Baudenkmal · Lilienstraße 7
Mietshaus, syn. Miethaus, syn. Zinshaus
Mietshaus, viergeschossiger, traufseitiger Satteldachbau mit Sohlbankgesimsen, Mitte 19. Jh.
Aktennummer D-1-62-000-3944
Ensemble
Die kleinstädtische Häuserzeile des 18. Jahrhunderts an der Ostseite des nördlichen Beginns der Lilienstraße ist als Beispiel für den früh einsetzenden Verstädterungsprozess des ehemaligen Vorstadtbereichs Au ein Ensemble. Dieser Restbestand an Kleinhäusern dokumentiert im kleinen Umfang - neben dem Herbergenbereich an der Franz-Prüller-Straße (vgl. Ensemble Franz-Prüller-Straße) - die bau- und sozialgeschichtliche Entwicklung innerhalb des stadtgeschichtlich wichtigen ehemaligen Vorstadtbereichs Au.
In der bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ohne Planung und Struktur besiedelten Au hatte sich die Lilienstraße frühzeitig als Hauptstraße herausgebildet. Entlang dieser Hauptstraße und besonders am Eingang zur Au bei der Isarbrücke - bis 1831 die einzige Brückenverbindung zur und aus der Stadt - setzte ein baulicher Verdichtungsprozess von vorstädtischem Charakter bereits im 18. Jahrhundert ein. Die unterhalb der Hangkante des Lilienbergs parallel zum Auer Mühlbach verlaufende Häuserzeile ist letztes Zeugnis dieses städtebaulichen und sozialgeschichtlichen Vorgangs.
In konsequenter Reihung dokumentieren die traufseitig stehenden Kleinhäuser intensive Raum- und Materialnutzung; ihre massive Bauweise setzt sie ab von der damals sonst in der Au üblichen Holzbauweise der Herbergshäuser. Es handelt sich um schlichte zwei- bis dreigeschossige Wohnhäuser, im Erdgeschoss meist zu Geschäftszwecken eingerichtet. In besonders charakteristischer Weise repräsentiert die niedrige, langgestreckte Baugruppe der Häuser Lilienstraße 9, 11 und 13 den Typus des vorstädtischen Kleinhauses, wobei für die Nummern 11 und 13 das Jahr 1764 als genaue Bauzeit angegeben ist. Die schlichten Putzbauten zeigen einzig profilierte Trauf- und Geschossgesimse als dekoratives Element. Aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt das Gebäude Lilienstraße 7 mit seinen segmentbogigen Fenstern. In dem aus der Reihung herausgenommenen Haus Lilienstraße 1 nächst dem Brückenkopf, einem breitgelagerten Walmdachbau, dokumentiert sich der Typus des vergleichsweise stattlicheren Bürgerhauses. Trotz der unterschiedlichen Geschosshöhen und Breitenausdehnung der einzelnen Bauten wirkt die Häuserzeile geschlossen.
Aktennummer E-1-62-000-28
Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.
Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)