=== 20-26 _ B 05932_82_Antrag_CSU-Fraktion_202309_Mangel an Lehrkraeften an Neuhauser Schulen_NEU.pdf ===
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Anfrage:
Mangel an Lehrkräften an Neuhauser Schulen?
Beschluss:
Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg möge beschließen:
Die Landeshauptstadt München und das Staatliche Schulamt werden gebeten
folgendes darzustellen
1. Wie ist die aktuelle Situation bezüglich der Lehrerbesetzung in
Neuhausen-Nymphenburg?
Wie viele Stellen sind an den einzelnen Schulen nicht besetzt?
2. Wie viele Quereinsteiger konnten die Landeshauptstadt München und
das Staatliche Schulamt für die Besetzung der offenen Stellen an
Schulen im neunten Stadtbezirk gewinnen?
3. Wie reagieren die Landeshauptstadt München und das Staatliche
Schulamt auf die schulischen Defizite der Schülerinnen und Schüler?
Welche Initiativen werden hier ergriffen?
4. Welche Maßnahmen ergreifen die Landeshauptstadt München und das
Staatliche Schulamt, um den Lehrermangel zügig zu beheben?
Begründung:
Der Fachkräftmangel macht auch vor den Lehrkräften nicht halt.
Im Bezirksausschuss 2 – Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt – berichten Eltern davon,
dass die Schulen massive Probleme damit haben, den Lehrermangel zu
beheben. (Siehe https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/7831938)
Der BA09 möchte daher wissen, wie der aktuelle Stand im neunten Stadtbezirk
ist und welche Maßnahmen die Landeshauptstadt München und das Staatliche
Schulamt treffen, den Lehrermangel zu beheben.
Initiative:
Nima Lirawi, Wolfgang Schwirz,
München, 01.07.2023
Für die CSU-Fraktion
Gudrun Piesczek
CSU Fraktion
im BA 9
Fraktionssprecherin
Gudrun Piesczek
Stellvertr. Sprecher
Steffen Rekittke
Mitglieder
Simon Herzog
Laurenz Kiefer
Nima Lirawi
Sabina Nasko
Susanne Rugel
Wolfgang Schwirz
Antonia Waldner
=== 20-26 _ B 05932_B 05932 Lehrkraeftemangel Neuhauser Schulen AS.pdf ===
RBS-A
a.rbs@muenchen.de
Bayerstraße 28, 80335 München
Landeshauptstadt
München
Referat für
Bildung und Sport
Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport
Bayerstraße 28, 80335 München
Geschäftsbereich
Allgemeinbildende Schulen
RBS-A
An die Vorsitzende
des Bezirksausschusses des Stadt-
bezirkes 09 - Neuhausen-Nymphenburg
Frau Leonie Lobinger
Hanauer Str. 1
80992 München
Ihr Schreiben vom Ihr Zeichen Unser Zeichen Datum: 04.08.2026
Anfrage - Mangel an Lehrkräften an Neuhauser Schulen?
BA-Antrags-Nr. 20-26 / B 05932 des Bezirksausschusses
des Stadtbezirkes 09 - Neuhausen-Nymphenburg
vom 19.09.2023
Sehr geehrte Frau Lobinger,
bei dem im Antrag Nr. 20-26 / B 05932 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 09 -
Neuhausen-Nymphenburg vom 19.09.2023 angesprochenen Sachverhalt handelt es sich um
eine laufende Angelegenheit, deren Besorgung nach § 22 GeschO dem Oberbürgermeister
obliegt. Nachdem es daher keiner stadtratsmäßigen Behandlung bedarf, erfolgt die
Behandlung des Antrags auf diesem Wege.
In Ihrem Antrag baten Sie darum, die aktuelle Personalsituation im Lehrdienst inkl. der Stellen-
besetzung mit Quereinsteiger*innen, die Initiativen zur Begegnung schulischer Defizite bei
Schüler*innen und die ergriffenen Maßnahmen zur Behebung des Lehrer*innenmangels
gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt darzustellen.
Der Beantwortung Ihrer Fragen muss ich voranstellen, dass die Landeshauptstadt München
nur Schulträgerin der städtischen Schulen ist, weshalb auch nur für diese Schulen eigene
Daten vorliegen, die im Folgenden ausgeführt werden.
Wie uns von Seiten des Staatlichen Schulamts mitgeteilt wurde, haben Sie Ihre Anfrage
ebenfalls an den Freistaat gestellt und bereits eine Antwort erhalten, sodass wir in unserer
Antwort nur auf die städtischen Schulen im Stadtbezirk 9 eingehen.
Zu Ihren aufgeworfenen Fragen kann ich Ihnen somit Folgendes mitteilen:
I.
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Frage 1: „Wie ist die aktuelle Situation bezüglich der Lehrerbesetzung in Neuhausen-
Nymphenburg? Wie viele Stellen sind an den einzelnen Schulen nicht besetzt?“
Antwort:
Die Landeshauptstadt München als eigene kommunale Schulträgerin betreibt im Stadtbezirk
Neuhausen-Nymphenburg fünf kommunale Schulen in eigener Zuständigkeit: Rudolf-Diesel-
Realschule, Franz-Auweck-Abendschule, Käthe-Kollwitz Gymnasium, Adolf-Weber-
Gymnasium und Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Vermessungstechnik.
Erfreulicherweise konnten an allen oben genannten städtischen Schulen im Stadtbezirk
Neuhausen-Nymphenburg die Bedarfe gedeckt werden.
Darüber hinaus bietet sich an den insgesamt 88 beruflichen Schulen eine Unterscheidung
nach Stadtvierteln nicht an, da hier die Sprengelung das gesamte Stadtgebiet umfasst und
häufig darüber hinaus geht
Frage 2: „Wie viele Quereinsteiger konnten die Landeshauptstadt München und das
Staatliche Schulamt für die Besetzung der offenen Stellen an Schulen im neunten
Stadtbezirk gewinnen?“
Antwort:
Zur Beantwortung der Frage wird in Bezug auf den Begriff Quereinsteiger*in auf den Kreis der
nichtvollausgebildeten Lehrkräfte abgestellt. Die Anzahl der derzeit unbefristet Beschäftigten
ohne volle Lehrbefähigung liegt bei den allgemeinbildenden Schulen im Stadtbezirk bei rund
2,27%, bei den beruflichen Schulen im Stadtbezirk bei rund 15%. Zu diesen Zahlen kommen
aufgrund von Vertretungssituationen bzw. insbesondere im beruflichen Bereich wegen
befristeter fachlicher Bedarfe noch eine größere Anzahl an befristet beschäftigten
Quereinsteiger*innen hinzu. Die vergleichsweise hohe Anzahl von Quereinsteiger*innen an
den beruflichen Schulen rührt von der speziellen Situation her, dass insbesondere im
fachpraktischen Unterricht Lehrkräfte mit Praxisbezug auf Grundlage einer schulaufsichtlichen
Genehmigung beschäftigt werden.
Durch eine berufsbegleitende Unterstützung und parallel stattfindende Fort- und Weiterbildung
der sog. Quereinsteiger*innen ist die Unterrichtsqualität für unsere Schüler*innen grundlegend
gesichert.
Frage 3:„Wie reagieren die Landeshauptstadt München und das Staatliche Schulamt auf
die schulischen Defizite der Schülerinnen und Schüler? Welche Initiativen werden hier
ergriffen?“
Antwort:
Für die erfolgreiche Bildung und Entwicklung der Schüler*innen wurden in den vergangenen
Jahren zahlreiche Maßnahmen auf der Grundlage von Stadtratsbeschlüssen zur
Unterstützung und Förderung von Schüler*innen eingeführt, evaluiert, verbessert und etabliert.
Auf Grundlage des Stadtratsbeschlusses „Städtische Schulen schaffen Bildungsgerechtigkeit
und Chancengleichheit ...“ vom 24. Juli 2013 (Sitzungsvorlage Nr. 08-14 / V 12301) erhalten
die Schulen entsprechend dem jeweiligen Sozialindex und unter Berücksichtigung der
Schulgröße eine festgelegte Lehrerjahreswochenstundenzahl, die sog. bedarfsorientierte
Budgetierung, die mit dem Fokus auf Bildungsgerechtigkeit die Schulen in die Lage versetzen,
eine Vielzahl von besonderen pädagogischen Projekten zur Förderung und Unterstützung der
Schüler*innen zu initiieren.
Da der Besuch einer weiterführenden Schulart nach wie vor vom sozialen Status der Eltern
abhängt, bedürfen unter dem Gesichtspunkt der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit
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besonders Schulen in Quartilen mit niedrigem Sozialindex einer verstärkten bedarfsorientierten
Budgetierung, um Kinder und Jugendliche auch aus bildungsfernen Familien entsprechend
ihrer Fähigkeiten und Talente erfolgreich zu einem höherwertigen Bildungsabschluss zu
führen.
Mit dem zusätzlichen Budget wird das schulische Angebot um Individualisierungsangebote
erweitert, um standortabhängig Maßnahmen zum besseren Ausgleich von
gruppenspezifischen bzw. herkunftsbedingten Benachteiligungen umzusetzen, und zwar z. B.
durch sozialpädagogische Angebote (Schulsozialarbeit), individuelle Förderung
(Zusatzqualifikation Lern- und Sozialcoach), Vermittlung interkultureller Kompetenzen
(Zusatzqualifikation Schule der Vielfalt), Ergänzungsstunden in Mathematik, Deutsch und
Englisch, Unterstützungsangebote für selbstgesteuertes Lernen, Vertiefung von
Lernstrategien, äußere (z. B. Unterricht in Gruppen) und innere (z. B. Teamteaching)
Differenzierung. Erfolgsfaktor für die bedarfsorientierte Budgetierung ist die Weiterentwicklung
des Ganztags, der es insbesondere in seiner rhythmisierten Form ermöglicht,
Lernumgebungen zu gestalten, die für individuelles Lernen förderlich sind.
Somit werden z. B. Lerncoachings angeboten, um die Schüler*innen individuell zu fördern und
beim Heranführen an das selbstständige Lernen zu begleiten. Weiter können die Beziehung
zwischen Lehrkräften und den Schüler*innen durch pädagogisch wirksame Instrumente wie
individuelle, in den schulischen Ablauf integrierte Gespräche zwischen Schüler*innen und
deren Lehrkräften sowie auch der Erziehungsberechtigten gefördert werden. Für Klassen oder
Gruppen von Schüler*innen sind Sozialtrainings in den Schulkonzepten verankert, um die
Selbstkompetenz sowie die Sozialkompetenz zu fördern und angemessene Strategien z. B.
zur Konfliktbewältigung zu erlernen. Die bedarfsorientierte Budgetierung wird ebenfalls für die
Finanzierung von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen genutzt, die in beratender
Tätigkeit die Schulfamilie unterstützen, aber auch zahlreiche Projekte in den einzelnen
Klassen durchführen.
Die berufliche Bildung wird seit jeher mit der Heterogenität der Schüler*innenschaft
herausgefordert. Hier sitzen Schulabbrecher*innen neben Studienabbrecher*innen im
Klassenzimmer. Das Instrument der Bedarfsorientierten Budgetierung, das der Münchner
Stadtrat inzwischen für alle beruflichen Schulen beschlossen hat, hilft ungemein, da durch die
zusätzlichen Stunden Schüler*innen individuell und bedarfsgerecht gefördert werden können.
Frage 4:„Welche Maßnahmen ergreift die Landeshauptstadt, um den Lehrermangel
zügig zu beheben?“
Antwort:
Zum besseren Verständnis muss ich klarstellen, dass das Ausbildungsmonopol im
Lehrer*innenbereich beim Freistaat Bayern liegt und die Landeshauptstadt München hier nur
auf dem sehr angespannten Bewerber*innenmarkt agieren kann, um ihre Bedarfe zu decken.
Als eine wesentliche Maßnahme ist die weitere Intensivierung der Werbemaßnahmen durch
Initiierung von Werbekampagnen zur Akquise neuer Lehrer*innen zu nennen. Hierzu zählt
auch die Präsenz auf Messen und Veranstaltungen, Plakataktionen, eine Intensivierung der
Zusammenarbeit mit Universitäten und Ausbildungseinrichtungen, um Praktika, Hospitationen
und Informationsveranstaltungen anzubieten oder die Ansprache auf den Social Media-
Kanälen.
So sollen bereits Abiturient*innen für den Beruf der Lehrkraft begeistert oder auch angehende
Lehrkräfte durch das Aufzeigen der Vorteile für eine Anstellung bei der Stadt gewonnen
werden.
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Darüber hinaus gestaltet die Landeshauptstadt München die Rahmenbedingungen für ihre
Lehrkräfte an den städtischen Schulen möglichst optimal (Stichwort Münchner Weg) und setzt
durch pädagogische Konzepte (z.B. Bedarfsorientierte Budgetierung, Masterplan junge
Menschen raus aus der Pandemie, ...) oder durch innovative Schulversuche (siehe
Modellschule) Ausrufezeichen in der Bildungslandschaft.
Weitere Maßnahmen befinden sich in der Planung bzw. Umsetzung, so etwa die Teilnahme am
Quereinsteiger*innenprogramm für kommunale Lehrkräfte oder auch die Flexibilisierung des
Münchner Wegs durch Einsatz von multiprofessionellen Unterstützungskräften an städtischen
Schulen.
Der Antrag Nr. 20-26 / B 05932 des Bezirksausschusses des Stadtbezirkes 09 - Neuhausen-
Nymphenburg vom 19.09.2023 ist hiermit satzungsgemäß behandelt.
Die BA-Geschäftsstelle Nord erhält einen Abdruck dieses Schreibens.
Mit freundlichen Grüßen
Gez.
Geschäftsbereichsleiter