=== 20-26 _ V 18604_V 18604 Begruenung Fussgaengerzone BE.pdf ===
Telefon: 089 233-61000 Baureferat
Tiefbau
Gartenbau
Begrünung Fußgängerzone
Gesamtkonzept
Ergebnis der vertieften Untersuchung
Durchgehendes taktiles Leitsystem
Pilotversuch „Unterflurabfallbehälter in der Sendlinger Straße“
im 1. Stadtbezirk Altstadt - Lehel
Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 18604
Beschluss des Bauausschusses vom 10.02.2026 (SB)
Öffentliche Sitzung
Kurzübersicht
zum beiliegenden Beschluss
Anlass Mit Beschluss des Bauausschusses vom 30.04.2024 (Sitzungs-
vorlage Nr. 20-26 / V 11934) “Ausstattung der Fußgängerzone
und der Sommerstraßen“ wurden die verschiedenen Möglichkei-
ten zur Beschattung der Fußgängerzone dargestellt und unter-
sucht. Es wurde festgelegt, dass die Ausstattung der Fußgänger-
zonen der Altstadt mit zusätzlichen Bäumen weiterverfolgt wird.
Auf Basis der im Stadtrat vorgestellten technischen Machbar-
keitsstudie für die grundsätzlichen Potentiale zur Pflanzung von
150 Bäumen in der Münchner Fußgängerzone und den anschlie-
ßenden Straßenräumen wurde das Baureferat beauftragt, eine
vertiefte Untersuchung durchzuführen. Die Ergebnisse sind dem
Stadtrat mit einem Vorschlag zur Umsetzung vorzulegen.
Zur Nutzung von Synergieeffekten in der Baudurchführung führt
das Baureferat in der Sendlinger Straße einen Pilotversuch
„Unterflurabfallbehälter in der Sendlinger Straße“ durch.
Dieser soll zur Optimierung der Abfallintervallentleerung dienen.
Inhalt Darstellung Gesamtkonzept Begrünung Fußgängerzone
• Realisierung der Baumstandorte und weiteres Vorgehen
• Kosten, Zeithorizont, Finanzierung
Planungsauftrag für ein durchgängiges taktiles Leitsystem
Pilotversuch „Unterflurabfallbehälter in der Sendlinger Straße“
Gesamtkosten /
Gesamterlöse -/-
Klimaprüfung Eine Klimaschutzrelevanz ist gegeben: Ja
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Entscheidungs-
vorschlag
1. Der Bauausschuss nimmt das Gesamtkonzept für Baum-
pflanzungen in der Fußgängerzone gemäß Vortrag unter
Punkt 2 und die Ergebnisse der vertieften Untersuchung
zustimmend zur Kenntnis.
2. Das Baureferat wird beauftragt, die dargestellten neuen
Baumstandorte so rasch wie möglich sukzessive,
als Einzelstandorte oder in Gruppen zu realisieren.
Die Finanzierung der neuen Baumstandorte erfolgt aus
den Mitteln der revolvierenden Baumpflanzpauschalen
(MIP-Maßnahmen 6300.2260 und 5800.8745).
3. Das Baureferat wird beauftragt, die Planungen zur
Realisierung eines durchgängigen taktilen Leitsystems
gemäß Punkt 4 des Vortrages aufzunehmen und
dem Stadtrat vom Ergebnis mit einem Vorschlag
zum weiteren Vorgehen zu berichten.
4. Das Baureferat wird beauftragt, den unter Punkt 5
beschriebenen Pilotversuch „Unterflurabfallbehälter
in der Sendlinger Straße“ durchzuführen.
5. Das Baureferat wird beauftragt, die eingegangenen
Spendengelder aus der Aktion „Schatten Spenden“ für
die Herstellung der neuen Baumstandorte zu verwenden.
Gesucht werden
kann im RIS
auch unter:
- Begrünung
- Fußgängerzone
- Blindenleitsystem
- Unterflurcontainer
Ortsangabe ● Stadtbezirk 1 Altstadt - Lehel
● Fußgängerzone
● Sendlinger Straße
Telefon: 089 233-61000 Baureferat
Tiefbau
Gartenbau
Begrünung Fußgängerzone
Gesamtkonzept
Ergebnis der vertieften Untersuchung
Durchgehendes taktiles Leitsystem
Pilotversuch „Unterflurabfallbehälter in der Sendlinger Straße“
im 1. Stadtbezirk Altstadt - Lehel
Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 18604
Anlage 1: Übersichtsplan Gesamtkonzept Baumstandorte
Anlage 2: Stellungnahme BA 1 Altstadt - Lehel vom 09.01.2026
Anlage 3: Stellungnahme des Referates für Arbeit und Wirtschaft vom 22.12.2025
Beschluss des Bauausschusses vom 10.02.2026 (SB)
Öffentliche Sitzung
Inhaltsverzeichnis Seite
I. Vortrag der Referentin....................................................................................................... 2
1. Anlass ...................................................................................................................... 2
2. Darstellung Gesamtkonzept Baumneupflanzungen – Ergebnisse der vertieften
Untersuchung........................................................................................................... 5
3. Realisierung der Baumstandorte in der Fußgängerzone und weiteres Vorgehen ..... 8
4. Durchgehendes taktiles Leitsystem in der Fußgängerzone .................................... 12
5. Pilotversuch Optimierung der Abfallsammelbehälter in der Fußgängerzone........... 13
6. Klimaprüfung.......................................................................................................... 13
7. Abstimmung mit den Querschnitts- und Fachreferaten........................................... 13
II. Antrag der Referentin ...................................................................................................... 15
III. Beschluss........................................................................................................................ 15
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I. Vortrag der Referentin
1. Anlass
Bäume erfüllen in einer hochverdichteten Großstadt wie München neben ihrer gestalterisch
prägenden Wirkung in besonderer Weise auch ökologische und klimatische Funktionen.
Mit der Pflanzung zusätzlicher Bäume im Stadtgebiet kann auch im Hinblick auf den
Klimawandel ein nachhaltiger Beitrag zur Steigerung der genannten Wohlfahrtswirkungen
und letztlich zu einem lebenswerten Umfeld geleistet werden.
Klimawandel und Klimaanpassung
Insbesondere in den hochverdichteten Innenstädten kommt es schon heute zu sogenann-
ten Wärmeinseleffekten und Hitze-Hotspots. Die hochversiegelten Stadträume speichern
die Wärme und kühlen auch nachts nicht mehr genügend ab. Wegen der fehlenden Vege-
tation, der dadurch fehlenden Verschattung und Verdunstung gespeicherten Wassers, ist
die Temperatur, vor allem nachts, wesentlich höher als im Landschaftsraum oder in durch-
grünten Stadtquartieren. Zudem ist die nächtliche Durchlüftung unzureichend und eine
Durchmischung mit kühlerer Luft ist nicht möglich, sodass sich die Hitze in der Altstadt
staut. Teilweise ergeben sich Temperaturdifferenzen im zweistelligen Bereich. Der Klima-
wandel schreitet stetig fort und seine Folgen werden in und um München immer deutlicher
und intensiver spürbar. Die vergangenen beiden Jahre waren die wärmste seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes in München. Die gesamtheitliche
Entwicklung des Münchner Klimas zeigt sich besonders deutlich im Vergleich der Jahres-
mitteltemperaturen der letzten Jahrzehnte. Höchsttemperaturen werden sich in den kom-
menden Jahrzehnten um bis zu 9 Grad steigern. Aus der Stadtklimaanalyse der Landes-
hauptstadt München (RKU, 2014) auf Basis von WETTREG-Berechnungen1
geht hervor,
dass das Maximum der Anzahl von Sommertagen pro Jahr mit bis zu 108 in den 2080er
Jahren zu erwarten ist. Gegenüber heute bedeutet dies mehr als eine Verdoppelung der
jährlichen Sommertage. Für den menschlichen Organismus sind vor allem die besonders
heißen Tage mit Lufttemperaturen von mehr als 30°C und damit einhergehenden bioklima-
tisch ungünstigen Bedingungen in den Siedlungsflächen belastend. Davon betroffen sind
1
WETTREG 2010: „Wetterlagen basierte Regionalisierungsmethode“: Statistisches Klimamodell, das eine
Berechnung regionaler Entwicklungen aus globalen Klimamodellen ermöglicht. Für die Modellierungen
in Deutschland liegt das globale Klimamodell des IPCC „ECHAM5/MPI-OM“ zu Grunde.
WETTREG projiziert die zukünftige Entwicklung des Klimas für bestimmte Klimastationen.
Die Modellierungen stehen für 282 Klima- und 1695 Niederschlagsstationen zur Verfügung.
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insbesondere ältere oder sehr junge Menschen, aber auch Menschen, die schwere körper-
liche Arbeiten verrichten müssen. Analog zu den Sommertagen zeichnet sich ein markan-
ter Anstieg der Hitzetage pro Jahr zur Mitte des Jahrhunderts ab. Im Jahr 2100 werden
44,4 Tage im Jahr mit einer Temperatur ≥ 30°C projiziert. Abbildung 2.12 zeigt die Entwick-
lung der durchschnittlichen Anzahl von Hitzewellen pro Jahr für die Station München-Stadt.
Der zunächst noch moderate Anstieg verstärkt sich etwa ab dem Jahr 2050 deutlich.
Im öffentlichen Raum, auf unseren Straßen und Plätzen, ist die Hitzeentwicklung überall dort
besonders stark, wo keine oder nur wenige Bäume für Schatten und Abkühlung sorgen.
Insbesondere in der Altstadt Münchens ist die Hitzebelastung in den Sommermonaten
sehr hoch und es treten fast flächendeckend extreme Wärmebelastungen auf (Gutachten
Integration von klimaresilienten Grün- und Freiraumstrukturen in die historische Münchner
Altstadt (Mahl-Gebhard-Konzepte, 2023)). Unter Bäumen hingegen tritt eine nur maximal
mäßige Wärmebelastung auf, da die gefühlte Temperatur um mehr als 10°C reduziert wird.
Für eine klimarelevante Ausstattung von Straßen wird eine Baumkronenüberdeckung von
mindestens 30 % empfohlen und im Beschluss „Klimaresilientes München 2050“ (Sitzungs-
vorlage Nr. 20-26 / V 15584, Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 02.07.2025)
auch als Zielwert für den Siedlungsraum, den öffentlichen Straßenraum, für Plätze und
andere versiegelte Flächen in bioklimatisch ungünstigen Siedlungsgebieten festgelegt.
Der Grad der Baumkronenüberdeckung in der Altstadt liegt aktuell jedoch bei weit unter 10 %
in Teilbereichen und tendiert in einzelnen Bereichen gegen 0 %. Besonders betroffen ist die
Fußgängerzone vom Stachus bis zum Marienplatz und vom Odeonsplatz bis zum Sendlinger-
Tor-Platz. Mit mehr als 28 Millionen Passanten pro Jahr liegt die Neuhauser Straße beim
bundesweiten Ranking an der Spitze der meistbesuchten Fußgängerzonen. Bäume gibt es
jedoch sehr wenige. Die Klimafunktionskarte der LHM weist in diesen Bereichen bereits heute
ungünstigste bioklimatische Bedingungen aus.
Fachlich allgemein anerkannt ist, dass Baumpflanzungen das optimale, nachhaltige Mittel
zur Kühlung des urbanen Raumes sind. Als vertikales Grün in der engen Stadt spenden
Bäume im Sommer den gewünschten Schatten und ermöglichen im Winter ohne Belaubung
wärmende Sonnenstrahlen. Ein zusätzlicher Kühlungseffekt erfolgt durch Verdunstung von
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bis zu 400 Litern Wasser pro Baum täglich über die Blattoberflächen. Durch den Kühlungs-
effekt der Verdunstung von Wasser aus den Blättern (Transpiration) wird die Temperatur in
ihrer Umgebung weiter gesenkt. Durch die Transpiration erhöhen Bäume die Luftfeuchtigkeit
in ihrer Umgebung. Dies kann besonders in trockenen Sommermonaten für ein angenehme-
res Mikroklima sorgen. Bäume können als natürliche Windbrecher fungieren, die den Wind
ablenken und so die Auswirkungen von kaltem Wind im Winter oder heißem Wind im
Sommer verringern. Bäume filtern Schadstoffe aus der Luft, absorbieren CO2 und setzen
Sauerstoff frei. Dies verbessert die Luftqualität und trägt zu einem gesünderen Mikroklima
bei. Die Wurzeln von Bäumen helfen, den Boden zu stabilisieren und zu belüften, was die
Wasseraufnahme und -speicherung verbessert und damit die Austrocknung des Bodens
minimiert. Stadtbäume schaffen verschiedene Mikrohabitate, die unterschiedlichen Pflanzen
und Tieren Lebensraum bieten. Dies unterstützt die lokale Biodiversität und trägt zu einem
gesunden Ökosystem bei.
Die Begrünung der Fußgängerzone spielt ebenfalls eine Rolle für die Attraktivität und das
Einkaufserlebnis. Pflanzen und Bäume sorgen für eine ansprechende Optik und tragen zur
Schaffung einer angenehmen Atmosphäre bei. Eine grüne Umgebung wirkt einladend und
kann das Einkaufserlebnis positiv beeinflussen. Eine bessere Luftqualität steigert das
Wohlbefinden der Besucher*innen und kann die Verweildauer in der Fußgängerzone
erhöhen. Begrünung macht die Zone angenehmer für Fußgänger*innen, insbesondere
in den Sommermonaten ermöglicht die Verschattung sich länger in der Fußgängerzone
aufzuhalten. Mittelfristig sichern Baumpflanzungen somit das allgemeine Wohlbefinden
und Kauferlebnis in der Münchner Fußgängerzone.
Die Integration von Bäumen in städtische Räume ist somit nicht nur ein ökologisches
Anliegen, sondern auch ein strategischer Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität in
Städten. Die geplante Erweite...