Bestehendes Informationsangebot des Kulturreferates zum Thema Nationalsozialismus für die Stadtbezirke im Münc…
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Bestehendes Informationsangebot des Kulturreferates zum Thema Nationalsozialismus für die Stadtbezirke im Münchner Nordosten erweitern und ergänzen; Antrag der CSU-Fraktion
=== 26-32 _ T 006311_2026 BA-Antrag Informationsangebot Nationalsozialismus_2.pdf ===
Christlich-Soziale Union in Bayern
München, im September 2026
Bestehendes Informationsangebot des Kulturreferates
zum Thema Nationalsozialismus für die Stadtbezirke
im Münchner Nordosten erweitern und ergänzen
Antrag:
Der Bezirksausschuss 13 bittet das Kulturreferat, das bestehende Informations- und
Vermittlungsangebot zur Zeit des Nationalsozialismus für den Nordosten zu erweitern
und zu ergänzen. Die vorgeschlagenen Orte und Themen mögen ausdrücklich in den
KulturGeschichtsPfad des Kulturreferats aufgenommen werden sowohl in der analo-
gen Broschürenreihe als auch in den digitalen Anwendungen der Stadt.
Vorgeschlagene Orte, Achsen und Themen
Als Ausgangspunkt für eine Erweiterung schlägt der Bezirksausschuss 13 folgende
Orte und Lebensbereiche vor. Die Liste ist nicht abschließend; sie soll in Zusammen-
arbeit mit Stadtarchiv und NS-Dokumentationszentrum fortgeschrieben werden.
Orte und Achsen
- Achse Prinzregentenplatz – Bogenhausen – Riem – Flughafen München-Riem
mit ausdrücklichem Bezug zum KZ-Außenlager Riem und zur Zwangsarbeit auf
dem Flughafengelände.
- Alter Bahndamm von Oberföhring in Richtung Feldkirchen, gebaut von Zwangs-
arbeitern; ein sichtbares, im Alltag wenig gelesenes Zeugnis, das nach einer
Tafel und einer Station in der digitalen Karte verlangt.
Themen und Lebensbereiche
- Alltag und Mangel: sich stetig verschlechternde Versorgungslage, Bezugs-
scheine, das langsame Verschwinden des Selbstverständlichen aus Küche,
Werkstatt und Schule.
Antrag
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- Von der Machtergreifung 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939: wie sich Nachbar-
schaft, Vereinsleben, Pfarrei und Schule verändern, wenn Recht durch Willkür
ersetzt wird.
- Für viele Münchnerinnen und Münchner im Nordosten war der Luftschutzräume
in den Nächten des Bombenkriegs der eigentliche Wohnraum: Fremde Schulter
an Schulter, stickige Luft, schwaches Licht, über allem das Dröhnen der Flug-
zeugmotoren, das Knallen der Flugabwehr und die Frage, ob die Wohnung,
Freunde und Verwandte unversehrt geblieben sind. Diese Enge und die unun-
terbrochene Angst haben eine ganze Generation geprägt und in den Familien
nachgewirkt. Die noch erhaltenen Bunker und Luftschutzanlagen im Münchner
Nordosten sollen daher als Stationen in das erweiterte Angebot im Geschichts-
lehrpfad aufgenommen werten.
- Kriegs- und Nachkriegszeit im Münchner Nordosten und deren Nachwirkungen
in den folgenden Jahrzehnten bei den Themen Wohnungsnot, Vertreibung,
Wiederaufbau, das Schweigen in den Familien.
- Raum für Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und deren Überlieferungen, ein-
schließlich schriftlicher und audiovisueller Aufzeichnung, solange dies noch
möglich ist.
Der Bezirksausschuss bittet um:
- Aufnahme in den KulturGeschichtsPfad in analoger Form als eigenständige
oder erweiterte Broschüre ggf. für den Nordosten, mit Karten, Kurztexten, his-
torischen Fotografien und Literaturhinweisen.
- Aufnahme in die digitalen Angebote der Landeshauptstadt insbesondere in die
Webapp „Erinnerungszeichen“ mit kartenbasierter Darstellung der neuen Stati-
onen, Audio- und Bildmaterial sowie mehrsprachiger Fassung.
- Verankerung in der Bildungsarbeit durch abrufbare Materialien für Schulen,
Pfarreien, Vereine und Volkshochschule, damit die neuen Stationen nicht als
touristisches Zusatzangebot, sondern als Werkzeug der politischen Bildung im
Stadtteil wirken.
Begründung:
Wer aus der Geschichte lernen will, muss ihr im Wortsinn begegnen können. Nicht nur im
Geschichtsbuch, sondern auf dem Weg zur Arbeit oder Freizeit.
In einer Zeit, in der demokratiefeindliche Parteien Zulauf finden, ist es kein Luxus, sondern
eine Pflicht der Landeshauptstadt, den Bürgerinnen und Bürgern an konkreten, wenige
Gehminuten entfernten Orten in Erinnerung zu rufen, wohin ein anderer Weg schon einmal
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geführt hat. Nicht jede Alternative ist eine bessere Wahl; nicht jede Veränderung ist ein Fort-
schritt.
Auf der einen Seite stehen Rechtsstaat, freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit. Auf der
anderen Seite standen Diktatur, Willkür, Bedrohung, Einschüchterung und der Verlust der
Freiheit im eigenen Haus. Der Unterschied lässt sich nicht abstrakt lehren. Er lässt sich an
historischen Orten zeigen.
Der bestehende „Themen-Geschichts-Pfad“ des Kulturreferats führt in bekannter und bewähr-
ter Form vom Marienplatz über den Odeonsplatz und die Brienner Straße zum Königsplatz.
Die stadtteilbezogenen KulturGeschichtsPfade und die Webapp „Erinnerungszeichen“ des
Kulturreferats sowie die App „Sites in Mind“ des NS-Dokumentationszentrums bilden bereits
ein tragfähiges Grundgerüst.
Für die Stadtbezirke im Nordosten fehlt es jedoch an einer geschlossenen, gut auffindbaren
Darstellung. Diese Lücke ist nicht historisch begründet, sondern sie ist redaktionellen Ur-
sprungs.
Wer weiß, was an seiner Straße, in seinem Stadtviertel geschehen ist, wählt anders, spricht
anders und genau darum geht es.
Schutzbunker in der Zahnbrechersiedlung
(Foto: privat)
Robert Brannekämper, MdL Martin Baumgartner
Fraktionssprecher Florian Ring