=== 26-32 _ T 002819_C 1.2.5 Gegen Raser, Autoposer und illegale Strassenrennen am Siegestor und auf der.pdf ===
Sofie Silbermann und Nina Zimmermann
München, 20. Juni 2026
Gegen Raser, Autoposer und illegale Straßenrennen am Siegestor und auf der
Ludwigstraße
Antrag
Der Bezirksausschuss 3 Maxvorstadt fordert die Landeshauptstadt München auf, gemeinsam mit
Mobilitätsreferat und KVR ein wirksames Maßnahmenpaket gegen Raserei, Autoposing, Rotlichtverstöße
und illegale Straßenrennen im Bereich Siegestor / Ludwigstraße vorzulegen und umzusetzen.
Da Tempo 30 auf diesem Abschnitt nach bisherigem Kenntnisstand derzeit nicht angeordnet werden kann,
müssen die übrigen Instrumente konsequent genutzt werden. Die Ludwigstraße darf keine Bühne für PS-
Protzerei sein. Der öPentliche Raum gehört den Menschen, die hier wohnen, studieren, arbeiten, zu Fuß
gehen, Rad fahren, mit Mobilitätseinschränkung unterwegs sind oder den ÖPNV nutzen.
Die Landeshauptstadt München wird insbesondere aufgefordert:
• die Ampelschaltungen an den Querungen der Ludwigstraße, besonders am Siegestor und an der
Adalbertstraße direkt an der U-Bahn, zugunsten von Fußgänger*innen, Radfahrenden und
mobilitätseingeschränkten Menschen anzupassen;
• Wartezeiten zu verkürzen sowie häufigere und ausreichend lange Grün- und Räumzeiten
sicherzustellen, damit die Ludwigstraße ohne Angst und ohne Zeitdruck gequert werden kann;
• Rotlichtblitzer sowie kombinierte Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachung an geeigneten
Knotenpunkten zu prüfen;
• regelmäßige mobile Kontrollen gegen Raser und Rotlichtverstöße, insbesondere abends, nachts und
an Wochenenden, durchzuführen;
• Lärmblitzer, Lärmdisplays oder andere technische Lärmerfassung gegen hochmotorisierte Autos und
Motorräder zu prüfen;
• die Ampeltaktung so zu verändern, dass sie Beschleunigungsfahrten zwischen den Knotenpunkten
nicht begünstigt;
• dem Bezirksausschuss Erkenntnisse zu Unfällen, Beinaheunfällen,
Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstößen, Lärmbeschwerden und Polizeieinsätzen sowie
einen konkreten Zeitplan vorzulegen.
Begründung
Die Ludwigstraße ist eine zentrale Achse der Maxvorstadt, wird aber viel zu oft wie eine innerstädtische
Rennstrecke genutzt. Breite Fahrspuren, lange Geradeausstrecken und Ampelabstände laden einzelne
Autofahrer*innen und Motorradfahrer*innen zu lautem Beschleunigen, Poserei und gefährlichem
Fahrverhalten ein.
Besonders an den Querungen beim Siegestor und zur Adalbertstraße zeigt sich die soziale Schieflage der
Verkehrspolitik: Viele Fahrspuren für Autos stehen knappen und zu seltenen Grünphasen für Fuß- und
Radverkehr gegenüber. Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder langsamerem Gang kommen
bei der bisherigen Ampeltaktung kaum sicher über die Straße.
Eine sozial gerechte Mobilität misst sich nicht daran, wie schnell die Lautesten und Stärksten
vorankommen. Sie misst sich daran, ob Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung,
Radfahrende und Fußgänger*innen sicher und selbstbestimmt unterwegs sein können. Wenn Tempo 30
derzeit nicht möglich ist, darf das keine Ausrede für Untätigkeit sein. Dann braucht es bessere Ampeln,
konsequente Kontrollen, Blitzer und Schutz vor vermeidbarem Motorenlärm.
Aus Gründen der Verkehrssicherheit, Barrierearmut, Lärmminderung und sozialen Gerechtigkeit ist
schnelles Handeln dringend geboten.
Initiative: DIE LINKE im Bezirksausschuss 3 Maxvorstadt