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in Bezirksausschuss 02 - Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, München
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Geodaten © Landeshauptstadt München, DL-DE-BY-2.0
Baudenkmal · Fraunhoferstraße 41
Mietshaus, syn. Miethaus, syn. Zinshaus
Mietshaus, viergeschossiger Eckbau mit Lisenen, von Kaspar Griner, 1875, Fassade vereinfacht, 1949; Block mit Baaderstraße 78.
Aktennummer D-1-62-000-1864
Ensemble
Das Gärtnerplatzviertel als bedeutendste Stadterweiterung des spätklassizistischen Städtebaus in München ist ein Ensemble. Seine Begrenzung ergibt sich aus der konzeptionellen und gestalterischen Einheit des Quartiers nach dem Erweiterungsplan von 1861, welcher auf der Basisachse der Fraunhoferstraße aufbaut und durch den Verlauf des Kaiblmühlbachs und Heiliggeistmühlbachs begrenzt wird. Die unmittelbar auf diesen Plan über den Kaiblmühlbach hinweg bis zur Baaderstraße verlängerte Achse der Corneliusstraße gehört mit zum städtebaulichen Ensemble. In der Reihe planmäßiger Stadterweiterungen in München steht das Gärtnerplatzviertel chronologisch an zweiter Stelle nach der ersten Erweiterung durch die Max-Vorstadt. Seine stadtbaugeschichtliche Bedeutung ergibt sich aus mehreren Faktoren: Das Gärtnerplatzviertel markiert den Übergang zwischen der klassizistischen Stadterweiterungsplanung unter König Ludwig I. und dem kommunalen gründerzeitlichen Städtebau, wie er in den 1870er Jahren in Haidhausen (vgl. Ensemble Ostbahnhofviertel) einsetzte. In dem zwischen 1860 und 1870 angelegten Gärtnerplatzviertel wird ein bereits 30 Jahre früher genehmigter Bebauungsplan respektiert. Zu den Auflagen der königlichen Genehmigung von 1830 gehörte z. B., dass die Höhe der Häuser die Straßenbreite nicht überschreiten durfte. Es handelt es sich bei dem Gärtnerplatzviertel außerdem um das erste planmäßig erbaute Wohnquartier, welches ausschließlich Mietshäuser aufweist. Das Projekt entstand aus einem privatwirtschaftlichen Motiv heraus auf Initiative durch die Bankiersfamilie von Eichthal. Stadttopographisch ist das Gärtnerplatzviertel Quartier vor der stumpfen Abwinkelung der ehemaligen Stadtbefestigung zwischen Sendlinger Tor und Isartor. Die Fraunhoferstraße als Basisachse des Quartiers schafft über die Reichenbachbrücke die Verkehrsverbindung zur ehemaligen Vorstadt Au und führt am dortigen Maria-Hilf-Platz tangential vorbei in südöstliche Richtung. Das Gärtnerplatzviertel selbst, Mittelpunkt der Isar-Vorstadt, erhält seine quartierstopographische Orientierung durch die vom Viktualienmarkt ausgehende Nord-Süd-Achse der Reichenbachstraße, welche einen Blickbezug zum Turm des Alten Rathauses aufnimmt. Typologisch dokumentiert das Gärtnerplatzviertel in Grund- und Aufriss ein streng geometrisches Planungskonzept. Zur Fraunhoferstraße ist in schematischer Weise ein rechtwinkliges Achsenkreuz gelegt (Klenze- und Corneliusstraße), das in Nordsüdrichtung von der Reichenbachstraße im Winkel von 45 Grad durchschnitten wird. Die dreifach gekreuzten Straßenarme erhalten mit der Rundform des Gärtnerplatzes eine zentrale Mitte. Diese von geometrischem Regelmaß beherrschte sternenförmige Grundrissfigur dokumentiert ebenso im Aufriss ein vereinheitlichendes Konzept. Von den sechs strahlenförmig vom Rundplatz auslaufenden Straßenarmen und den sie tangential kreuzenden Randstraßen werden sechs sektoral auf den Platz zulaufende Baublöcke abgeteilt, die von einem geschlossenen Kranz annähernd gleich hoher und gleich tiefer Gebäude umrahmt sind. Die ehemals durchweg viergeschossigen, auf einheitliche Traufhöhe und Dachform gebrachten Häuserfronten stehen unmittelbar an den Straßen- und Platzgrenzen, so dass zwischen ihnen scharf umrissene, korridorartige Straßenräume und ein weiter zylindrischer Platzraum entstehen. Die wandmäßig ausgebildeten Bauten mit ihren flach modellierten spätklassizistischen Fassaden wirken nicht nur einzeln, sondern auch körperhaft im Blockganzen und unterstreichen den beschriebenen Raumeindruck. Mit seinem klaren Gestaltaufbau, dem tektonischen Zusammenhalt von Sterngrundriss und einheitlich dimensionierten und profilierten, geschlossenen Gebäudefronten bildet das Gärtnerplatzviertel einen überschaubaren, in sich zentralisierten und formal eigenständigen Bereich; eine städtebauliche Einheit, die sich deutlich von der unmittelbaren Umgebung abhebt. Die flächenbeanspruchende runde Platzfigur des Gärtnerplatzes mit seiner Rondellbebauung ist dabei als gestalterische Aufwertung des Mietshausviertels interpretierbar; mit der Errichtung des Gärtnerplatztheaters, 1865 in spätklassizistischen Stilelementen erbaut und 1889 und 1938 verändert, erhielt der Gärtnerplatz einen zu Beginn der Planungen nicht vorgesehenen monumentalen Akzent. Infolge der Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges hat sich das einheitliche Bild verändert. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden die Fassaden des erhaltenen Altbaubestands größtenteils geglättet und vereinfacht. Daneben entstanden Neubauten, die zum Teil in ihrer Gestaltung der viergeschossigen Mietshausbebauung der 1860er Jahre verpflichtet sind.
Aktennummer E-1-62-000-17
Jede bauliche Änderung an einem Baudenkmal oder in einem Ensemble braucht eine Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG.
Geofachdaten © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (CC BY-ND 4.0)
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© Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus 2022, 100-m-Gitter, DL-DE-BY-2.0
© OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
Wikidata (CC0) / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)
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Moloch München (CC BY-NC-SA)
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