Maximilianstr. 11

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in Bezirksausschuss 01 - Altstadt-Lehel, München

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Hintergrundinformationen

6 Quellen
Altstadt-Lehel (BA 01) 5 Geschosse Ensemble Bebauungsplan Nr. 1770b Ø Miete 15,96 €/m² 5 Wikipedia
Adress-Steckbrief
Stadtbezirk
Altstadt-Lehel (BA 01)
Bebauungsplan
Nr. 1770b
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Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0

Denkmalschutz

Ensemble

Die Altstadt München bildet nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg mit dem identitätswahrenden Wiederaufbau bis zur Mitte der 1980er Jahre ein Ensemble. Die teils notdürftige Wiederherstellung der frühen Nachkriegsjahre wandelt sich in mehreren Schritten zum Bauen in historischer Umgebung und schließlich zur postmodernen Einfügungsarchitektur. Die teils gewollten Brüche gegenüber der vereinheitlichenden Grundhaltung, vor allem seit den späten 1960er Jahren, sind bewusste Kontrastarchitektur. Daneben sind Bauten zu verzeichnen, die das beschriebene Bild der Altstadt stören.   Geschichtliche und architektonisch/städtebauliche Entwicklung bis 1945 Der Verlauf der ehem. Stadtbefestigung bzw. im Nordosten das Areal der Residenz grenzt die Altstadt gegenüber den Vorstädten ab. Der Aufstieg der Stadt begann mit der 1156 durch Herzog Heinrich den Löwen errichteten Brücke und der Verlagerung des Salztransports. Erstmals wird der Ort 1158 im Augsburger Vergleich als „forum apud Munichen“ urkundlich genannt. Ein neuer Zeitabschnitt begann, als das Herzogtum Bayern 1180 an die Wittelsbacher kam. Nach der Landesteilung von 1255 wurde München Sitz der landesfürstlichen Hofhaltung. Die Entwicklung von Fürstentum und Landesstaatlichkeit förderte den Aufstieg der Stadt, der im Neubau der Marienkirche seit der Mitte des 13. Jh. seinen Ausdruck fand. Eine erste Erweiterung der Stadt erfolgte noch vor Mitte des 13. Jh. mit der Tal-Vortstadt. Bis etwa 1330 folgten Erweiterungen auch nach den anderen Richtungen, im Südwesten, Westen und Norden schob man den neuen Bering in einer annähernd halbkreisförmigen Linienführung um rund 400 Meter vor den alten hinaus. Südöstlich des Sendlinger Tors setzte sich diese kreisförmige Umgrenzung der Erweiterung noch rund 300 Meter in die Isarniederung fort. Der neue Mauerring erhielt vier Haupttore – Isartor, Schwabinger Tor, Neuhauser Tor und Sendlinger Tor – und drei Nebentore. Die Einteilung der inneren Stadt in vier Quadranten wurde auch im Bereich der Stadterweiterung übernommen: Graggenauer Viertel (NO), Kreuzviertel (NW), Hackenviertel (SW)und Angerviertel (SO). Jedes ist mit einem charakteristischen städtebaulichen Erscheinungsbild geprägt. Das Tal blieb als zusätzliches fünftes Viertel zunächst selbständig, doch spätestens nach Mitte des 15. Jh. hatte man den nördlichen Teil der Graggenau, den südlichen dem Angerviertel zugeschlagen. Sofern möglich, wählte man bei der Einteilung der neuen Quartiere annähernd rechteckige Blöcke. An den Rändern zwang die Mauerführung zu trapezförmigen Baublöcken. Mit geringen Ausnahmen waren die Baublöcke hier größer als in der Innenstadt, die Grundstückstiefen zwischen 20 bis 50 Metern aufwiesen. Die Grundstücke hatten eine durchschnittliche Breite von acht bis zehn Metern. Zur Erschließung der extrem tiefen Grundstücke dienten verschiedentlich Durchgänge zwischen zwei parallelen Straßen. Diese München prägende städtebauliche Struktur, wurde in Form blockdurchdringender Passagen bis in die Gegenwart tradiert. Die Erweiterung der Stadt unter Ludwig dem Bayern konnte viereinhalb Jahrhunderte lang der Stadtentwicklung Raum geben und die bis 1800 auf etwa das Vierfache wachsende Einwohnerzahl aufnehmen. Ihre bleibenden Symbole setzte die Bürgerstadt durch die Frauen- und die Peterkirche als sakralen und das alte Rathaus als politischen Mittelpunkt der Stadt in der zweiten Hälfte des 15. Jh. 1505 wurde München alleinige Hauptstadt Bayerns. Der Hof prägte mit der Errichtung des Jesuitenkollegiums und der Michaelskirche 1583-1597 sowie der Wilhelminischen Neufeste, der Maxburg, das Stadtbild mit Monumentalbauten. Auch die neuen Residenzbauten der Herzöge Albrecht V., Wilhelm V. und Maximilian I. verdrängten zahlreiche Bürgerhäuser. Maximilian I. errichtete die Mariensäule und seine neue Residenz mit dem Hofgarten. Ein neuzeitlicher Befestigungsgürtel entstand unter dem Druck des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1619 und 1645. 1806 wurde München Residenzstadt des neugeschaffenen Königreiches Bayern. Damit begann die Umgestaltung zum Zentrum eines modernen Territorialstaates. Die Festungseigenschaft war schon 1791 aufgehoben worden. Dem neuen Königreich gelang eine anspruchsvolle Selbstdarstellung in der endgültigen Gestaltgebung des in Jahrhunderten gewachsenen Komplexes der Residenz, im Max-Joseph-Platz und vor allem mit der spektakulären Öffnung nach Norden in die Achse Odeonsplatz-Ludwigstraße und mit der auf die Isar hin ausgerichteten Achse der Maximilianstraße. Der Repräsentationsanspruch des Bürgertums drückte sich mit dem Neuen Rathaus aus, das in drei Bauabschnitten von 1857-1908, mit seinem mächtigen, 80 Meter hohen Turm als neue Markierung des Zentrum der Stadt gesetzt wurde. Im Altstadtgefüge wurden die noch vorhandenen Tore im Sinne der Verkehrsdurchlässigkeit abgebrochen, Baufluchten begradigt und Straßen aufgeweitet, so dass neue Achsen entstanden, beispielsweise der Rosenstraße und Sendlinger Straße, der Diener- und Residenzstraße. Zeitgleich wurden die Stadtbäche sukzessive überbaut und es entstanden vor allem im Südosten neue Straßendurchbrüche. Zentrale Funktionen der Verwaltungs- und Handelsstadt wurden in München in besonderer Weise architektonisch ausgebildet als eine heimisch-traditionelle Formensprache, die unter Verwendung von Stilelementen der deutschen Renaissance des nordalpinen Barock eine für die Stadt typische Ausdrucksform des Heimatstilgedankens gefunden hat Der Erste Weltkrieg hatte keine baulichen Auswirkungen auf die Altstadt. Während im „Dritten Reich“ München zur „Führerstadt“ umgebaut werden sollte, wurden im Stadtzentrum mit dem Abbruch der Synagogen am Lenbachplatz und in der Herzog-Rudolf-Straße und den Eigentumsverschiebungen durch sog. Arisierung ausschließlich destruktive Kräfte wirksam, die im Zweiten Weltkrieg in massiven und flächendeckenden Zerstörungen mündeten. Wiederaufbau nach 1945 Der Wiederaufbau stellt die letzte und umfassendste Transformation der Münchener Altstadt dar. Die Tatsache, dass die hier beschriebene Altstadt Münchens in der Gegenwart wesentlich bestimmende Elemente ihrer geschichtlichen Entstehung erfahrbar werden lässt, hängt entscheidend mit der Art und Weise zusammen, in der sie wieder aufgebaut worden ist. Die Silhouette der Altstadt München ist beharrlich die einer vorindustriellen Stadt. Ihre architektonischen Wahrzeichen verweisen auf ein städtisches Gemeinwesen bürgerlicher Prägung mit frühneuzeitlichen Überformungen der Renaissance, des Barock und der historistischen Impulse des 19. Jh. Die planmäßige Anlage des Spätmittelalters hat bis in die Gegenwart überdauert mit den Quartiersgliederungen, den Straßenverläufen, den Platzräumen und alten Grundstücksaufteilungen. Die Struktur der Münchner Altstadt wird immer noch bestimmt von den großen herzoglichen Bauten und der königlichen Residenz und historistischen Bürgerbauten aus der Zeit. Die Frühphase des Nachkriegswiederaufbaus der Altstadt prägte die Wiederherstellung der meisten stadtbildbestimmenden Monumentalbauten. Die lückenfüllende Bauweise bei weitgehender Erhaltung des Stadtgrundrisses sowie die Parzellierung ist geprägt durch eine zurückhaltende Architektursprache, unter Aufgriff lokaler baulicher Eigenheiten, der Wahrung überkommener Dimensionen und Proportionen und traditioneller Aufteilung von Wandfläche zu Öffnungen. Dazu trugen das Fehlen eines bayerischen Wiederaufbaugesetzes sowie der frühe Stadtratsbeschluss bei, die Altstadt im Wesentlichen im bisherigen Stadtbild wiederaufzubauen. Dahinter verbarg sich jenseits des sogenannten Meitinger-Planes mit seinem Fokus auf der Infrastrukturplanung und seinen eher vage gebliebenen Handlungsempfehlungen kein zukunftsweisendes stadtplanerisches Konzept. Vielmehr wurde der Wiederaufbau von der Bewahrung der Grundstückseigentumsverhältnisse und verbliebener wertvoller Infrastruktur sowie einer pragmatischen Nutzungsrückgewinnung getragen. Der Nachkriegsaufbau beinhaltete unterschiedliche Modalitäten, von der Rekonstruktion oder Kopie des Vorkriegszustandes über unterschiedlich graduierte Wiederherstellungen unter Integration eines verschieden großen Anteils alter Bausubstanz hin zu stark vereinfachten Gebäuden oder dem vollständigen Neubau als zeitgenössische Neugestaltung. Vor allem letztere kennzeichnet der Verzicht auf historisierende Details und ihre Entstehung als nur selten koordinierend aufeinander abgestimmte Baufolgen. Die verschiedenen Modalitäten bestanden seit 1945 parallel und gleichzeitig, wenn auch mit wechselnder Gewichtung. Welche jeweils zum Tragen kam, hing wesentlich vom Bauherrn und den konkreten lokalen Gegebenheiten ab. Dies führte einerseits zu einer vergleichsweise schnellen Rückgewinnung eines historisch strukturierten Münchener Stadtkerns und eines folglich von Kontinuität geprägten Erscheinungsbildes mit Wiedererkennungswert, andererseits wurde dieser schon sehr früh als konservativ kritisiert. In der Folge entstand in München der Wunsch nach einer grundlegenden Stadtmodernisierung. Mit dem im Juli 1963 beschlossenen Stadtentwicklungsplan sollte die städte- und verkehrsbauliche Ordnung Münchens über 30 Jahre bis 1983 in den Blick genommen werden. Planungsziel der Stadtadministration war „die auf ein hochentwickeltes Zentrum hin orientierte, entlang den Strecken des Massenverkehrsmittels sternförmig in eine Vielzahl von Stadtteilen (…) organisch verbundene Metropole mit Weltstadtcharakter“. Dieser Erneuerungsimpuls kam in verschiedenen Bereichen, meist durch Erneuerungen in städtebaulich prägnanten Arealen und unter Zusammenlegung mehrerer Parzellen, bspw.am neuen Verkehrsknoten Marienplatz, im Bereich der Neuhauser Straße und am Oberanger zum Tragen und fand seinen Höhepunkt mit den Olympischen Spielen 1972. Die Einrichtung der Fußgängerzone und die Anreicherung des öffentlichen Raumes mit Brunnen und Skulpturen sind elementarer Teil dieses Impulses. Mit dem bereits vor dem Zweiten Weltkrieg geplanten, ab 1963 konsequent verfolgten Durchbruch des Thomas-Wimmer-Ringes zum Schluss des bereits in Meitingers Wiederaufbauplan angelegten Altstadtringes und der baulichen Neuordnung der östlichen Flanke der Altstadt mit ihrem Portal an der Maximilianstraße sowie dem Schluss der letzten verbliebenen Kriegslücken fand der Wiederaufbau der Altstadt bis Mitte der 1980er Jahre schließlich seinen Abschluss. Architektonisch weisen die Bauten in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren innerhalb der Altstadt eine große Bandbreite auf. Einerseits ist das Einfügen in das vorhandene Straßen- und Platzbild als das Bauen in historischer Umgebung zu erkennen ebenso wie postmoderne Interpretationen innerhalb eines Architekturraums. Andererseits bildete man bewusste Kontraste, die teilweise auch wichtige städtebauliche Lagen besetzen. In jüngerer Zeit entstehen ab der Mitte der 1980er Jahre Ersatzbebauungen an zahlreichen Stellen in der Altstadt. Diese respektieren Parzellierungen und Gebäudehöhen und fügen sich damit dem Stadtbild ein. Würdigung Der identitätswahrende Wiederaufbau der Münchner Altstadt hat ein geschlossenes Bild geschaffen, wenngleich sich dieser über einen langen Zeitraum erstreckte und von verschiedenen Vorstellungen und architektonischen Leitbildern geprägt war. Die Anzahl der Geschosse und die Traufhöhe sowie die Materialwahl der Fassaden orientierte sich an den erhaltenen historischen Gebäuden in der Altstadt. Der Wiederaufbau der Münchner Altstadt ist im Vergleich zu dem der stark zerstörten Großstädte (West-)Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg einzigartig. In keiner Großstadt sonst gelang ein Wiederaufbau mit Wahrung eines so großflächigen historischen Bereichs.

Aktennummer E-1-62-000-1

Ensemble

Die auf Veranlassung von König Maximilian II. in einem - als Ergebnis theoretischer Überlegungen gefundenen - einheitlichen Stil zwischen 1853 und 1875 erbaute Monumentalstraße ist als eine in sich geschlossene städtebauliche Konzeption von besonderem Rang ein Ensemble. Die dritte der Münchener Monumentalstraßen (nach der Brienner Straße und Ludwigstraße) ist in ihrem Westteil als urbaner Geschäfts- und Wohnbereich ausgebildet, in ihrem Ostteil zum von öffentlichen Bauten begrenzten und gartenkünstlerisch ausgestalteten Forum verbreitert; den Abschluss jenseits des Monuments für Maximilian II. und der Brücke bildet das hochgelegene, kulissenhaft breit entfaltete Maximilianeum. Die Anlage des 1, 5 Kilometer langen Straßenzugs erschloss das bis dahin städtebaulich ungeordnete Gebiet zwischen Altstadt und Isar. Das an den Bauten der Straße angewandte Ergebnis des - aufgrund eines Wettbewerbs gefundenen - "Maximilianstils" war eine Synthese klassisch proportionierter Baukörper mit als national empfundenen, gotisierenden Formen und einzelnen technischen Elementen; kennzeichnendes Gliederungselement ist die "Strecklisenenordnung", die durch ihre stete Wiederholung den flächigen Fassaden ihr graphisch-dezentes, unplastisches Relief verleiht. Die Anlage der Maximilianstraße ist nicht zu trennen von der Idee eines neuen Baustils, den König Maximilian II. von Bayern postuliert und auf Grund eines der größten internationalen Architekturwettbewerbe des 19. Jahrhunderts zu finden suchte. Er wurde 1850 ausgeschrieben für ein "Athenäum", eine wissenschaftliche Erziehungsanstalt gemäß humanistischen Bildungsprinzipien, wie sie sich als Projekt der Kronprinz seit 1837 wiederholt hatte vorlegen lassen. Dem Athenäum - später als Maximilianeum bezeichnet als Hinweis auf den Stifter - lag der Gedanke zugrunde, eine höhere Bildungs- und Unterrichtsanstalt für hervorragende Diener des bayerischen Staates einzurichten, beeinflusst von der durch den Befreiungskrieg der Neuhellenen hervorgerufenen Griechenbegeisterung. Als Standort wurden auch Bauplätze außerhalb der Stadt München in Betracht gezogen, z. B. Feldafing am Starnberger See. Bereits 1832 hatte der Kronprinz die Absicht geäußert, in Zukunft auf der Isarhöhe einen großen Nationalbau, einen Park, eventuell sogar einen neuen Stadtteil anzulegen. Damit ist erstmals die Idee ausgesprochen, die dann bestimmend und richtunggebend werden sollte für die wichtigste Bautätigkeit unter Maximilians Regierung: für die Erweiterung Münchens nach Osten zu unter Einbeziehung des Isarflusses in den Stadtbereich. Die Stadtverwaltung hätte dem Ausbau des Isarviertels schon zu der Zeit den Vorzug gegeben, als Ludwig I. seine Straße vom Schwabinger Tor aus nach Norden zu in Angriff nahm. Sie selbst unternahm den ersten Vorstoß in das vernachlässigte Gebiet im Jahre 1840, als sie begann, die Hildegardstraße anzulegen. Als Punkt vier des Katalogs von Projekten zur Verschönerung der Stadt wird von Kronprinz Maximilian 1839 eine "Verbindung der Stadt mit der Isar von der Neuen Residenz aus über das Lehel" angeführt. Im selben Jahr 1850, in dem der Wettbewerb für das Maximilianeum ausgeschrieben wurde, holte der König bei der Obersten Baubehörde ein Gutachten über die Führung der neuen Straße "als eine gerade Verbindung des Max-Joseph-Platzes mit Brunnthal" ein. Am 4. März 1851 legte Friedrich Bürklein seine "Pläne die Verschönerung Münchens betreffend" vor, in denen eine Akropole auf dem Isarufer vorgesehen war. Geplantes Athenäum und die Anlage der neuen Straße waren damit zu einem Projekt zusammengefasst worden. Die schrittweise Entwicklung, Änderung und Konzentrierung des Straßenprojekts zog sich bis 1856 hin, wobei von vornherein die Idee des Forums mit eingegangen war, festgelegt als Rechteckform mit halbrundem Schluss im Osten, anfänglich eher als in sich geschlossener Park, schließlich aber mehr als öffentliche Gartenanlage konzipiert, die die Anforderungen einer Verkehrs- und Verbindungsstraße nach Osten eher erfüllte. Der König selbst verfügte, dass die im Forum außer den Brunnen und einer monumentalen Säule aufzustellenden Bildwerke in die Linie der Bauflucht der Maximilianstraße mit symmetrischer, aber zugleich malerischer Wirkung anzuordnen seien. Die Maximilianstraße ist zunächst nur im Grundriss konzipiert worden. Der Park des Forums war festgelegt, bevor die umgebenden Bauten auch nur projektiert waren. Erstmals 1853 war die Bebauung des Forums mit öffentlichen Gebäuden eingezeichnet; von ihnen wurde die Regierung von Oberbayern auf der Nordseite als einziges Bauwerk dem angegebenen Grundriss entsprechend errichtet. Drei Bauten der Südseite, von denen Taubstummenanstalt und Gymnasium schon gebaut waren, mussten 1858 dem Bau des Nationalmuseums weichen. Der Bebauung der Maximilianstraße ging 1852 ein Auftrag des Königs an die Architekten Bürklein, Gottgetreu, Voit, Riedel und Ziebland voraus, "Muster-Fassaden für die Neue Straße" anzufertigen. Wie schon beim Programm für den "Neuen Stil" präzisierte der König seine Vorstellungen bis in Einzelheiten. Er forderte eine zeitgemäße Architektur von praktischer Zweckmäßigkeit, Einfachheit, Schönheit und "Nationalität". Alles Schwerfällige, Strenge sollte vermieden werden, in der Form das Emporstrebende im Vergleich zur Breitenwirkung dominieren. Als Materialien wurden neben farbigem Glas Terrakotta und Gusseisen vorgeschrieben. Um den kleinlichen Eindruck vieler Einzelgebäude zu umgehen, sollten mehrere aneinanderliegende Häuser in einer Fassade zusammengefasst werden. Gegen ihre Monotonie sollten sie Vor- und Rücksprünge, erhöhte Mittel- oder Flügelbauten sowie zwischen den Fenstern auf den Pfeilern abteilende Linien von unten bis oben durch Lisenen und Säulchen erhalten. Während sich Maximilian II. die künstlerische Gestaltung der Straße vorbehielt, wurde der Stadt die Ausführung des Straßenkörpers selbst überlassen. 1852 teilte der König dem Bürgermeister mit, dass er vorhätte, die Stadt mit der St.-Anna-Vorstadt mittels einer schönen Straße zu verbinden. Er wurde aufgefordert zu berichten, ob sich die Überbrückung und Auffüllung der Kanäle und die Herstellung des Straßenkörpers aus städtischen Mitteln ins Werk setzen ließe. Die Hauptschwierigkeiten machten die Entwässerungsanlagen und die Überbrückungen der sieben Kanäle des vorstädtischen Gewerbegebiets, dessen unebenes Gelände willkürlich von Bächen, diesen Kanälen und engen, krummen Wegen durchzogen war. Im Oktober 1856 war der Bau des Straßenkörpers beendet. Über die Länge von 1, 5 Kilometer zog sich die Straße vom Max-Joseph-Platz bis zur Isar hin; das Forum wurde in 379 Meter Länge und 82 Meter Breite angelegt. Gleichzeitig mit der Errichtung der Brücken über die Isar, die 1863 eröffnet wurden - sie wurden allerdings 1903-05 durch eine neue Brückenanlage von Friedrich Thiersch ersetzt -, führte die Stadt die Anlage des Straßenkörpers der Äußeren Maximilianstraße (jetzt Max-Planck-Straße) durch, die den gewünschten Anschluss an die Wiener Straße in Haidhausen brachte. Diese Straße wurde mit Rücksicht auf das Maximilianeum am östlichen Brückenende geteilt und in zwei halbkreisförmigen Armen den Hang hinaufgeführt. Die Mietshäuser hinter dem großen Abschlussbau auf der Gasteighöhe entstanden erst in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Stilformen des Spätklassizismus. An der Maximilianstraße selbst entstanden Staats- und Privatbauten zeitlich nebeneinander. Entwerfender Architekt der Straße insgesamt wie der meisten Bauten war Friedrich Bürklein. Seine Entwürfe, in denen er zu einer Neugotik, die auf Elementen der historischen Architektur Englands und der Niederlande aufbaute, auch Elemente der italienischen Spätrenaissance kombinierte, entsprachen den Vorstellungen des Königs über einen neuen Baustil offenbar am meisten. Die Straße beginnt - als südliche Tangente des Max-Joseph-Platzes - in der Flucht der Hauptpost; von hier ab senkt sich das Gelände langsam zur Isar hin. Gegenüber dem Nationaltheater wurde das Gebäude der Münze, das weitab von der Straßenflucht lag, durch zwei ungleich lange Flügelbauten in die Baulinie der neuen Straße angeschlossen (1857-63). Die Straßenfront wurde durch eine offene Pfeilerarkatur in gotisierenden Formen verkleidet. Den seitlichen Flügeln sind pavillonartige Vorbauten mit flachgeneigten Satteldächern vorgestellt. Die acht Figuren auf der Attika der Arkaden sind Allegorien der Handwerke und Disziplinen, die mit dem Münzwesen zu tun haben. Der folgende Straßenabschnitt wird bis zur Erweiterung ins Forum durch Geschäfts- und Mietwohnhäuser eingenommen, wobei sich die langgestreckten Fassaden, zu denen die einzelnen Gebäude optisch zusammengefasst sind, nach den Einmündungen der Seitenstraßen richten. Das südöstliche Eckhaus zum Forum (Nr. 32, Block mit Nr. 34 und 36) war das erste Gebäude, das in der neuen Straße überhaupt erbaut wurde. Schon hier trat eine für die Erscheinung der gesamten Straße einschneidende Reduktion ein: die ursprünglich für sämtliche Häuser vorgesehenen Arkadengalerien, welche die Straße zu beiden Seiten begleiten sollten, wurden aus ökonomischen Gründen zugunsten von Ladeneinbauten aufgegeben. Als Stilprinzip zeigt die Fassade eine durch Arkaturen und Fenster relativ aufgelöste Wand, die Betonung der Vertikale durch die "Strecklisenen" sowie gotisches Ornament und Palmettenakrotere auf dem Kranzgesims. Die Fassade ist die einzige der Straße, die nicht in sich selbst symmetrisch abgeschlossen ist, während alle anderen Gebäude durch flache Eck- und Mittelrisalite symmetrisch zentriert sind. Auch wurde nur bei diesem Gebäude die Fassadenoberfläche zumindest teilweise in Terrakotta ausgeführt. Die hohen und großvolumigen, kantigen Baublöcke dieses westlichen Straßenabschnitts zeigen in ihrem Aufbau über dem Erdgeschoß ein Mezzaningeschoß - beides in der spitzbogigen Blendarkatur zusammengefasst -, darüber noch drei, in den erhöhten Teilen vier Geschosse. In den meisten Fällen sind die Fassadengliederungen mehrere Achsen weit in die Seitenstraßen hineingeführt, was in der Wirkung die optische Geschlossenheit steigert. Auch die meist abgeschrägten Gebäudeecken betonen die Zusammengehörigkeit; bisweilen haben sich die häufig projektierten gusseisernen Erker an diesen Stellen erhalten. Die Nordseite dieses Straßenteils beherrscht das 1856-1858 nach Plänen von Wilhelm Gottgetreu gebaute "Hotel Vier Jahreszeiten" (1903-1904 durch Heilmann und Littmann umgebaut). Im Anschluss an die Sequenz der Wohn- und Geschäftsbauten kommt am Forum dagegen öffentliche Architektur zur Geltung. Der südliche Breitbau wurde 1858-1867 nach Entwürfen Eduard Riedels ausgeführt, war begonnen worden als Taubstummen-Anstalt, aber der bereits stehende Rohbau wurde abgebrochen, um dann dem Bau des Bayerischen Nationalmuseums Platz zu machen. Dieser Museumsbau ist ein langgestreckter Baublock zu insgesamt 25 Achsen, bestehend aus einem mächtigen dreigeschossigen Haupttrakt mit einer neunbogigen Arkadenhalle und aus zweigeschossigen Flügelbauten mit Eckpavillons als Abschluss; der Mittelbalkon wird durch Atlanten getragen. Die Fassade zeigt starke Anklänge an den Tudor-Stil. In städtebaulicher Hinsicht überlegen stellt sich das 1856-1864 errichtete Gebäude der "Regierung von Oberbayern" gegenüber dar. Der ebenfalls breitgelagerte Monumentalbau besteht aus einem dreiachsigen Mitteltrakt, dessen Seitenflügel durch Sechsecktürme flankiert sind, an die sich niedrigere Flügel mit dreiachsigen Kopfbauten anfügen. Stilistisch wird oberhalb eines in steilen Arkaden geöffneten Erdgeschosses das Wandsystem gotischer Kathedralen auf einen Profanbau übertragen. In vertikale Blendordnungen sind Motive venezianischer und englischer Gotik eingetragen. Die Hochrechteckfelder mit eingestellten Kathedral-Fenstern sowie deren stabwerkartige Vertikalteilung übertragen Möglichkeiten der Eisenkonstruktion auf Steinbau in gotischen Formen. Damit und mit der tektonischen und ornamentalen Verkleidung der Fassade mit hellgelblicher Terrakotta ist der Bau ein sehr typisches Beispiel für den "Maximilianstil". (Das 1944 ausgebrannte Gebäude 1948-1953 außen leicht, innen stark verändert wiederaufgebaut.) Im Anschluss an die beiden Monumentalbauten des Forums folgen Bauten wiederum vom Typus des Westteils der Straße. Der Platz selbst hat Rasen-, Busch- und Baumbepflanzung erhalten. Den Durchzug der Straße im Platz flankieren vier gleichartige, paarweise gestellte Bronzedenkmäler, die auf der Nordseite dem General Deroy (1856 von Johann Halbig), dem Grafen Rumford (1866 von Caspar Zumbusch), auf der Südseite dem Philosophen Friedrich Wilhelm von Schelling (1861 von Friedrich Brugger) und dem Erfinder Joseph von Fraunhofer (1868 von Johann Halbig) gewidmet sind. Die ursprünglich in den Straßenraum selbst gepflanzten Platanen wurden in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder beseitigt, angeblich, weil sie zuviel Licht wegnahmen. In den Schnittpunkt der Maximilians- und Thierschstraße wurde 1875 das Denkmal für König Maximilian II. gestellt. Aus einem dazu ausgeschriebenen Wettbewerb ist der Bildhauer Caspar Zumbusch als Sieger hervorgegangen. Er schuf eine Bronzefigur auf hohem Pfeiler, reich von allegorischen Figuren umgeben, in Verbindung von mattrotem Granit und dunkler Bronze. Das Rondell des Maxmonuments begrenzen seit 1881 östlich samt dem anschließenden Straßenstück steinerne Mauern mit Balustrade und vasenbekrönten Pfeilern sowie dahinter liegende dichte Baumbeplanzungen. Nordöstlich des Denkmals wurde 1876-1877 in Formen italienischer Hochrenaissance das Wilhelmsgymnasium aufgeführt. Den Fluss überquert die 1903-1905 durch Friedrich Thiersch erbaute Maximiliansbrücke, eine Konstruktion aus Muschelkalkstein und Stahlgelenken, mit steinernen Zierbrüstungen, auf deren nördliche die Kolossalfigur der Pallas Athene (1906 von Franz Drexler) postiert wurde. 1856 hatte der Hofgartendirektor Karl Effner begonnen, das östliche Isarhochufer landschaftsgärtnerisch auszugestalten. Dort wurde über dem Brückenkopf 1857 der Grundstein zum Maximilianeum gelegt, einer königlichen Stiftung zur Aufnahme begabter Universitätsstudenten aus ganz Bayern. Die umfangreichen Erdarbeiten und schwierigen Fundamentierungen dauerten bis 1861, 1864 war erst das Sockelgeschoß erstellt. In diesem Jahr beschloss der König, das spitzbogige Fassadenprojekt aufzugeben, dessen beide ersten Entwürfe von Bürklein überliefert sind, und entschied sich für eine Ausführung in Renaissanceformen, also in Rundbogenöffnungen. Nach dem Tod des Königs im gleichen Jahr stockte der Bauhergang fast völlig; erst 1874 wurde das Gebäude vollendet. Die Hauptfront des Maximilianeums wurde zur Stadtseite hin ausgebildet. Auf hohem, durch rote Ziegel verkleidetem Sockel ist eine zweigeschossige weitausladende Fassade ausgebildet, die an den äußersten Ecken von zwei dreigeschossigen Türmen abgeschlossen wird; siebenjochige offene Arkadenflügel leiten über zum fünfjochigen Mittelbau; dieser Mittelbau weicht in einer breitsegmentbogigen Kurve zurück, er ist durch Pilaster im Erdgeschoß, durch Rund- oder Halbsäulen im Obergeschoß gegliedert, sein Zentrum ist ein dreiachsiger Risalit, dem sich seitlich vierachsige Galerien und dreiachsige Eckrisalite anfügen; über den Mittelbau breitet sich eine hohe Attika mit Mosaiken in Halbkreisfeldern auf Goldgrund; aus der Kontur des waagrechten, ruhig gestuften Abschlusses heben sich Statuen, auf die erhöhte Mitte ist ein Engel postiert. Die insgesamt terrakottabelegte Fassade wird als romantisch in Grün eingebettete Kulisse der ihr gestellten Aufgabe gerecht, als "Akropole" Ziel und Abschluss der Maximilianstraße zu sein. Für die optische Erscheinungsweise ist charakteristisch, dass das Maximilianeum durch seine erhöhte Lage auf dem Isarufer über den Substruktionsmauern und durch seine Trennung von den letzten Gebäuden des Forums durch das Flusstal seine reale Entfernung für keinen Punkt des Betrachters von der Straße aus messbar werden lässt, so dass ein schwebender und unwirklicher Eindruck entstehen kann. Charakteristisch für die Straße insgesamt ist der Gegensatz zwischen dichter architektonischer Reihung und weiter Distanzierung, die durch das Grün gesteigert, aber auch gärtnerisch verhüllt wird. Das Ensemble weist an mehreren Stellen Störungen auf. Am westlichen Teil des Forums fielen 1968/69 fünf Bauten dem Durchbruch des Altstadtrings zum Opfer. Hier entstanden 1983/84 an der Südseite und gegenüber 1996/97 Neubauten mit der Maximilianstraße angepassten Fassadengestaltungen. An der Stelle der langjährigen Kriegslücke der ehem. Maximilianstraße 11 und 13 entstand ab 2002 ein Neubau mit einer rekonstruierten Fassade. Maximilianstraße 53 ist ein Neubau in nicht dem Ensemble angepassten Formen.

Aktennummer E-1-62-000-33

Bodendenkmal

Untertägige frühneuzeitliche Befunde im Bereich des herzoglichen, kurfürstlichen und königlichen Hofgartens in München und seiner älteren Bauphasen.

Aktennummer D-1-7835-0355

Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.

Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)

Nachbarschaft (Zensus 2022)

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Nettokaltmiete Ø
15,96 €/m²
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25
Wohnungen
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Durchschnittsalter
41,8 Jahre

© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0

Gebäude
Geschosse
5
Denkmal
Schutzklasse 4

© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

Wikipedia · 5

Q41176353

München (Sprengkommando)

München (Katastropheneinsatz) concentration camp

München (SS-Standortkommandantur Bunkerbau)

München (Grossschlachterei Thomae) concentration camp

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