienen und der singuläre Fokus auf eine einzelne Haltestelle nicht dienlich ist. Nach Bekanntwerden der Studie des KJR haben MVG, Polizei München, Bundespolizei und S- Bahn München gemeinsam die Kampagne „Sicher unterwegs“ ins Leben gerufen. Details zur Kampagne, Handlungsoptionen im Notfall, sowie Kontaktmöglichkeiten finden Fahrgäste auch auf unserer Homepage: https://www.mvg.de/ueber-die-mvg/unser- engagement/sicherunterwegs.html.“ Die DB - S-Bahn München nimmt zu Ihrem Anliegen wie folgt Stellung: "In der S-Bahn München wird in enger Abstimmung mit der BEG eines der konsequentesten Sicherheitskonzepte im deutschen Nahverkehr umgesetzt. Allein für die Bestreifung der Züge in Tages- und Nachtzeiten werden 326.500 Stunden pro Jahr aufgewendet. Dafür kommen bis zu 300 gut qualifizierte Sicherheitsmitarbeitende zum Einsatz. Darüber hinaus sind alle 290 Fahrzeuge der S-Bahn München mit moderner Videoüberwachungstechnik ausgerüstet." Zu dem Punkt „Frauentaxi im Nachtbetrieb werden mit Fahrerinnen besetzt“ wird seitens des Kreisverwaltungsreferats wie folgt Stellung genommen: „Seit März 2020 steht in München das sogenannte „Frauen*-Nacht-Taxi“ zur Verfügung, das darauf abzielt, das subjektive Sicherheitsgefühl von Frauen* in den Nachtstunden zu stärken, indem es ihnen eine sichere Fahrgelegenheit ermöglicht. Da jedoch nicht alle Frauen* über die finanziellen Mittel verfügen, um eine Taxifahrt zu bezahlen, unterstützt die Stadt München eine Seite 3 von 4 [ LHM-Schutzbedarf: 2 ] Taxifahrt von Frauen* zwischen 22 Uhr und 6 Uhr mit einem Zuschuss von 10 €. Am 20.08.2025 hat der Münchner Stadtrat im Feriensenat die Modalitäten zum Frauen*-Nacht- Taxi den haushaltrechtlichen Gegebenheiten angepasst und den Kreis der Nutzer*innen nach sozialen Kriterien beschränkt. Bei der Festlegung der nutzungsberechtigten Personengruppen auf Studierende, Schüler*innen, Rentner*innen bzw. Pensionär*innen, Frauen* mit Schwerbehinderung, Inhaber*innen des München-Passes und Auszubildende wurde berücksichtigt, dass zwar nicht alle, aber überproportional viele aus diesen Personengruppen finanzielle Unsicherheiten erleben. Erhältlich sind die Frauen*-Nacht-Taxi Gutscheine in allen Standorten des Bürgerbüros der Landeshauptstadt München (Rupperstraße, Leonrodstraße, Scheidplatz, Forstenrieder Allee, Orleansplatz und Pasing). Pro Vorsprache wird ein Gutschein gegen Vorlage eines Student*innen-, Schüler*innen-, Schwerbehinderten-, Renten- oder Pensionärausweises beziehungsweise eines München-Passes oder einer Azubi-Card der IHK ausgegeben. Keinen Einfluss hat die Landeshauptstadt München jedoch darauf, ob ein Taxi im Nachtbetrieb mit einer Fahrerin oder einem Fahrer besetzt wird. Dies liegt ausschließlich in der Verantwortung des jeweiligen Taxiunternehmens.“ Der Antrag des Bezirksausschusses ist damit sat...

Sitzungsinformationen

Bezirksausschuss

Bezirksausschuss 15 - Trudering-Riem

Sitzungsdatum

18.06.2026 um 19:00 Uhr

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