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in Bezirksausschuss 09 - Neuhausen-Nymphenburg, München
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Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0
Baudenkmal · Böcklinstraße 7
Reihenhaus
Reihenhaus, historisierender zweigeschossiger Mansarddachbau mit Kastenerker und Zwerchgiebel, von Rudolf Hofmann, um 1910; Gruppe mit Nr. 3 und 5.
Aktennummer D-1-62-000-865
Ensemble
Die 1892 gegründete und planmäßig angelegte "Villenkolonie Nymphenburg-Gern“ ist als erstes Münchner Beispiel einer Reihenhaussiedlung im Villentypus ein Ensemble. Mit der Projektierung und Realisierung der Villenkolonie Gern wird Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb der städtebaulichen Entwicklung Münchens eine neue baupolitische Phase eingeleitet: Dem steigende Bevölkerungswachstum und der erhöhten Nachfrage nach Wohnraum für den Mittelstand entgegneten die privat gegründeten, sogenannten Terraingesellschaften mit der Planung von Villenvierteln. Sie erwarben größere Mengen von Grundbesitz, parzellierten das Gelände, erschlossen es in bautechnischer Hinsicht, planten die Bebauung, führten sie aus und boten die Objekte zum Kauf an. Für ein ebensolches Villenviertel in München erwarb erstmals 1892 die Baufirma Heilmann und Littmann ein größeres Gelände im Westen der Stadt nördlich des Nymphenburger Kanals. Die Architekten wählten für das Bauprojekt Gern nach englischem Vorbild das geschlossene Bausystem, um die Vorteile des Einfamilienhauses mit der billigeren Form des eingebauten Reihenhauses mit Vor- und Kleingarten nutzen zu können. Das eigene Haus sollte so auch für das mittlere Einkommen des "Gelehrten, Künstlers, Schriftstellers, Beamten, Pensionisten und des Rentners" erschwinglich werden. Die inzwischen zur Erschließungsgesellschaft expandierte Firma Heilmann & Littmann bot in den Prospekten den zweigeschossigen Haustyp in leichten Variationen der Größendimension und Raumaufteilung und in jeweils entsprechenden Preiskategorien an. Die Grundstücksbreite variierte zwischen 5, 5 und 8 Metern, die Anzahl der Räume zwischen vier und acht Zimmern mit Küche und Kammern, wobei der häufigste Haustyp der mit zwei Wohnräumen und Küche im Erdgeschoss und entsprechenden Räumen im Ober- und Dachgeschoss war. Aus unmittelbarem Auftrag von finanziell potenteren Kunden entstanden zwischen den längeren Hausgruppen auch vereinzelt freistehende Einzel- und Doppelwohnhäuser; auch die größeren Eckgrundstücke wurden für erweiterte Ansprüche und Bedürfnisse baulich etwas großzügiger gestaltet. Für die breiteren Straßen wurde eine Bepflanzung mit Erlen- und Ahornbäumen vorgesehen, für die schmäleren eine mit Kugelakazien. In der Anlage der Straßen geht die Villenkolonie im Wesentlichen noch auf den geometrischen Baulinienplan für Nymphenburg von 1893 zurück; sie wurde durch Theodor Fischer mit der Krümmung der Tizianstraße und der Abstufung in unterschiedlich breite Straßen leicht korrigiert. Trotz der geschlossenen Bauweise bleibt die Zusammenfassung der unterschiedlich großen Gebäudegruppen überschaubar. Die Haustypen sind zudem hinsichtlich ihrer Form differenziert errichtet und mit abwechslungsreichen Architekturgliedern durchgestaltet. Es wechseln Künstlerhäuser mit entsprechend ihrer Nutzung großen Atelierfenstern im Dachausbau kontrastreich zu schlichten traufseitigen Cottage-Anlagen oder zu Giebelbauten, die in ihren turm- oder erkerartigen Ausbauten verschiedene Architekturmotive aufnehmen. Der Formenreichtum erfolgt mit einfachen Mitteln durch eine asymmetrische Fassadengestaltung, das Zusammenziehen und die Überdachung von Hauseingängen, durch Eingangstreppen, unterschiedliche Dachlösungen, durch die Verwendung von Fachwerk oder durch die Anwendung von Kratzputz, wobei die Kleinteiligkeit der Dimensionen ebenso eine prägende Wirkung erzielt. Als Architekten waren neben Jakob Heilmann und Max Littmann unter anderem Rudolf Hofmann, Paul Böhmer und Franz Böttge beteiligt. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Gern im Vergleich zu andern Münchner Stadtteilen von flächigen Zerstörungen verschont. Die mehr oder minder starken Schäden betrafen vornehmlich die Dachstühle. Lediglich im Baublock zwischen Nördlicher Auffahrtsallee, Böcklin-, Malsen- und Gerner Straße waren größere Schäden zu verzeichnen. Dort entstand neben üblichen Wiederherstellungen mit dem Anwesen Nördliche Auffahrtsallee 14 ab 1946 ein weit zurückgesetzter an die ältere Bebauung entlang des Kanals sowie im Bereich des Schlossrondells angepasster Bau in der Typologie eines Kavaliershauses. Auch aufgrund der zunächst identitätswahrenden Wiederherstellungsmaßnahmen und trotz einiger Neu- und Umbauten in jüngerer Zeit hat sich die Kolonie insgesamt ihr Erscheinungsbild der Bauzeit bewahrt.
Aktennummer E-1-62-000-18
Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.
Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)
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© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0
© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
Wikidata (CC0) / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
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