Queeres Leben im Stadtbezirk stärken Benennung einer/eines Beauftragten für queere Belange (LGBTIQ); Antrag de…

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Queeres Leben im Stadtbezirk stärken Benennung einer/eines Beauftragten für queere Belange (LGBTIQ); Antrag der Die Linke Fraktion

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=== 26-32 _ T 006432_3.4_Antrag einer eines Queerbeauftragten.pdf === Vesile Sönmez, Alexa ndra Morath, Ender Filvuran, Jens Erdmann ANTRAG Queeres Leben im Stadtbezirk stärken Benennung einer/eines Beauftragten für queere Belange (LGBTIQ) Fraktion: Die Linke Datum: [Datum] Sitzung des Bezirksausschusses am: [Datum] ANTRAG Der Bezirksausschuss 16 Ramersdorf-Perlach möge beschließen: Der Bezirksausschuss benennt gemäß § 5 Abs. 2 der Geschäftsordnung für die Bezirksausschüsse aus seiner Mitte einen ständigen Beauftragten für queere Belange (LGBTIQ). Die*der Beauftragte soll: • als niedrigschwellige Ansprechperson für queere Menschen, Initiativen, Vereine und Einrichtungen im Stadtbezirk zur Verfügung stehen, • queere Belange als Querschnittsthema in die Arbeit des Bezirksausschusses einbringen, • den Austausch mit der Koordinierungsstelle zur Gleichstellung von LGBTIQ*, diversity München e. V., weiteren queeren Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen, der Polizei sowie den zuständigen städtischen Stellen fördern, • gemeinsam mit der*dem Kinder- und Jugendbeauftragten sowie den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe bestehende fachlich qualifizierte Beratungs-, Freizeit- und Unterstützungsangebote für queere Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien im Stadtbezirk bekannter machen und auf mögliche Versorgungslücken hinweisen, • zur Sichtbarkeit, gesellschaftlichen Teilhabe und Sicherheit queerer Menschen sowie zum Abbau von Diskriminierung beitragen, • eng mit der dem Gleichstellungsbeauftragten, der dem Kinder- und Jugendbeauftragten, der*dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen und den Beauftragten gegen Rechtsextremismus zusammenarbeiten. Die neue Beauftragung versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Beauftragungen, sondern als deren fachliche Ergänzung. Die Kontaktmöglichkeit der*des Beauftragten wird in geeigneter Form öffentlich bekannt gemacht. Über wesentliche Entwicklungen und Handlungsbedarfe soll regelmäßig im Bezirksausschuss berichtet werden. Vesile Sönmez, Alexa ndra Morath, Ender Filvuran, Jens Erdmann BEGRÜNDUNG Ausgangslage Queere Menschen sind selbstverständlicher Teil der vielfältigen Bevölkerung von Ramersdorf und Perlach. Dennoch gehören Diskriminierung, Anfeindungen und queerfeindliche Gewalt weiterhin zu ihrer Lebensrealität. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 2.377 queerfeindliche Straftaten registriert – erneut mehr als im Vorjahr. Zugleich ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Ergänzung der bestehenden Beauftragungen Die bestehenden Beauftragungen des Bezirksausschusses leisten in ihren jeweiligen Aufgabenfeldern wichtige Arbeit. Eine eigenständige queerpolitische Zuständigkeit steht dazu nicht in Konkurrenz. Sie schließt vielmehr eine bisher bestehende Lücke und schafft eine klar erkennbare Ansprech- und Schnittstellenfunktion. Die Gleichstellungsbeauftragung befasst sich mit Fragen der Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit. Queere Lebensrealitäten und Diskriminierungen aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität werden dadurch jedoch nicht automatisch vollständig erfasst. Gesellschaftliche und institutionelle Strukturen sind weiterhin häufig von heteronormativen Vorstellungen geprägt. Ohne eine ausdrücklich benannte queerpolitische Zuständigkeit ist für Betroffene daher nicht immer erkennbar, an wen sie sich wenden können. Auch die Beauftragung für Menschen mit Behinderungen wird durch die neue Funktion nicht ersetzt. Gerade queere Menschen mit Behinderung können gleichzeitig von Barrieren, ableistischer Ausgrenzung und Queerfeindlichkeit betroffen sein. Die Zusammenarbeit beider Beauftragten ermöglicht hier einen intersektionalen Blick auf die jeweilige Lebenssituation. Ebenso bestehen wichtige Berührungspunkte mit der Arbeit der Beauftragten gegen Rechtsextremismus. Queerfeindlichkeit kann Bestandteil rechtsextremer und menschenfeindlicher Ideologien sein. Sie begegnet Betroffenen jedoch auch in alltäglichen, familiären, gesellschaftlichen oder institutionellen Zusammenhängen, ohne unmittelbar dem Rechtsextremismus zugeordnet werden zu können. Queere Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien Jugendliche und junge Erwachsene können während der Auseinandersetzung mit ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität besonderen Unsicherheiten, Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt sein. Auch Eltern und andere Angehörige benötigen mitunter verlässliche Informationen und fachkundige Ansprechstellen. Mit diversity München e. V. bestehen in München bereits spezialisierte und fachlich begleitete Gruppen-, Beratungs-, Freizeit- und Bildungsangebote für junge Menschen bis 27 Jahre. Aufgabe der*des Queer-Beauftragten ist dabei ausdrücklich nicht die individuelle Beratung oder pädagogische Begleitung Minderjähriger. Die Funktion soll vielmehr vorhandene Fachangebote im Stadtbezirk bekannter machen, Einrichtungen miteinander vernetzen und gegenüber dem Bezirksausschuss auf mögliche Versorgungslücken hinweisen. Wie verletzlich solche Unterstützungsstrukturen sein können, zeigt die Kündigung der Rahmenvereinbarung des Bundes mit dem Jugendnetzwerk Lambda zum Ende des Jahres Vesile Sönmez, Alexa ndra Morath, Ender Filvuran, Jens Erdmann 2026. Wenn überregionale Beratungs- und Vernetzungsangebote eingeschränkt werden oder wegfallen, gewinnen erreichbare kommunale Fachstrukturen zusätzlich an Bedeutung. Der Bezirksausschuss kann eine entfallende Bundesförderung nicht ersetzen. Er kann jedoch bestehende Angebote sichtbar machen, die Vernetzung unterstützen und als politische Schnittstelle zwischen Fachstellen, Jugendhilfe und Stadtgesellschaft wirken. Kommunale Verankerung Der Bezirksausschuss 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hat bereits im Jahr 2020 einen Beauftragten für LGBTIQ benannt. Auch in Ramersdorf-Perlach soll eine klar erkennbare Ansprechperson dazu beitragen, queere Anliegen aufzunehmen, Vertrauen zu schaffen und ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung zu setzen. QUELLEN UND WEITERFÜHRENDE HINWEISE Bundeskriminalamt: Politisch motivierte Kriminalität 2025 https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMKZahlen/PMKZahlen_nod e.html Bezirksausschuss 2 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt: Benennung eines Beauftragten für LGBTIQ, 7. Mai 2020 https://risi.muenchen.de/risi/dokument/v/8963950 Landeshauptstadt München: Angebote für junge LGBTIQ* https://stadt.muenchen.de/infos/kgl-jugend-lgbtiq.html Deutscher Bundesjugendring: Kündigung der Rahmenvereinbarung mit dem Jugendnetzwerk Lambda, 14. Juli 2026 https://www.dbjr.de/artikel/bundesjugendring-kritisiert-kuendigung-der-rahmenvereinbarung- mit-jugendnetzwerk-lambda Initiative: Jens Jan Erdmann Fraktion Die Linke (Beisitzer)

Sitzungsinformationen

Bezirksausschuss

Bezirksausschuss 16 - Ramersdorf-Perlach

Sitzungsdatum

16.09.2026 um 19:30 Uhr

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