Pilotprojekt "Urban Shift" in Schwabing West: Hausgemeinschaften tauschen private Autos gegen Community Cars u…
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Pilotprojekt "Urban Shift" in Schwabing West: Hausgemeinschaften tauschen private Autos gegen Community Cars und Fahrradgaragen auf Kfz-Stellplätzen im öffentlichen Raum
=== 20-26 _ B 03386_2112 D 1.3 Antrag_Pilotprojekt_UrbanShift_geaendert.pdf ===
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22.11.2021
Pilotprojekt „Urban Shift“ in Schwabing-West: Hausgemeinschaften
tauschen private Autos gegen Community Cars und Fahrradgaragen
auf Kfz-Stellplätzen im öffentlichen Raum
Antrag
Der Bezirksausschuss Schwabing-West beantragt, dass die Landeshauptstadt München das
Konzept „Urban Shift“ in Schwabing-West im Rahmen eines Pilotprojekts umsetzt. Das
angefügte Konzept des Planungsbüros Urban Standards (siehe Anhang) sieht einen
Nutzungstausch auf Parkplätzen von Privatautos der Bewohner*innen der
Hausgemeinschaften des Pilotprojekts gegen Fahrradgaragen und Community Cars vor.
Begründung
Unter anderem das Projekt „Umparken“ hat gezeigt, dass Menschen in Schwabing-West bereit
sind, das eigene Auto abzuschaffen, wenn ihre Mobilitätsbedürfnisse anderweitig erfüllt
werden können, zum Beispiel mit gemeinsam genutzten Fahrzeugen innerhalb von
Hausgemeinschaften. Ein Hindernis für den Tausch eines Autos gegen z.B. ein Lastenrad ist
bis dato, dass im baulichen Bestand gute ebenerdige und wettergeschützte
Fahrradabstellanlagen fehlen, auch für (häufig städtisch geförderte) E-Lastenräder. Bei
Neubauten und Nachverdichtung können Bauträger*innen, die Landeshauptstadt und die
Bezirksausschüsse bereits sicherstellen, dass auch Stellflächen auf privatem Grund für
gemeinschaftliche Mobilitätskonzepte zur Verfügung stehen. Der begrenzte Platz im
Altbestand macht allerdings zusätzliche Maßnahmen erforderlich, denn die
Fahrradabstellsatzung gilt im Wesentlichen nur für Neubauten und selbst bei gutem Willen ist
es oft baulich nicht möglich, entsprechende Stellplätze nachzurüsten. Das führt dazu, dass
hier auf den öffentlichen Raum ausgewichen werden muss.
In anderen Städten haben sich zur Lösung dieses Problems kleine überdachte und
abschließbare Fahrradgaragen auf ehemaligen KFZ-Stellplätzen im öffentlichen Raum
bewährt. Während diese in der Regel durch die Kommune finanziert, unterhalten und vermietet
werden, sieht das Konzept „Urban Shift“ eine private Finanzierung und Nutzung vor.
Hierbei werden zwei von drei PKW-Stellplätzen zu Stellplätzen für Fahrräder und Lastenräder
umgewandelt. Der dritte verbleibt als Stellplatz für ein Community Car, das sich die beteiligten
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Haushalte teilen. Voraussetzung dafür ist die nachgewiesene Abmeldung zweier Kfz. Details
können dem Konzept entnommen werden.
Urban Standards ist bereits im Austausch mit vier Hausgemeinschaften in Schwabing-West,
die die Bereitschaft signalisiert haben, das vorgeschlagene Mobilitätskonzept umzusetzen.
Dem Bezirksausschuss Schwabing-West ist bewusst, dass in diesem Fall öffentlicher Raum
privat-gemeinschaftlich genutzt wird. Im Rahmen einer Pilotierung sind wir jedoch bereit, diese
Auswirkung für eine effizientere Platznutzung in Kauf zu nehmen. Gut zugängliche, sichere
und witterungsgeschützte Fahrradgaragen erhöhen deutlich die Akzeptanz, normale
Fahrräder, hochwertige E-Bikes und Lastenräder täglich zu gebrauchen und das eigene Auto
mit anderen zu teilen.
Folgende Fragen müssen aus unserer Sicht im Rahmen des Projekts und insbesondere seiner
Evaluation geprüft werden:
1. Der rechtliche Rahmen, u.a. in welcher (vertraglichen) Form öffentliche Kfz-Stellplätze
den Hausgemeinschaften zur Verfügung gestellt werden können, einschließlich
Wartung, Instandhaltung und Pflege.
2. Welche Laufzeit ist für das Pilotprojekt sinnvoll und was ist nach Beendigung dieser
Laufzeit zu berücksichtigen?
3. Wie kann sichergestellt werden, dass die Fahrzeuge tatsächlich abgemeldet bleiben
und keine Ersatzbeschaffung stattfindet? Ein „Freikaufen“ durch höhere
Nutzungsgebühren (wie im angehängten Konzept unter 5. beschrieben) darf nicht
zulässig sein.
4. Fallen für die Abtretung des öffentlichen Raums Gebühren an und wenn ja, wie werden
diese berechnet?
5. Wann ist das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen? Wie kann sichergestellt werden,
dass das Pilotprojekt nach erfolgreichem Abschluss auf weitere Haushalte ausgeweitet
werden kann?
Schließlich ist im Kontext des Pilotprojekts zu diskutieren, wie mit der zunehmenden (Teil-
)Privatisierung des öffentlichen Raums zukünftig umgegangen werden soll.
Der BA wird über die ganze Projektlaufzeit eingebunden und regelmäßig über den aktuellen
Stand informiert (von Seiten der Landeshauptstadt München und Urban Standards).
Insbesondere wird die finale Konzeptabstimmung dem Gremium vorgelegt.
gez.
Bernadette Felsch
David Sacher
Undine Schmidt
Florian Schönemann
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Dr. Markus Meiler
Jan Kurrus
Ferdinand Rüdinger
CSU-Fraktion
Valentina Schüller
David Braun Lacerda
SPD-Fraktion
=== 20-26 _ B 03386_B 03386 Urban Shift in Schwabing West AS.pdf ===
U-Bahn: Linien U3,U6
Haltestelle Poccistraße
muenchenunterwegs.de
Bus: Linie 62
Haltestelle Poccistraße
muenchen.de/mor
Bus: Linie 132
Haltestelle Senserstraße
[
LHM-Schutzbedarf:
2
]
Landeshauptstadt
München
Mobilitätsreferat
Landeshauptstadt München, Mobilitätsreferat
Postfach, 80313 München
Bezirksmanagement Mitte
MOR-GB2.111
Per E-Mail
Über das DIR – BA-Geschäftsstelle Mitte
bag-mitte.dir@muenchen.de
An den BA 04 - Schwabing-West
Frau Tiedemann
Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum
04.05.2026
[ LHM-Schutzbedarf: 2 ]
Pilotprojekt "Urban Shift" in Schwabing West:
Hausgemeinschaften tauschen private Autos gegen Community
Cars und Fahrradgaragen auf Kfz-Stellplätzen im öffentlichen Raum
BA-Antrag Nr. 20-26 / B 03386 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 04 - Schwabing-
West
Sehr geehrte Frau Tiedemann,
zunächst möchten wir uns für die gewährten Fristverlängerungen bedanken und bitten, die
verspätete Beantwortung zu entschuldigen.
In Ihrem Antrag sprechen Sie sich für die Durchführung eines Pilotprojekts in Schwabing aus,
bei dem Hausgemeinschaften private Autos gegen Community Cars und Fahrradgaragen auf
öffentlichen Kfz-Parkplätzen tauschen.
Wie bereits von Ihnen angesprochen, sind wir uns bewusst, dass vor allem für Anwohnerinnen
und Anwohner wettergeschützte Anlagen von größerer Bedeutung sind, da am Wohnort die
Räder ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter über einen langen Zeitraum abgestellt
werden. Deshalb prüft unser Referat derzeit fachlich und rechtlich die Möglichkeiten für
überdachte und abschließbare Fahrradabstellanlagen auf öffentlichem Grund, insbesondere in
dichten Bestandsgebieten, in denen die Fahrradstellplatzsatzung keine Anwendung findet.
Gemeinsam mit anderen Fachdienststellen analysieren wir gegenwärtig die Potenziale und
Herausforderungen, die mit der Umsetzung solcher Systeme in München verbunden sind.
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LHM-Schutzbedarf:
2
]
Im Rahmen einer Beschlussvorlage zum Thema Radverkehr planen wir, die Ergebnisse dieser
Prüfung sowie eine fundierte Einschätzung zu überdachten und abschließbaren
Fahrradabstellanlagen zusammenzufassen.
Die grundlegenden Ziele Ihres Antrags – die Förderung von Sharing-Angeboten, die
Vergrößerung des Angebots an Radabstellanlagen und die effizientere Nutzung des
öffentlichen Raums – werden von der Landeshauptstadt München aktiv unterstützt:
Das Konzept der „Shared Mobility“ bezieht sich auf Verkehrsmittel, die man gemeinsam
nutzen kann und die man selbst fährt. Dazu gehören zum Beispiel Fahrräder, Carsharing-
Angebote und Elektrofahrzeuge. In München wird angestrebt, ein umfassendes Angebot an
geteilter Mobilität zu schaffen, um das Leben ohne ein eigenes Auto zu erleichtern. Der
Mobilitätsplan sieht vor, dass es insgesamt 200 Mobilitätspunkte, 1000 Stellplätze für
freefloating Carsharing und 600 Stellplätze für stationsbasiertes Carsharing, sowie 675
Abstellflächen für Mikromobilität geben wird. Die Stadt verfolgt dabei eine langfristige Strategie
und arbeitet eng mit verschiedenen Anbietern sowie den Bezirksausschüssen zusammen, um
die Vision einer bedarfsgerechten Mobilität zu realisieren.
Jährlich errichtet die Landeshauptstadt München verteilt über das ganze Stadtgebiet etwa
1.500 neue öffentliche Abstellplätze für Fahrräder und Lastenräder. Die meisten dieser neuen
Standorte werden von Bürger*innen und den Bezirksausschüssen vorgeschlagen. Die
Stadtverwaltung prüft auch alle Standortvorschläge, die über
Bürgerversammlungsempfehlungen eingehen.
Der Antrag des Bezirksausschusses ist damit satzungsgemäß erledigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team Bezirksmanagement Mitte
MOR-GB2.111