August-Exter-Str. 9

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in Bezirksausschuss 21 - Pasing-Obermenzing, München

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Hintergrundinformationen

6 Quellen
Pasing-Obermenzing (BA 21) 2 Geschosse Baudenkmal Ø Miete 15,65 €/m² 3 Wikipedia
Adress-Steckbrief
Stadtbezirk
Pasing-Obermenzing (BA 21)
Bebauungsplan
keiner an dieser Stelle

Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0

Denkmalschutz

Baudenkmal · August-Exter-Straße 9

Villa

Villa, zweigeschossiger Mansardwalmdachbau in Ecklage, mit Altane, Eckerkern und Spalieren, im Reformstil, für Augustin Funk (Metzger), von Johann Bayer, 1910.

Aktennummer D-1-62-000-486

Ensemble

Die 1892 gegründete und planmäßig angelegte "Villenkolonie Neu-Pasing I" ist als erstes Beispiel des organisierten Einfamilienhausbaus außerhalb des damaligen städtischen Burgfriedens ein Ensemble. Die Begrenzung ergibt sich aus der ursprünglichen Anlage des Quartiers, wie es zwischen die Bahnanlagen im Süden und den Verlauf des Nymphenburger Kanals im Westen und Norden eingebunden wurde. Im Osten ist die Grenze durch die flächenmäßige Ausdehnung bis etwa zur zeitlichen Zäsur durch den Ersten Weltkrieg gegeben. Die Kolonie, im Vorortgebiet und in Großstadtnähe mit einer Vielzahl originell gestalteter Einfamilienhäuser im Villen- und Landhausstil, vermittelt die siedlungspolitischen und wohnungsbaugeschichtlichen Entwicklungen des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der ausschlaggebende Faktor für das Entstehen eines großflächigen, neuen Wohngebietes in Pasing ist die Einrichtung des Eisenbahnverkehrs über den damaligen Marktort in zwei Haupt- und zwei Nebenlinien. Zum Gründungszeitpunkt der Kolonie führten bereits drei Bahnlinien über Pasing: die Linie von München in Richtung Augsburg, die in Richtung Starnberg und die in Richtung Kempten-Lindau. Ab 1903 sollte auch die Linie nach Herrsching ausgebaut sein und zwei Jahre nach Gründung wurde auf der Strecke München-Pasing ein Lokalbetrieb im 15-Minuten-Abstand eingerichtet. Die schnelle, sichere und bequeme Verkehrsverbindung zwischen der Großstadt München und ihrem Vorort Pasing favorisierte die Entwicklung einer spezifischen Bauspekulation, die auf eine breite mittelständische Gruppe rechnen konnte, deren Abhängigkeit vom Arbeitsplatz in der Stadt mit dem Bedürfnis nach einem Leben auf dem Lande als konkurrierende Interessen angesprochen werden konnten. Die von August Exter 1892 begründete Villenkolonie Pasing sollte eine Kombination zwischen dem Wohnen im Einfamilienhaus auf relativ großem Gartengrundstück "in frischer, reiner Luft" und der "außergewöhnlich günstigen Verbindung nach München" herstellen. Zur gleichen Zeit, als in unmittelbarer Altstadtnähe vornehmlich Reihenhaussiedlungen mit Kleingärten für das mittlere Einkommen durch die Initiative privater Terraingesellschaften gefördert wurden (z.B. Villenkolonie Gern), entstand in Pasing die private Unternehmung des Architekten August Exter. Durch eine Standardisierung der Bauten außerhalb des Ballungsgebietes plante er erschwinglichen Wohnraum für den Mittelstand zu schaffen. Die erstrebte Lage versprach zum gleichen Preis dreimal so große Grundstücke mit freistehendem Einfamilienhaus und großem Garten. 1892 erwirbt August Exter das Gelände nördlich des Pasinger Bahnhofs und parzelliert es in ein rasterartiges Straßennetz und in rechteckige Baublöcke. Das Grundrissschema ist einfach und zeigt vier geradlinige und parallel zueinander liegende Straßen in nord-südlicher Richtung, unterteilt von nur einer Querstraße. Die August-Exter-Straße ist die einzig schräg verlaufende Straße, die die unmittelbare Anbindung an den Bahnhof Pasing sichert. Die entlegensten Bauplätze liegen nicht weiter als 800 Meter vom Bahnhof entfernt. Die Erschließung des Wohnquartiers über den Bahnhof ist bis in die Gegenwart nachvollziehbar, dementsprechend nimmt die Erschließung durch Verkehrsstraßen eine untergeordnete Rolle ein und sichert dem Quartier seine verkehrsberuhigte Eigenart. Bei der August-Exter-Straße handelt es sich um die breiteste Straße innerhalb der Kolonie; eine alleeartige Bepflanzung unterstreicht ihre Bedeutung als Straße vom und zum Bahnhof. Von Westen mündet in sie der Wensauer Platz, der angerähnliche Marktplatz mit giebelständiger Bebauung. Die Ansiedlung von Handwerks- und Geschäftsbetrieben vor allem in diesem Bereich sollte dem Quartier eine gewisse Selbständigkeit garantieren. Am Ostende des Platzes wurde 1914 der Bismarckbrunnen aufgestellt. Die Grundrissstruktur der Villenkolonie zeigt entsprechend dem rasterartigen Straßennetz regelmäßige, rechteckige Grundstücke, von meist 40 Meter Tiefe und unterschiedlichen Breiten. Auffällig sind zudem die Unregelmäßigkeit der Baufluchten, die unterschiedliche Situierung der Gebäude innerhalb der Grundstücke und deren unterschiedliche Größen. Den Wünschen des einzelnen Käufers sollte hinsichtlich innerer und äußerer Gestaltung des Hauses entgegengekommen werden; ebenso hinsichtlich der Art der Situierung auf dem Grundstück. Der eindeutig ländliche Charakter der Villenkolonie entsteht durch die dichte Bepflanzung der Grundstücke mit Obstbäumen und dem im Verhältnis zur Bebauung überproportionalen Anteil an Grünflächen. Das Verhältnis Gebäude zu umgebenden Garten hat einen Minimalwert von etwa 1:6, wenngleich auch einzelne Grundstücke diesen Wert unterschreiten. Bei der Gründung der Kolonie konnten an technischer und hygienischer Ausstattung lediglich Brunnen, wasserdichte Abwassergruben und Abortgruben angeboten werden; im Zuge der baulichen Auffüllung wurden aber bis 1897 auch Wasserleitung, Kanalisation und elektrische Beleuchtung eingeführt. Bei den Häusern, die nur auf Bestellung gebaut wurden, handelt es sich um Einfamilienhäuser mit ein oder zwei Geschossen und ausgebautem Dachgeschoss, ausgestattet mit mindestens vier und höchstens acht Zimmern, Küche und Kammern, zuweilen auch Ateliers. Im Stil zeigt sich eine Mischung zwischen Landhäusern fast bäuerlichen Charakters und Villen in einer Synthese von Schweizer Stil und Heimatstil, auch barocke Kuben mit Walmdach sind vertreten. Bis 1895 waren annähernd alle bisher von Exter erworbenen Grundstücke weiterverkauft und bis 1897 die ersten 120 Villen bezugsfertig. Der Zustrom an Interessenten war enorm. Eine spätere Ausweitung über die heutige Offenbachstraße war allerdings nicht mehr möglich, da Grundstückspekulanten hier und in der Chopinstraße bereits investiert hatten. Es kommt zur Gründung der Villenkolonie Pasing II (vgl. Ensemble Villenkolonie Neu-Pasing II). Bis 1914 wurden die Grundstücke in der ersten Kolonie bebaut, wobei nun auch Architekten außerhalb des Baubüros Exter beteiligt waren. Eine Zäsur bedeutete der Erste Weltkrieg. Erst in den 1920er Jahren folgte eine weitere Ausbauphase, welche die Lücken der geplanten Grundstücke füllte. Dieser Ausbau wurde bis in die 1930er Jahre vorangetrieben. Neben der Auffüllung von Grundstücken fällt die Anlegung der Ludwig-Thoma-Straße in diese Zeit. Es entstehen zweigeschossige Walmdachbauten, die in ihrer Gestaltung den Heimatstil der Kolonie in reduzierter Form aufnehmen und die in ihrer Größe und Kubatur die Anlage nicht überragen. Innerhalb des Ensembles Villenkolonie Neu-Pasing I entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg Neubauten, die auf Grund ihrer Größe und Kubatur oder in der Lage in zweiter Reihe eine erhebliche Beeinträchtigung für das Ensemble darstellen.

Aktennummer E-1-62-000-51

Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.

Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)

Nachbarschaft (Zensus 2022)

Werte für die 100 × 100 m große Rasterzelle, in der diese Adresse liegt. Fehlende Werte hält das Statistische Bundesamt aus Datenschutzgründen zurück.

Nettokaltmiete Ø
15,65 €/m²
Einwohner
39
Wohnungen
18
Leerstand
16,7 %
Eigentümerquote
15,8 %
Wohnfläche Ø
93 m²
Durchschnittsalter
43,1 Jahre
Anteil ab 65
28,2 %
Gebäude vor 1949
0 %
Häufigste Heizung
Gas

© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0

Gebäude
Geschosse
2
Typ
house
Dachform
pyramidal

© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

Wikipedia · 3

August-Exter-Straße 9

Das Gebäude August-Exter-Straße 9 im Stadtteil Pasing der bayerischen Landeshauptstadt München wurde 1910 errichtet. Die Villa in der August-Exter-Straße, die zur Erstbebauung der Villenkolonie Pasing I gehört, ist ein geschütztes Baudenkmal.

August-Exter-Straße

Die August-Exter-Straße, benannt nach dem Architekten August Exter (1858–1933), ist eine Straße im Münchner Stadtteil Pasing, die ab 1892 im Rahmen der Entwicklung der Villenkolonie Pasing I angelegt wurde.

Wohn- und Geschäftshaus

Wikidata (CC0) / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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