Residenzstr. 1

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in Bezirksausschuss 01 - Altstadt-Lehel, München

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Hintergrundinformationen

6 Quellen
Altstadt-Lehel (BA 01) 1 Geschosse Baudenkmal 5 Wikipedia 2 Stadt-Chronik
Adress-Steckbrief
Stadtbezirk
Altstadt-Lehel (BA 01)
Bebauungsplan
keiner an dieser Stelle

Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0

Denkmalschutz

Baudenkmal · Alfons-Goppel-Straße 11

Festsaal, Palast, syn. Palais, syn. Palazzo

Festsaalbau, Teil des Residenzkomplexes: siehe bei Residenzstraße 1 (D-1-62-000-5760).

Aktennummer D-1-62-000-2733

Baudenkmal · Odeonsplatz 18

Gartentor, syn. Toreinfahrt, Mauer

Hofgartentor, triumphbogenartiger Bau mit beiderseits anschließenden, zum Platz geschlossenen Arkaden, von Leo von Klenze, 1816-22ff.; vgl. Hofgarten.

Aktennummer D-1-62-000-4932

Ensemble

Die Altstadt München bildet nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg mit dem identitätswahrenden Wiederaufbau bis zur Mitte der 1980er Jahre ein Ensemble. Die teils notdürftige Wiederherstellung der frühen Nachkriegsjahre wandelt sich in mehreren Schritten zum Bauen in historischer Umgebung und schließlich zur postmodernen Einfügungsarchitektur. Die teils gewollten Brüche gegenüber der vereinheitlichenden Grundhaltung, vor allem seit den späten 1960er Jahren, sind bewusste Kontrastarchitektur. Daneben sind Bauten zu verzeichnen, die das beschriebene Bild der Altstadt stören.   Geschichtliche und architektonisch/städtebauliche Entwicklung bis 1945 Der Verlauf der ehem. Stadtbefestigung bzw. im Nordosten das Areal der Residenz grenzt die Altstadt gegenüber den Vorstädten ab. Der Aufstieg der Stadt begann mit der 1156 durch Herzog Heinrich den Löwen errichteten Brücke und der Verlagerung des Salztransports. Erstmals wird der Ort 1158 im Augsburger Vergleich als „forum apud Munichen“ urkundlich genannt. Ein neuer Zeitabschnitt begann, als das Herzogtum Bayern 1180 an die Wittelsbacher kam. Nach der Landesteilung von 1255 wurde München Sitz der landesfürstlichen Hofhaltung. Die Entwicklung von Fürstentum und Landesstaatlichkeit förderte den Aufstieg der Stadt, der im Neubau der Marienkirche seit der Mitte des 13. Jh. seinen Ausdruck fand. Eine erste Erweiterung der Stadt erfolgte noch vor Mitte des 13. Jh. mit der Tal-Vortstadt. Bis etwa 1330 folgten Erweiterungen auch nach den anderen Richtungen, im Südwesten, Westen und Norden schob man den neuen Bering in einer annähernd halbkreisförmigen Linienführung um rund 400 Meter vor den alten hinaus. Südöstlich des Sendlinger Tors setzte sich diese kreisförmige Umgrenzung der Erweiterung noch rund 300 Meter in die Isarniederung fort. Der neue Mauerring erhielt vier Haupttore – Isartor, Schwabinger Tor, Neuhauser Tor und Sendlinger Tor – und drei Nebentore. Die Einteilung der inneren Stadt in vier Quadranten wurde auch im Bereich der Stadterweiterung übernommen: Graggenauer Viertel (NO), Kreuzviertel (NW), Hackenviertel (SW)und Angerviertel (SO). Jedes ist mit einem charakteristischen städtebaulichen Erscheinungsbild geprägt. Das Tal blieb als zusätzliches fünftes Viertel zunächst selbständig, doch spätestens nach Mitte des 15. Jh. hatte man den nördlichen Teil der Graggenau, den südlichen dem Angerviertel zugeschlagen. Sofern möglich, wählte man bei der Einteilung der neuen Quartiere annähernd rechteckige Blöcke. An den Rändern zwang die Mauerführung zu trapezförmigen Baublöcken. Mit geringen Ausnahmen waren die Baublöcke hier größer als in der Innenstadt, die Grundstückstiefen zwischen 20 bis 50 Metern aufwiesen. Die Grundstücke hatten eine durchschnittliche Breite von acht bis zehn Metern. Zur Erschließung der extrem tiefen Grundstücke dienten verschiedentlich Durchgänge zwischen zwei parallelen Straßen. Diese München prägende städtebauliche Struktur, wurde in Form blockdurchdringender Passagen bis in die Gegenwart tradiert. Die Erweiterung der Stadt unter Ludwig dem Bayern konnte viereinhalb Jahrhunderte lang der Stadtentwicklung Raum geben und die bis 1800 auf etwa das Vierfache wachsende Einwohnerzahl aufnehmen. Ihre bleibenden Symbole setzte die Bürgerstadt durch die Frauen- und die Peterkirche als sakralen und das alte Rathaus als politischen Mittelpunkt der Stadt in der zweiten Hälfte des 15. Jh. 1505 wurde München alleinige Hauptstadt Bayerns. Der Hof prägte mit der Errichtung des Jesuitenkollegiums und der Michaelskirche 1583-1597 sowie der Wilhelminischen Neufeste, der Maxburg, das Stadtbild mit Monumentalbauten. Auch die neuen Residenzbauten der Herzöge Albrecht V., Wilhelm V. und Maximilian I. verdrängten zahlreiche Bürgerhäuser. Maximilian I. errichtete die Mariensäule und seine neue Residenz mit dem Hofgarten. Ein neuzeitlicher Befestigungsgürtel entstand unter dem Druck des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1619 und 1645. 1806 wurde München Residenzstadt des neugeschaffenen Königreiches Bayern. Damit begann die Umgestaltung zum Zentrum eines modernen Territorialstaates. Die Festungseigenschaft war schon 1791 aufgehoben worden. Dem neuen Königreich gelang eine anspruchsvolle Selbstdarstellung in der endgültigen Gestaltgebung des in Jahrhunderten gewachsenen Komplexes der Residenz, im Max-Joseph-Platz und vor allem mit der spektakulären Öffnung nach Norden in die Achse Odeonsplatz-Ludwigstraße und mit der auf die Isar hin ausgerichteten Achse der Maximilianstraße. Der Repräsentationsanspruch des Bürgertums drückte sich mit dem Neuen Rathaus aus, das in drei Bauabschnitten von 1857-1908, mit seinem mächtigen, 80 Meter hohen Turm als neue Markierung des Zentrum der Stadt gesetzt wurde. Im Altstadtgefüge wurden die noch vorhandenen Tore im Sinne der Verkehrsdurchlässigkeit abgebrochen, Baufluchten begradigt und Straßen aufgeweitet, so dass neue Achsen entstanden, beispielsweise der Rosenstraße und Sendlinger Straße, der Diener- und Residenzstraße. Zeitgleich wurden die Stadtbäche sukzessive überbaut und es entstanden vor allem im Südosten neue Straßendurchbrüche. Zentrale Funktionen der Verwaltungs- und Handelsstadt wurden in München in besonderer Weise architektonisch ausgebildet als eine heimisch-traditionelle Formensprache, die unter Verwendung von Stilelementen der deutschen Renaissance des nordalpinen Barock eine für die Stadt typische Ausdrucksform des Heimatstilgedankens gefunden hat Der Erste Weltkrieg hatte keine baulichen Auswirkungen auf die Altstadt. Während im „Dritten Reich“ München zur „Führerstadt“ umgebaut werden sollte, wurden im Stadtzentrum mit dem Abbruch der Synagogen am Lenbachplatz und in der Herzog-Rudolf-Straße und den Eigentumsverschiebungen durch sog. Arisierung ausschließlich destruktive Kräfte wirksam, die im Zweiten Weltkrieg in massiven und flächendeckenden Zerstörungen mündeten. Wiederaufbau nach 1945 Der Wiederaufbau stellt die letzte und umfassendste Transformation der Münchener Altstadt dar. Die Tatsache, dass die hier beschriebene Altstadt Münchens in der Gegenwart wesentlich bestimmende Elemente ihrer geschichtlichen Entstehung erfahrbar werden lässt, hängt entscheidend mit der Art und Weise zusammen, in der sie wieder aufgebaut worden ist. Die Silhouette der Altstadt München ist beharrlich die einer vorindustriellen Stadt. Ihre architektonischen Wahrzeichen verweisen auf ein städtisches Gemeinwesen bürgerlicher Prägung mit frühneuzeitlichen Überformungen der Renaissance, des Barock und der historistischen Impulse des 19. Jh. Die planmäßige Anlage des Spätmittelalters hat bis in die Gegenwart überdauert mit den Quartiersgliederungen, den Straßenverläufen, den Platzräumen und alten Grundstücksaufteilungen. Die Struktur der Münchner Altstadt wird immer noch bestimmt von den großen herzoglichen Bauten und der königlichen Residenz und historistischen Bürgerbauten aus der Zeit. Die Frühphase des Nachkriegswiederaufbaus der Altstadt prägte die Wiederherstellung der meisten stadtbildbestimmenden Monumentalbauten. Die lückenfüllende Bauweise bei weitgehender Erhaltung des Stadtgrundrisses sowie die Parzellierung ist geprägt durch eine zurückhaltende Architektursprache, unter Aufgriff lokaler baulicher Eigenheiten, der Wahrung überkommener Dimensionen und Proportionen und traditioneller Aufteilung von Wandfläche zu Öffnungen. Dazu trugen das Fehlen eines bayerischen Wiederaufbaugesetzes sowie der frühe Stadtratsbeschluss bei, die Altstadt im Wesentlichen im bisherigen Stadtbild wiederaufzubauen. Dahinter verbarg sich jenseits des sogenannten Meitinger-Planes mit seinem Fokus auf der Infrastrukturplanung und seinen eher vage gebliebenen Handlungsempfehlungen kein zukunftsweisendes stadtplanerisches Konzept. Vielmehr wurde der Wiederaufbau von der Bewahrung der Grundstückseigentumsverhältnisse und verbliebener wertvoller Infrastruktur sowie einer pragmatischen Nutzungsrückgewinnung getragen. Der Nachkriegsaufbau beinhaltete unterschiedliche Modalitäten, von der Rekonstruktion oder Kopie des Vorkriegszustandes über unterschiedlich graduierte Wiederherstellungen unter Integration eines verschieden großen Anteils alter Bausubstanz hin zu stark vereinfachten Gebäuden oder dem vollständigen Neubau als zeitgenössische Neugestaltung. Vor allem letztere kennzeichnet der Verzicht auf historisierende Details und ihre Entstehung als nur selten koordinierend aufeinander abgestimmte Baufolgen. Die verschiedenen Modalitäten bestanden seit 1945 parallel und gleichzeitig, wenn auch mit wechselnder Gewichtung. Welche jeweils zum Tragen kam, hing wesentlich vom Bauherrn und den konkreten lokalen Gegebenheiten ab. Dies führte einerseits zu einer vergleichsweise schnellen Rückgewinnung eines historisch strukturierten Münchener Stadtkerns und eines folglich von Kontinuität geprägten Erscheinungsbildes mit Wiedererkennungswert, andererseits wurde dieser schon sehr früh als konservativ kritisiert. In der Folge entstand in München der Wunsch nach einer grundlegenden Stadtmodernisierung. Mit dem im Juli 1963 beschlossenen Stadtentwicklungsplan sollte die städte- und verkehrsbauliche Ordnung Münchens über 30 Jahre bis 1983 in den Blick genommen werden. Planungsziel der Stadtadministration war „die auf ein hochentwickeltes Zentrum hin orientierte, entlang den Strecken des Massenverkehrsmittels sternförmig in eine Vielzahl von Stadtteilen (…) organisch verbundene Metropole mit Weltstadtcharakter“. Dieser Erneuerungsimpuls kam in verschiedenen Bereichen, meist durch Erneuerungen in städtebaulich prägnanten Arealen und unter Zusammenlegung mehrerer Parzellen, bspw.am neuen Verkehrsknoten Marienplatz, im Bereich der Neuhauser Straße und am Oberanger zum Tragen und fand seinen Höhepunkt mit den Olympischen Spielen 1972. Die Einrichtung der Fußgängerzone und die Anreicherung des öffentlichen Raumes mit Brunnen und Skulpturen sind elementarer Teil dieses Impulses. Mit dem bereits vor dem Zweiten Weltkrieg geplanten, ab 1963 konsequent verfolgten Durchbruch des Thomas-Wimmer-Ringes zum Schluss des bereits in Meitingers Wiederaufbauplan angelegten Altstadtringes und der baulichen Neuordnung der östlichen Flanke der Altstadt mit ihrem Portal an der Maximilianstraße sowie dem Schluss der letzten verbliebenen Kriegslücken fand der Wiederaufbau der Altstadt bis Mitte der 1980er Jahre schließlich seinen Abschluss. Architektonisch weisen die Bauten in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren innerhalb der Altstadt eine große Bandbreite auf. Einerseits ist das Einfügen in das vorhandene Straßen- und Platzbild als das Bauen in historischer Umgebung zu erkennen ebenso wie postmoderne Interpretationen innerhalb eines Architekturraums. Andererseits bildete man bewusste Kontraste, die teilweise auch wichtige städtebauliche Lagen besetzen. In jüngerer Zeit entstehen ab der Mitte der 1980er Jahre Ersatzbebauungen an zahlreichen Stellen in der Altstadt. Diese respektieren Parzellierungen und Gebäudehöhen und fügen sich damit dem Stadtbild ein. Würdigung Der identitätswahrende Wiederaufbau der Münchner Altstadt hat ein geschlossenes Bild geschaffen, wenngleich sich dieser über einen langen Zeitraum erstreckte und von verschiedenen Vorstellungen und architektonischen Leitbildern geprägt war. Die Anzahl der Geschosse und die Traufhöhe sowie die Materialwahl der Fassaden orientierte sich an den erhaltenen historischen Gebäuden in der Altstadt. Der Wiederaufbau der Münchner Altstadt ist im Vergleich zu dem der stark zerstörten Großstädte (West-)Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg einzigartig. In keiner Großstadt sonst gelang ein Wiederaufbau mit Wahrung eines so großflächigen historischen Bereichs.

Aktennummer E-1-62-000-1

Ensemble

Die klassizistische Monumentalstraße, mit der die aus dem Ring der mittelalterlichen Befestigung befreite Stadt an der Stelle des ehemaligen Schwabinger Tors sich nach Norden öffnet, ist als städtebaulich spektakulärste Straßenschöpfung des neuen Königreichs ein Ensemble. Die Idee dieser Monumentalstraße ist zweifellos eigenste Leistung Ludwig I., der sie als Kronprinz 1816 beginnt und als nachmaliger König 1850 beendet; sie trägt seinen Namen. In der geschichtlichen Reihenfolge der vier Münchener Monumentalstraßen des 19. Jahrhunderts (Brienner-, Ludwig-, Maximilian- und Prinzregentenstraße) ist sie die zweite und als Gesamtausdruck im Sinne einer Monumentalanlage von höchster tektonischer Konzentration die bedeutendste. Erst im Jahre 1816, in dem Ludwig I. als bayerischer Kronprinz die Ausgestaltung der neuen königlichen Hauptstadt übernahm, wurde mit dem Ausbau der Stadt gegen Norden begonnen, der bei den bisherigen Stadterweiterungen vernachlässigt worden war. Im Westen, Süden und Osten waren bereits größere bauliche Anlagen entstanden, die Stadttore im Westen und Süden waren - dem Umland sich öffnend - in eine neue Fassung gebracht, der Maximiliansplatz war angelegt und über ihn die Altstadt auf rationale Weise zum weitmaschigen Quadratnetz der neuen Maxvorstadt geöffnet worden. Nur über die Gestaltung vor dem Schwabinger Tor bestand noch kein verbindlicher Plan. In mehreren Projekten wurde deutlich, daß die ausgedehnte Anlage der Residenz drohte, ins städtebauliche Abseits zu geraten und den Anschluß an die neu entstehende Maxvorstadt zu verlieren. Ausschlaggebendes Hindernis war wohl die mächtige Bastion, die sich westlich und nördlich des Hofgartens bis hin zur späteren Von-der-Tann-Straße (vormals Frühlingsstraße) vorschob und die die von Norden kommende Schwabinger Landstraße in einen umständlichen und dem Schwabinger Tor erstmals weit ausweichenden Verlauf gezwungen hatte, bevor sie es von Westen erreichen konnte. Neben der Bewältigung der baulichen und topographischen Regellosigkeit hatte eine Planung auch die schwierige Aufgabe, sämtliche benachbarten Großbauten in ihre Überlegungen miteinzubeziehen, die Theatinerkirche und vor allem die Residenz, die als großer, uneinheitlicher Komplex mit einer nicht regulierten Hofgartenfront den Nordwesten der Stadt einnahm. Auch war außer über die Schwabinger Landstraße das Schönfeldviertel, das zwischen dieser Straße und dem 1789 angelegten Englischen Garten entstanden war, nicht an die Altstadt angeschlossen. Durch die Initiative des Kronprinzen selbst wurde jetzt die Stadterweiterung in eine neue Richtung gelenkt. Im Bereich von Residenz und Theatinerkirche, im Zuge der besonders durch Palais des Münchener Adels besetzten Residenz- und Theatinerstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem eben freigelegten Max-Joseph-Platz waren seiner Auffassung nach für die repräsentativen Bauten eines neuen München die richtigen Voraussetzungen gegeben. Als führenden Architekten der Planung setzte er Leo von Klenze ein, dem auch ein wesentlicher Anteil des Ausbaus zukommt. Er fand für die Vorstellungen des Königs die Lösung in einer kühnen Achse, die die mächtige Stadtumwallung durchbrach und in gerader Linie mitten auf die Ausmündung des stadtauswärts führenden Straßenzugs traf, an der Stelle seiner Gabelung in die Landstraßen nach Ingolstadt und Freising. Der 1, 25 Kilometer lange Straßenzug schloß die Altstadt in einer Weise auf, die die ehemalige Begrenzung durch ein Stadttor kaum mehr ahnen läßt. Der Kronprinz selbst brachte in die Arbeit nicht nur das Gewicht seiner Stellung und seiner finanziellen Mittel ein, sondern trug beharrlich seine eigenen, sehr genauen und detaillierten Vorstellungen zu den Planungen bei. 1816-17 erfolgte die radikale Räumung und Planierung des Geländes vor dem Schwabinger Tor. Durch den Abbruch der Toranlage selbst und des Bauerngirglanwesens an der Mündung von Residenz- und Theatinerstraße wurde vor der Residenz eine neue Platzsituation, eine Art Vorhof geschaffen. Von Westen her wurde die Brienner Straße - in ursprünglicher Planung durch ein Tor - an den Platz herangeführt, um ihn auf der Seite des Hofgartens durch ein Tor zu verlassen. Die Grundidee Klenzes konzipiert ein System von zwei Plätzen, die sich aus dem Hauptzug, mit dem sich die Stadt in ganzer Breite nach Norden öffnen sollte, zwanglos entwickeln, wobei die Plätze in den Straßenzug integriert, die Straße zu Plätzen erweitert erscheinen. Bei - nach dem "Vorhof" - zweiten Platz, dem Odeonsplatz, wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Als erster Großbau entstand hier 1816-21 das Leuchtenberg-Palais. Vom französischen Typus des Wohnpalais sich abkehrend, wählte hier Klenze den Typus des italienischen Renaissance-Palasts; das herrschaftliche Säulen-Balkon-Portal wurde, um die Platzfront ruhig zu lassen, an die südliche Nebenseite des Blockes gesetzt. Nachdem mit diesem Bau italienische Renaissance für die Architektur des Odeonsplatzes bestimmend wurde, stand bereits 1818 der Rohbau des Anwesens, das sich rechtwinklig dem Leuchtenberg-Palais anschließt, dadurch die Rechteckform des westlichen Platzteils verklammert und zugleich schon den Beginn der Ludwigstraße markiert. Südlich der Brienner Straße gelang Klenze mit dem Palais Moy 1819 der Anschluß an die Fassade der Theatinerkirche, die damit erst eigentlich zu offener Wirkung kam. An der östlichen Platzseite waren bereits 1817-1818 die Außenflucht der südlichen Hofgartenarkaden und das Hofgartentor angelegt worden, wobei letzteres wegen seiner Bedeutung in der Achse der Brienner Straße eine würdevolle, nach der Art römischer Antike stilisierte Architektur erhielt. Erst mit dem endgültigen Plan der Anlage der Ludwigstraße erhielt der Platz seine Form: die Ostwand nahm anstelle des einstigen Turnier- und Reithauses seit 1824-26 das sogenannte Bazargebäude ein, ein für München neuartiger Gebäudetypus mit einer geordneten Folge von Ladengeschäften, in der Außenarchitektur von barocker Schloßkomposition bestimmt und durch italienische Renaissanceelemente gegliedert. Vollendet wurde der Platz 1826-28 mit dem Odeon in spiegelbildlicher Entsprechung zum Außenbau des Leuchtenberg-Palais. Gleichzeitig mit dem Odeon wurde der südliche Anschluß bis zur Brienner Straße aufgeführt, mit einer der Fassadenform des Nordblocks angeglichenen Einheit palastartiger Wohnhäuser. Als Klenze von 1832 an den neuen Festsaalbau der Residenz schuf, setzte er dem Odeonsplatz mit dem Pavillonbau zur Platzfront hin einen letzten Akzent. Drei Jahrzehnte später fand in der westlichen Bauflucht der Ludwigstraße und in der Achse zwischen Odeon und Leuchtenberg-Palais das Reitermonument Ludwig I. (1862 von Max Widnmann) seine Aufstellung. Den aus dem Odeonsplatz hervorgehenden ersten Teil der Ludwigstraße formte Klenze bis 1826 in einer Folge größerer palastartiger Wohnhäuser, im Stil italienischer Renaissance einander verbunden, dabei einzeln doch differenziert. Als Bauträger fungierten begüterte Bürger und höhere Beamte. Die gegenüberliegende Seite wurde zwischen 1820 und 1825 mit Mietshäusern in zur Straßenflucht vorgerückter Reihung bebaut; diese Häuserreihe wurde 1938/39 durch einen einzigen Behördenbau verdrängt. Zwischen Von-der-Tann- und Schönfeld-Straße wurde eine Häuserreihe als geschlossene Einheit aufgeführt; nach Kriegszerstörungen wurde sie ab 1960 rekonstruiert. Inzwischen hatte sich herausgestellt, daß die erstrebte Straße nur durch gehobenes Bauherrentum und höhere Zweckbestimmungen erreicht werden konnte. Herzog Maximilian in Bayern, ein Vetter Ludwig I., ließ sich an der Westseite der Straße durch Klenze einen Stadtpalast erbauen, der allerdings im Dritten Reich abgebrochen und in einer ersten Bauphase 1938/39 als Neubau begonnen und 1949-51 als Landeszentralbank vollendet wurde. Zur Gestaltung der Straße durch öffentliche Gebäude wurde als erstes durch Klenze mit der Erbauung des Kriegsministeriums begonnen. Schon 1823 errichtete er an der Schönfeldstraße anstelle einer älteren Militäranlage einen dreiflügeligen Ehrenhof, von 1827 an den florentinisch gegliederten Haupttrakt an der Ludwigstraße mit offenen Pfeilerarkaden im Erdgeschoß des höheren Mittelbaus. An der Westseite wurde seit 1828 die Bebauung durch eine symmetrisch aufgebaute Dreiergruppe privater Wohnhäuser fortgesetzt. Ab der Theresienstraße sollte nach dem Willen des Königs die Fortführung der Straße ausschließlich durch öffentliche Gebäude erfolgen; gleichzeitig wurde an Stelle von Klenze 1827 Friedrich Gärtner die baumeisterliche Leitung übertragen. Neben das Kriegsministerium setzte er 1832-43 die großvolumige Hof- und Staatsbibliothek als dominierendes Hauptgewicht der ganzen ostseitigen Straßenflucht. Die große Masse des 155 Meter langen, dreigeschossigen Baus ist durchgegliedert und abgeschlossen in System und Elementen florentinischer, sienesischer und römischer Palastarchitektur und ist der erste Blankziegelbau - aus gelbem und rotem Backstein - gegenüber den Putzbauten Klenzes. Im rustizierten Erdgeschoß liegt vor der mittleren Dreiergruppe großer Bogenportale eine doppelrampige Freitreppe, bekrönt durch vier Sitzstatuen antiker Gelehrter. Das gegenüber der Staatsbibliothek liegende große Grundstück wurde 1835 dem Damenstift zur Erbauung eines Mietwohnhauses übertragen. Es wurde bis 1839 durch Gärtner als Putzbau in der Tradition barocker Stifts- und Schloßarchitektur aufgeführt. Nordwärts zur Schellingsstraße angrenzend entstand 1833-37 das Blindeninstitut mit zwei romanisch stilisierten Portalen. In der Achse der Schellingstraße steht auf der Ostseite die Kirche St. Ludwig. Gärtner hat den 1829-1844 ausgeführten Bau mit zweitürmiger Fassade in einer italienisch vermittelten Neuromanik gestaltet. Sie gilt als Hauptwerk der romantischen Sakralbaukunst. Aus der Kirchenfassade wird beidseitig in zwei symmetrische, offene Pfeilerarkaden übergeleitet, an die außen je ein gleicher, schwach gegliederter Block angefügt ist, nördlich das Pfarrhaus, südlich das Wohnhaus des Baumeisters Gärtner. Die ganze Anlage ist in weißgrauem Kalkstein gehalten. An der Nordecke der Schellingstraße wurde zwischen 1838 und 1843 als dreigeschossiger, nach zwei Seiten freistehender, an der Ludwigstraße 17 Achsen einer gleichmäßigen Fensterordnung aufweisender Längsblock das Gebäude der Salinen- und Bergwerks-Administration errichtet. Der Bau ist ganz mit kleinformatigen, roten und gelben Backsteinplatten gedeckt. Die Ludwigstraße weitet sich dann zu einem rechteckigen Platz, dem Universitätsplatz. Gedanklich ist er als Forum der Wissenschaften das Gegenstück zum Königsplatz, dem Forum der Künste; entwicklungsgeschichtlich ist der Platz Ausdruck Gärtnerscher Romantik gegenüber dem Renaissance-Klassizismus von Klenzes Odeonsplatz. Hauptbau ist an der Westseite die 1835-1840 als weite Dreiflügel-Anlage errichtete Universität, auf Marmorart in blaßgelblich-weißer Tönung glatt verputzt und zart gequadert. In der Mitte des Haupttrakts öffnet sich das Erdgeschoß in hohen Pfeilerarkaden; das erste Obergeschoß hat große, gekuppelte Fenster mit Hausteinbögen romanischer Art; das zweite kleinere Fensterpaare mit steinernen Mittelsäulen. Die der Universität gegenüberliegende östliche Platzhälfte rahmen auf der Südseite das "Georgianum", eine aus Ingolstadt übertragene herzogliche Priesterseminar-Stiftung, auf der Nordseite das "Max-Joseph-Stift", ein Erziehungsinstitut für höhere Töchter; beide Gebäude sind in Anpassung an den Universitätsbau errichtet. Die räumliche Anordnung der Baukörper wird durch ein Gartenparterre mit zwei gleichen Schalenfontänen gesteigert; die Brunnen bezeichnen die Symmetrie und Zusammengehörigkeit der beiden Platzhälften, zugleich den Durchzug der Straße. Aus dem Universitätsplatz führt die Straße noch ein letztes, ursprünglich nur von Baumreihen begleitetes Stück weiter. Zwischen 1877 und 1889 entstand hier an der Westseite eine einheitliche Gruppe von drei Neurenaissance-Häusern; gegenüber 1936-1939 das "Haus des Rechts" durch Oswald E. Bieber. Ihren nördlichen Abschluß erhielt die Straße durch das Siegestor. Als Vorbild bestimmte der König den spätantiken Konstantinsbogen in Rom. Der Planungsauftrag kam 1839 an Gärtner, nach seinem Tod übernahm 1847 Eduard Metzger die Leitung, und 1850 war die aus hellgrauem Marmor-Kalkstein gemauerte Architektur vollendet. Ebenso wie das Gegenstück des Siegestors, die 1841-1844 als südlicher Abschlußbau der Ludwigstraße errichtete Feldherrnhalle, ist sie ein vordergründig funktionsloser Bau mit Denkmalcharakter. Auch die Feldherrnhalle ist eine Architekturkopie, Nachbildung der Loggia dei Lanzi in Florenz. Aus der Flucht der Ludwigstraße ist die Feldherrnhalle etwas nach Osten, in die Achse des Odeonsplatzes versetzt. Dem von Norden Näherkommenden wird deutlich, wie die Halle den Bewegungszug der Straße aufnimmt und ihn räumlich zum Odeonsplatz hin öffnet. Die Ludwigstraße, als neue Hauptachse des neuen nördlichen Stadtviertels in großzügig abgestecktem Rahmen eingebunden zwischen Feldherrnhalle und Siegestor, ist durch ihre ununterbrochene Aneinanderreihung kubischer Blöcke mit flächigen Fronten italienischen Charakters baukörperlich so stabilisiert, daß ein Mittelding zwischen Straße und Saalplatz entstanden ist. Schon sein ausgedehntes Raummaß verleiht dem wandartig geschlossenen Straßenkörper das Gepräge von Feierlichkeit; seine prägnante architektonische Komposition ist von eindrucksvoller Vornehmheit. Das klassizistisch schwach plastische Relief der Straßenwand, das möglichste Vermeiden von Überschneidungen, die vielen ins Waagrechte gleichmäßig verlaufenden Linien der Sockelzonen, Gesimse, Traufen und Dachkanten und der ebenmäßige Wechsel gleichkörperlicher Fenster- und Portalformen sowie die kühl-gedämpfte Farbigkeit der Fassaden vermitteln zusammen den Eindruck von monumentaler Geschlossenheit und gehaltvoller Wirkung. Die hohe Stadtbaukunst dieser Straßenkomposition mitsamt den vielfältigen Wirkungen ihrer Schauperspektive erschließt sich am besten dem, der sie durchschreitet. So steht der bewegungsdurchlässigen Schauarchitektur des Siegestors am anderen Ende der Straße die raumaufnehmende Feldherrnhalle gegenüber. Die großen Bauvolumen der beiden Straßenseiten sind in Rhythmen gegeneinander verschoben. In wechselvolle Blickbeziehungen treten das Turmpaar der Ludwigskirche, die Turmstellungen von Theatinerkirche und auch der aus der Altstadt zugelassene Turm von St. Peter beim Durchschreiten der Straße. Dem Blick nach Süden erschließt sich die städtebaulich hervorragende Anbindung des rechteckig erweiterten Odeonsplatzes an Theatinerkirche und Residenz sowie die kunstvolle Einmündung der beiden, engen, zum einstigen Schwabinger Tor zusammenlaufenden Altstadtstraßen in den neuen, weiten, städtebaulichen Raum vor der Feldherrnhalle.

Aktennummer E-1-62-000-31

Bodendenkmal

Untertägige spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der zweiten Stadterweiterung von München.

Aktennummer D-1-7835-0414

Bodendenkmal

Archäologische Befunde im Bereich der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung von München.

Aktennummer D-1-7835-0410

Bodendenkmal

Untertägige spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde im Bereich der Residenz in München und ihrer Vorgängerbauten.

Aktennummer D-1-7835-0383

Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.

Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)

Gebäude
Geschosse
1
Höhe
4,0 m
Typ
civic
Dachform
gabled

© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

Wikipedia · 5

Odeonsplatz

Der Odeonsplatz ist ein Platz in der Altstadt Münchens am südlichen Ende der Ludwigstraße. Er ist Bestandteil der Achse Feldherrnhalle – Ludwigstraße – Siegestor. Seinen Namen trägt der Platz seit 1827 nach dem Konzerthaus Odeon, das König Ludwig I. von Bayern durch Hofbaumeister Leo von Klenze an der Südwestseite erbauen ließ. Im weiteren Sinne gehört auch der Platz vor der Feldherrnhalle mit der Residenz und der Theatinerkirche zum Odeonsplatz.

U-Bahnhof Odeonsplatz

Der U-Bahnhof Odeonsplatz in München ist neben dem Hauptbahnhof und dem Sendlinger Tor ein weiterer Kreuzungsbahnhof der U-Bahnstammstrecken. In diesem Fall treffen die Linien U3, U4, U5 und U6 aufeinander. Die beiden Bahnsteige befinden sich im Norden der Altstadt unter dem Odeonsplatz.

Schwabinger Tor

Das Schwabinger Tor war ein Stadttor der zweiten Stadtmauer des mittelalterlichen Münchens.

Zwei Fahnenstangen

Hofgartentor

Das Hofgartentor befindet sich am Odeonsplatz in der Altstadt Münchens und bildet die Eingangspforte zur Hofgartenstraße. Es entstand zwischen 1816 und 1818 unter König Ludwig von Bayern und machte den bedeutenden Architekten Leo von Klenze bekannt.

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Stadt-Chronik · 2

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Verlauf an dieser Adresse

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